Prozess um schweren sexuellen Missbrauch
Zwei Jungen müssen in den Zeugenstand

Münster -

Beim Prozess gegen drei Männer, denen schwerer sexueller Missbrauch von Kindern vorgeworfen wird, kamen am Montag das erste Mal Zeugen zu Wort.

Montag, 09.09.2019, 14:00 Uhr aktualisiert: 09.09.2019, 18:06 Uhr
Der Prozess gegen die drei Angeklagten, hier ein Foto vom Prozessauftakt, wird am heutigen Montag vor dem Landgericht fortgesetzt.
Der Prozess gegen die drei Angeklagten, hier ein Foto vom Prozessauftakt, wird am heutigen Montag vor dem Landgericht fortgesetzt. Foto: Oliver Werner

Hatten noch beim Prozessauftakt vor rund zehn Tagen die Sitzplätze in Saal A23, dem größten Sitzungssaal des Landgerichts, zunächst nicht ausgereicht, ist der Andrang am zweiten Prozesstag im Verfahren gegen drei Männer, denen schwerer sexueller Missbrauch von Kindern vorgeworfen wird, überschaubar. Nur einige wenige Besucher haben sich eingefunden, und auch die müssen schnell wieder gehen.

Denn genau wie schon beim Prozessauftakt stellt Anwältin Julia Artmann-Eichler , die vier als Nebenkläger auftretende mutmaßliche Opfer vertritt, für die Vernehmungen den Antrag auf Nichtöffentlichkeit. Lediglich den Antrag auf Veränderung der Sitzordnung der Angeklagten bekommen die Besucher mit. Diesen stellt die Anwältin des 50-jährigen Angeklagten aus Münster und begründet ihn damit, dass die Zeugen anhand der bisherigen Berichterstattung keine Rückschlüsse auf die Angeklagten ziehen können sollen.

Zwei der Jungen, von denen die Staatsanwaltschaft annimmt, dass sie Opfer von Übergriffen geworden sind, müssen am Montag aussagen. Denn während der 38-jährige Hauptangeklagte Johannes J. die ihm vorgeworfenen Taten weitgehend eingeräumt hat, sind der 50-Jährige sowie ein 52-jähriger Everswinkeler nicht geständig. Ihr tue das leid, denn für die Jungen sei das sehr belastend, sagt Anwältin Artmann-Eichler, nachdem sie während einer Pause mit einem der beiden gesprochen hat. Wenig später sieht sie ihn vor dem Gerichtssaal wieder. Die Juristin spricht ihm Mut zu, bevor er mit hängenden Schultern den Gerichtssaal betritt.

„Weitere Vernehmungen von Kindern und Jugendlichen sind derzeit nicht geplant“, gibt Landgerichtssprecher Dr. Steffen Vahlhaus am Ende des Verhandlungstages eine Antwort auf die Frage, die an diesem Tag zumindest vor dem Gerichtssaal am meisten interessiert. Am heutigen Dienstag wird der Prozess ab 9 Uhr fortgesetzt. Unter anderem sollen dann ein heute 18-Jähriger, der nicht Gegenstand der aktuellen Anklage ist, sowie ein Polizeibeamter als Zeugen aussagen.

Missbrauchsprozess in Münster gestartet

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