Kommentar zum Farbanschlag auf Geschäft
Rote Linie ist überschritten

Münster -

Die AfD grenzt aus, schürt Ressentiments und ist in Münster mit ihrer Familienpolitik wirtschaftsfeindlich. In Teilen ihrer Gliederung ist die selbst ernannte Alternative sogar offen rechtsextremistisch. All das erfordert es, diese bislang nicht verbotene Partei überall politisch hart zu bekämpfen. Aber nur mit den Mitteln, die der Rechtsstaat dafür zulässt.

Montag, 09.09.2019, 16:00 Uhr aktualisiert: 09.09.2019, 18:22 Uhr
Unbekannte beschmierten das Geschäft von AfD-Ratsherr Martin Schiller am Montagmorgen. 
Unbekannte beschmierten das Geschäft von AfD-Ratsherr Martin Schiller am Montagmorgen.  Foto: Matthias Ahlke

Verachtenswerte Tat

Der Farbanschlag auf die Geschäftsräume des AfD-Ratsherrn Martin Schiller ist eine schlicht und ergreifend verachtenswerte Tat. Die Urheber, sofern sie ermittelt werden, gehören hart bestraft, denn sie stellen sich gegen die Rechtsordnung. Dass es sich um eine politisch motivierte Tat gehandelt haben könnte, rechtfertigt das Vorgehen keinen Millimeter. Genauso wenig wie die Tatsache, dass der bürgerlich wirkende Biedermann Schiller selbst nicht sonderlich zimperlich erscheint.

Auf dem Irrweg

Jede Form von Gewaltanwendung ist eine Bankrotterklärung für den unerlässlichen politischen Diskurs über Inhalte und Standpunkte. Und sie sorgt dafür, dass der AfD unnötig auf diesem Weg Sympathien und Verständnis zuteil werden. Wer die Partei so bekämpfen will, erreicht genau das Gegenteil und befindet sich auf dem Irrweg – juristisch wie gesellschaftlich. Die rote Linie ist hier überschritten.

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