Radlager am Bremer Platz geht an den Start
984 Fahrradständer im Parkhaus

Münster -

Bahnpendler am Bremer Platz, die mit dem Fahrrad vorfahren, können aufatmen. Für sie gibt es jetzt ein neues Angebot: Das Radlager mit 984 Plätzen.

Dienstag, 10.09.2019, 20:00 Uhr
Sie weihten die neue Abstellanlage ein (v.l.): Walter von Göwels, der Architekt Heinz-Peter Döhring sowie Peter Todeskino.
Sie weihten die neue Abstellanlage ein (v.l.): Walter von Göwels, der Architekt Heinz-Peter Döhring sowie Peter Todeskino. Foto: Matthias Ahlke

Die ersten 100 Verträge sind bereits unterschrieben. Als Peter Todeskino , Geschäftsführer des städtischen Parkhaus-Betreibers WBI, am Dienstagmorgen das neue Radlager im Erdgeschoss des Parkhauses Bremer Platz eröffnet, sind über zehn Prozent der insgesamt 984 Fahrradstellplätze bereits vergeben.

„Die Nachfrage ist groß“, freut sich der Geschäftsführer und hofft darauf, dass sich weitere Bahnpendler ihren persönlichen Fahrradstellplatz reservieren. Der WBI-Aufsichtsratsvorsitzende Walter von Göwels zeigte sich zuversichtlich, dass sich die doppelstöckigen Ständer sehr schnell füllen werden. Zu groß sei der Druck, an dieser Stelle ein neues Angebot zu schaffen.

Im Februar 2019 beauftragte der Planungsausschuss der Stadt die WBI damit, zur Entschärfung der Situation am Bremer Platz einen Beitrag zu leisten, und stellte für das jetzt eingeweihte Radlager 160.000 Euro zur Verfügung.

Radlager im Parkhaus Bremer Platz

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  • In dem Radlager im Parkhaus Bremer Platz können Letzenbesitzer nun auch ihre Fahrräder abstellen.

    Foto: Matthias Ahlke
  • WWI-Geschäftsführer Peter Todeskino demonstriert, wie man Zugang zum Radlager erhält. Einfach die Karte an das Lesegerät halten...

    Foto: Matthias Ahlke
  • ... und schon öffnet sich die Tür zu den Fahrrad-Stellplätzen.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Aufsichtsratsvorsitzender Walter von Göwels und der WWI-Geschäftsführer Peter Todeskino zeigen stolz den Eingang zum Radlager.

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  • Mit der Rampe lassen sich die Fahrräder auch leicht auf die oberen Stellplätze stellen.

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  • Eine Menge Stellplätze gibt es in dem neuen Radlager im Parkhaus Bremer Platz.

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  • Diese Stellplätze gilt es nun auch zu füllen.

    Foto: Matthias Ahlke

Zum Hintergrund: Seitdem die Bauarbeiten zum Projekt Hansator auf der Ostseite des Hauptbahnhofs begonnen haben und die frühere Freifläche weggefallen ist, hat sich die Abstellsituation für Fahrräder dramatisch verschlechtert. Dies um so mehr, als der nördliche der beiden Bahntunnel einen Ausgang zum Bremer Platz hat. Über diese Achse strömen Tag für Tag Tausende Bahnpendler ins Gebäude, viele davon kommen mit dem Fahrrad vorgefahren.

Um Abhilfe zu schaffen, wurden doppelstöckige Radständer im Hamburger Tunnel installiert. Der Tunnel ist aber oft sehr dreckig und für viele ein Angstraum.

„Bei uns wird es auch in Zukunft nicht so riechen wie im Hamburger Tunnel“, versprach Peter Todeskino. Dafür sorge zum einen der Umstand, dass das Radlager nur für Kunden zugängig sei. Darüber hinaus werde die Servicekraft, die im Büro des Parkhauses anzutreffen ist, auch regelmäßig im Radlager nach dem Rechten sehen. Das Parkhaus Bremer Platz ist das einzige der WBI-Parkhäuser, das rund um die Uhr geöffnet und in dem auch rund um die Uhr Personal anzutreffen ist.

Wie bekommt man einen Stellplatz?

Die 984 Stellplätze in dem neuen Radlager im Parkhaus Bremer Platz sind ausschließlich für Dauerkunden bestimmt. Das Parkticket kostet 25 Euro im Quartal und 100 Euro im Jahr. Ein Ticket für die Zeit bis zum 31. Dezember 2019 ist zum Vorzugspreis von 20 Euro zu erhalten. Alle Kunden bekommen einen festen, nummerierten Stellplatz zugewiesen.

Sobald die Vertragsmodalitäten erledigt sind, erhalten die Kunden einen Chip, mit dem sie die Tür zum Radlager öffnen und ihr Fahrrad abstellen beziehungsweise abholen können. Der Zugang ist rund um die Uhr und an allen Tagen der Woche möglich. Ohne Chip indes ist es überhaupt nicht möglich, in das neue Radlager zu gelangen.

Über die Mailadresse ­info@wbi-muenster.de können Interessierte ein Vertragsformular anfordern. Die Mindestdauer der Anmietung beträgt sechs Monate, die Bezahlung erfolgt per Lastschrift. Die Fahrradständer sind doppelstöckig. Wer keinen Stellplatz oben haben möchte, sollte das angeben.

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Ob sich mit der Eröffnung des neuen Radlagers die Situation der vielen wild abgestellten Fahrräder entspannen wird, dazu wollte sich der WBI-Aufsichtsratsvorsitzende Walter von Göwels, zugleich CDU-Ratsherr, nicht äußern. Gleichwohl sicherte er zu, dass das Ordnungsamt sich die Lage ansehen und gegebenenfalls neu bewerten werde.

Nach bislang geltender Beschlusslage haben die neu installierten Fahrradständer nur Bestand, bis die geplante Radstation in dem im Bau befindlichen Hansator an den Start geht. Im Hansator sind 2000 Stellplätze vorgesehen, was viele Kommunalpolitiker als zu wenig empfinden.  

Kommentar: Längst überfällig

Endlich, endlich, endlich! Das Fahrrad-Chaos rund um den münsterischen Hauptbahnhof ist so dramatisch, dass jede Maßnahme zu Verringerung der Probleme dienlich ist, ja gefeiert werden muss.

Das neue Radlager am Bremer Platz gehört auf jeden Fall dazu. Seitdem klar ist, dass trotz der laufenden Arbeiten an dem Bauvorhaben Hansator die Ostseite des Hauptbahnhofs einen Zugang behält, tummeln sich dort die Fahrräder der Bahnpendler und blockieren sämtliche Bürgersteige – zum Ärger der Fußgänger. Das neue, freilich kostenpflichtige Angebot im dem Parkhaus kann Abhilfe schaffen. Da das Radlager eingezäunt ist, bewacht wird und ein Zugang nur per Chipkarte möglich ist, stehen die Chancen gut, dass die nagelneuen Fahrradständer nicht so schnell vergammeln wie die im Hamburger Tunnel.

Geplant ist das Radlager als „temporäre Einrichtung“ bis zur Fertigstellung der neuen Radstation, die im Gebäude des Hansetors entstehen soll. Vieles spricht aber dafür, dass beide Einrichtungen dauerhaft gebraucht werden. Eben weil die Nachfrage so groß ist.

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