Aktionstag der Behindertenverbände
Teilhabe für alle noch nicht selbstverständlich

Münster -

Das Thema „Teilhabe für alle“ stand im Mittelpunkt eines Aktions- und Informationstages der Vereine, Verbände von Menschen mit Behinderungen und Selbsthilfegruppen in der Stadtwerke-Mehrzweckhalle. Eine Erkenntnis: In Münster ist noch viel zu tun.

Mittwoch, 11.09.2019, 15:00 Uhr
In der Stadtwerke-Mehrzweckhalle informierten am Dienstag Vereine und Selbsthilfegruppen über ihr facettenreiches Angebot für Menschen mit Behinderungen.
In der Stadtwerke-Mehrzweckhalle informierten am Dienstag Vereine und Selbsthilfegruppen über ihr facettenreiches Angebot für Menschen mit Behinderungen. Foto: hpe

Der abgesenkte Bordstein, ein ebenerdiger Zugang zum Bus, Rampen statt Treppen vor den Ämtern und Zuwendung statt Gleichgültigkeit: Seit zehn Jahren gilt in Deutschland die UN-Behindertenrechtskonvention, die eine gleichberechtigte Teilhabe und Chancengleichheit statt Diskriminierung ermöglichen soll. Geschehen ist aber nach Ansicht der Betroffenen noch viel zu wenig.

„Teilhabe für alle!?“ stand deshalb auch als Forderung und gleichzeitig Fragestellung im Mittelpunkt eines Aktionstages der Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen am Dienstag in der Stadtwerkehalle.

Betroffene sollen mitbestimmen

„Auch nach zehn Jahren ist Teilhabe längst noch nicht überall selbstverständlich. In Münster gibt es noch viel zu tun, damit Menschen mit Behinderungen überall gleichberechtigt am Leben in der Stadt teilnehmen können“, so die Kommissions-Vorsitzende Marianne Koch in ihrem Grußwort.

Besonders wichtig sei es, dass Betroffene mitbestimmen, wenn es darum gehe, Münster barrierefreier zu gestalten, meinte Koch vor Vertretern zahlreicher Verbände und Selbsthilfeorganisationen.

"Mehr Aufmerksamkeit"

Handlungsbedarf sieht auch Oberbürgermeister Markus Lewe. „Die Belange von mobilitätseingeschränkten Menschen werden noch immer schnell übersehen. Das beginnt mit der Stadtplanung, wir müssen uns dieser Herausforderung stellen“, so das Stadtoberhaupt. Die Bürger müssten sich „gegenseitig mehr Aufmerksamkeit schenken“, Rücksichtnahme im immer dichteren Straßenverkehr sei dazu wichtig. Lewe: „Allen Menschen, die hier leben, muss das Gefühl von Geborgenheit vermittelt werden. Das nennt man Heimat und ist auch unser aller Anspruch.“

Gemeinsam mit dem Sozialamt, der Selbsthilfe-Kontaktstelle und den Stadtwerken informierten die Vereine über ihr ehrenamtliches Engagement, in Kurzvorträgen ging es um Teilhabe und die Stadtwerke-Fahrplan-App.

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