Ratspapier zum Musik-Campus
Ouvertüre ohne Glanz

Münster -

Formal wurde das Thema Musik-Campus am Mittwoch in den Rat eingebracht. Inhaltlich ziehen die beiden Bündnispartner CDU und Grüne aber nicht an einem Strang. Das war im Rat deutlich zu spüren.

Donnerstag, 12.09.2019, 19:30 Uhr
Ratspapier zum Musik-Campus: Ouvertüre ohne Glanz
Oberbürgermeister Markus Lewe und Münsters CDU haben sich längst auf das Projekt Musik-Campus an der Hittorfstraße festgelegt. Der Bündnispartner Grüne hat ungeachtet dessen noch Fragen zum Kultur- und Bildungsforum auf dem Parkplatz Hörsterstraße. Foto: Christ

Der geplante Grundsatzbeschluss der Stadt Münster zum Musik-Campus, den der Rat am 9. Oktober fällen soll, trägt den überschwänglichen Titel „Ouvertüre für ein deutschlandweit einmaliges Projekt“. Als die 126 Seiten starke Beschlussvorlage am Mittwochabend im Rat eingebracht wurde, herrschte indes keine Festtagsstimmung. Vielmehr konnte man schwarz-grüne Disharmonien heraushören.

Oberbürgermeister Markus Lewe ( CDU ) ging in seiner Haushaltsrede, Tagesordnungspunkt zehn der Ratssitzung, umfassend auf den Musik-Campus an der Hittorfstraße ein, lobte das „Leuchtturm-Projekt“, schwärmte von der „erstklassigen Adresse für Konzerte“, freute sich aber auch auf „wissenschaftliche Konferenzen der WWU im internationalen Format“.

Noch viele offene Fragen

Sodann gab es einen satten Applaus bei der CDU-Ratsfraktion. Beim Bündnispartner Grüne indes regte sich keine Hand, geschäftsmäßig ging der Blick der Ratsmitglieder ins Leere.

Unter Tagesordnungspunkt elf stand der Musik-Campus selbst auf dem Programm. Als erste Rednerin kam die GAL-Ratsfrau Dr. Petra Diekmann zu Wort, auch der Linke Rüdiger Sagel meldete einen Wortbeitrag an. Diekmann betonte, dass sich das Konzept des Musik-Campus klar von der 2008 per Bürgerentscheid gestoppten Musikhalle unterscheide, man unterstütze die geplante Zusammenarbeit zwischen Sinfonieorchester, Musikschule und Musikhochschule. Gleichwohl gebe es noch viele Fragen . . .

Unüblicher Vorgang

Kaum hatte sie dies gesagt, da stellte der CDU-Fraktionschef Stefan Weber einen Antrag auf Schluss der Debatte. Bei der Einbringung von Beschlussvorlagen sei es unüblich, darüber zu diskutieren. Dazu bestehe noch ausreichend Gelegenheit in diversen Gremien. Kurze Abstimmung, dann wurde der Tagesordnungspunkt beendet.

Noch am Abend der Ratssitzung, genauer gesagt um 22.02 Uhr, ließen die Grünen unserer Redaktion „Fragen und Anmerkungen“ zum Musik-Campus zukommen, die sie zuvor Oberbürgermeister Markus Lewe übermittelt hatten. Ein Papier der grünen Ratsfraktion wohlgemerkt, nicht des schwarz-grünen Ratsbündnisses. Darin beklagen sich die Grünen unter anderem darüber, dass in den Ratsunterlagen eine Auflistung der Vor- und Nachteile eines „Kultur- und Bildungsforums auf dem Hörsterplatz“ fehle. Da ist es wieder, das bisherige Lieblingsprojekt der Grünen, die Zusammenführung von Konzerthalle, Sinfonieorchester, Musikschule und Volkshochschule in einem Neubau im Martiniviertel.

Es scheint, als hätten Grüne und Schwarze noch viel zu bereden.

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