Kleingartenanlage feiert Jubiläum
100 Jahre Lebensfreude im Grünen

Münster -

Ursprünglich hatten Kleingartenanlagen einen ganz praktischen Nutzen: nämlich sich mit frischem Obst und Gemüse versorgen zu können. Angesichts zweier großer Kriege im 20. Jahrhundert eine gute Idee. Daran erinnerte auch Thomas Hilgemeier am Sonntag bei einer Feierstunde zum 100. Geburtstag der Kleingartenanlage Lebensfreude Post.

Sonntag, 15.09.2019, 21:00 Uhr
Markus Lewe, Thomas Hilgemeier und Horst Stronk (v.l.) waren nicht die einzigen, die zum 100. Geburtstag der Kleingartenanlage Lebensfreude Post gratulierten.
Markus Lewe, Thomas Hilgemeier und Horst Stronk (v.l.) waren nicht die einzigen, die zum 100. Geburtstag der Kleingartenanlage Lebensfreude Post gratulierten. Foto: Claus Röttig

Älterwerden bedeutet sich bewegen zu müssen: Davon kann die Kleingartenanlage Lebensfreude Post ein Lied singen. Denn sie feiert nicht nur ihren 100. Geburtstag, sondern blickt auch auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Davon berichtete der Vorsitzende Thomas Hilgemeier bei einer Feierstunde, zu der auch Oberbürgermeister Markus Lewe gekommen war.

„Damals, 1919, nach den Wirren des Ersten Weltkrieges , brauchten die Menschen eine Möglichkeit, sich mit frischem Gemüse und Obst zu versorgen.“ So sei von Postbeamten eine Produktionsgenossenschaft gegründet worden, die sich nach und nach zum Kleingartenverein entwickelt habe. „Dabei war die Anlage längst nicht immer an der gleichen Stelle.“ Im Zweiten Weltkrieg zerbombt, kam der letzte große Einschnitt 1993. „Damals wurde die Umgehungsstraße ausgebaut und wir mussten weichen.“

Oberbürgermeister Lewe betonte die Bedeutung der Kleingärtner in allen Bereichen. „Natürlich findet man sich zusammen, um Gemeinschaft zu erleben und sich mit frischem und ökologischem Gemüse zu versorgen.“ Doch wenn er einen Blick auf die moderne Städteplanung werfe, in der immer die Rede von ökologischen Räumen oder Integration sei, betone er: „Das machen die Kleingärtner doch schon längst.“ Das gilt auch für die Lebensfreude Post. „Wir haben beispielsweise eine große portugiesische Gemeinde in unserer rund 100 Gärten großen Anlage“, verriet der Vorsitzende.

Um dem Jubiläum einen passenden Rahmen zu verleihen, war nicht nur Horst Stronk, der Vorsitzende des Stadt- und Bezirksverbandes der Kleingärtner, mit einer Urkunde vorbeigekommen: Vielmehr durften alle gleich eine Zeitreise in das Gründungsjahr unternehmen. „Wir haben bei der Auswahl des Programms auf Spiele und Attraktionen von 1919 zurückgegriffen“, so Hilgemeier.

So warteten unter anderem ein Kasperletheater auf die jungen Gäste und Losverkäufer in klassischen Gewändern. Für die musikalische Begleitung sorgte Galaxy, das Blechbläserensemble der Westfälischen Schule für Musik.

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