Alex-Talk zum Thema Demenz
Gesunder Lebensstil kann helfen

Münster -

Gegen Demenz gibt es bisher immer noch keine wirksame medizinische Therapie. Beim Alex-Talk, einer Veranstaltungsreihe der Alexianer in Kooperation mit unserer Zeitung, erläutert Oberärztin Stefanie Oberfeld, was man trotzdem vorbeugend tun kann.

Freitag, 20.09.2019, 09:00 Uhr
Vor rund 120 Interessierten gab die Demenzbeauftragte der Ärztekammer Westfalen-Lippe und Alexianer-Oberärztin Stefanie Oberfeld (kl. Bild) aktuelle Informationen zum Thema Demenz. WN-Redakteur Stefan Werding moderierte die Veranstaltung.
Vor rund 120 Interessierten gab die Demenzbeauftragte der Ärztekammer Westfalen-Lippe und Alexianer-Oberärztin Stefanie Oberfeld (kl. Bild) aktuelle Informationen zum Thema Demenz. WN-Redakteur Stefan Werding moderierte die Veranstaltung. Foto: Anja Große Wöstmann

„Ich würde genauso weiterleben wie bisher“, lautete die klare Botschaft von Stefanie Oberfeld auf die Frage, was man schon heute vorbeugend gegen eine Demenzerkrankung tun könne.

„Denn tatsächlich haben wir im Moment noch immer nichts, was die Erkrankung heilen kann und damit bleibt ein gesunder Lebensstil wie so oft die beste Vorbeugung“, verdeutlichte die Demenzbeauftragte der Ärztekammer Westfalen-Lippe den Interessierten.

Die aktuelle Behandlung konzentriere sich somit nach wie vor auf das Kranksein und nicht auf die Krankheit selbst.

Gleichwohl zeigte die voll besetzte Alexianer-Waschküche mit rund 120 Gästen, dass die Angst vor der „Erkrankung des Vergessens“ und damit das Interesse an wirksamen Therapien ungebrochen groß ist. „Fast jeder zweite Deutsche hat Angst, an Demenz zu erkranken“, unterstrich die im Gerontopsychiatrischen Zentrum praktizierte Oberärztin und betonte: „Es ist in erster Linie die Angst vor dem schleichenden Verlust der autobiografischen Identität und Persönlichkeit sowie die Angst vor der vollständigen Abhängigkeit von Dritten, die uns dabei am meisten belastet.“

Beides gehe oft mit Schamgefühlen und noch immer spürbarer Tabuisierung der Krankheit einher. „Dabei gibt es gar keinen Grund, sich oder den Angehörigen zu verstecken. Denn die Würde und auch der Respekt vor der Lebensleistung bestehen doch fort“, ermunterte die Expertin zum offenen Umgang mit der Erkrankung. In anschaulicher Weise skizzierte die Alexianer-Expertin an drei Fallbeispielen die verschiedenen Formen von Demenz und deren Symptome.

Was hilft nach aktuellem Stand wirklich verlässlich zur Vorbeugung? „Ein gesunder Lebensstil mit guter Ernährung, viel Bewegung und guten sozialen Kontakten“, empfahl die Expertin. Zudem sei eine intensive Bildung in jüngeren Jahren von Vorteil, weil das die Chance auf genügend kognitiver Reserven im Alter erhöhe.

Und an die anwesenden bereits pflegenden Angehörigen ging der Rat: „Sie sind das Spiegelbild des Erkrankten und damit für uns ein wichtiger Teil der Therapie.“

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