Missbrauchs-Prozess
Mitangeklagter rückt in den Mittelpunkt

Münster -

Drei Männer stehen wegen schwerem sexuellen Missbrauch von Kindern vor Gericht. Doch der Prozess scheint sich in die Länge zu ziehen, denn der 50-jährige Münsteraner könnte für die Tatzeit, die sich bislang nicht genau eingrenzen ließ, ein Alibi haben.

Montag, 23.09.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 23.09.2019, 18:10 Uhr
Vor dem Landgericht Münster wurde am Montag der Prozess gegen drei Männer wegen schwerem sexuellen Missbrauch fortgesetzt.  
Vor dem Landgericht Münster wurde am Montag der Prozess gegen drei Männer wegen schwerem sexuellen Missbrauch fortgesetzt.   Foto: Rieke Tombült

Guter Rat sei nun teuer, sagt die Vorsitzende Richterin am Montagmorgen. Wenig später spricht sie ob der „neuen Entwicklung“ von einem „wackeligen Stadium“. Während bislang kaum etwas von dem Prozess gegen drei Angeklagte, denen schwerer sexueller Missbrauch von Kindern vorgeworfen wird, an die Öffentlichkeit gelangt ist, wird am fünften Prozesstag deutlich, dass es zumindest im Bezug auf den 50-jährigen mitangeklagten Münsteraner neue Erkenntnisse geben könnte.

Aus diesem Grund sind für den Prozess, den die Kammer vor zwei Verhandlungstagen noch straffen wollte, mittlerweile eine Reihe von Zusatzterminen angesetzt worden. Offenbar hat sich ein weiterer jugendlicher Zeuge gefunden, von dessen Aussage sich die Kammer neue, vor allem zeitliche Erkenntnisse erwartet.

Ehemaliger Arbeitgeber im Zeugenstand

Passend dazu wird am Montag auch der ehemalige Arbeitgeber des mitangeklagten Münsteraners befragt. Arbeitszeitprotokolle werden verlesen – im Zentrum der Befragung steht aber, ob es dem Münsteraner möglich gewesen sei, während seiner Arbeit in Nottuln in seiner Wohnung in Münster die ihm vorgeworfene Straftat begangen zu haben.

Der Münsteraner habe sich per Stempeluhr auf seiner Arbeitsstätte, einem Tankstellen-Bistro, einchecken müssen. Auch für die Kasse sei eine persönliche Anmeldung erforderlich, sagt der ehemalige Vorgesetzte. Ausschließen will der es aber nicht, dass jemand den Arbeitsplatz verlassen könnte – allerdings nicht, ohne dass es jemand im Team bemerken würde. Auffällig auch, dass immer wieder Fragen zum Äußeren des Angeklagten zum Tatzeitpunkt gestellt werden.

Kinder müssen erneut aussagen

Am Mittwoch sollen die beiden Kinder, die bereits zwei Mal ausgesagt haben, wieder in den Zeugenstand gerufen werden. Auch der offenbar neue Zeuge könnte dann geladen werden.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6954003?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
Starker Anstieg der Mäusepopulation im Münsterland
Rötelmäuse wie diese übertragen das Hantavirus.
Nachrichten-Ticker