Sonderausstellung eröffnet
Nützliche und schädliche „Beziehungskisten“ im Naturkundemuseum

Münster -

„Beziehungskisten“ gibt es nicht nur unter Menschen – sondern überall in der Natur. Eine neue Ausstellung im Naturkundemuseum gewährt Einblicke, die zum Nachdenken anregen.

Mittwoch, 25.09.2019, 06:45 Uhr aktualisiert: 25.09.2019, 09:34 Uhr
Die neue Sonderausstellung „Beziehungskisten – Formen des Zusammenlebens in der Natur“ im LWL-Museum für Naturkunde auf der Sentruper Höhe zeigt ab Mittwoch auf 560 Quadratmetern die vielfältigen Formen und Facetten des Zusammenlebens und schärft so den Blick für „Beziehungskisten“ in der direkten Umwelt.
Die neue Sonderausstellung „Beziehungskisten – Formen des Zusammenlebens in der Natur“ im LWL-Museum für Naturkunde auf der Sentruper Höhe zeigt ab Mittwoch auf 560 Quadratmetern die vielfältigen Formen und Facetten des Zusammenlebens und schärft so den Blick für „Beziehungskisten“ in der direkten Umwelt. Foto: Jürgen Christ

Ab sofort können „Beziehungskisten“ erfahren werden im LWL-Museum für Naturkunde. Die neue Ausstellung lädt ein zum Riechen, Anfassen, Ausprobieren, Spielen, Suchen, Raten, Lesen, Zuhören und auf diese Art und Weise viel über Formen des Zusammenlebens in der Natur zu entdecken.

17 Tastmodelle, 31 Medien- und 14 Mitmach-Stationen sowie zehn Ratekisten haben die beiden Kuratorinnen Lisa Klepfer und Dr. Michaela Klösener in zweijähriger Arbeit entworfen. 890 Objekte zeigen Beziehungen im Großen und Kleinen zwischen Pflanzen, Tieren, Menschen und Mikroorganismen sowie zum Nutzen oder zum Schaden – und nicht zuletzt hinterfragen sie unsere Einstellung dazu.

Verblüffend echt wirkende Modelle

Die große Kunst für die Kuratorinnen bestand darin, bei dem breiten Thema eine Auswahl zu treffen, die viele Facetten widerspiegelt. Ihnen ist es gelungen, alles überschaubar zu gliedern und den Besucher nicht zu überfrachten. Abwechslungs­reich lässt sich erfahren, wie temporäre und dauerhafte Gemeinschaften, aber auch nützliche und schädliche aussehen.

Sogar alternativen menschlichen Wohngemeinschaften ist eine Foto-Audio-Wand gewidmet. Aus aktuellen Gründen hat es der Eichenprozessionsspinner ebenfalls hierhin geschafft, zum Glück nur als harmloses, wenn auch verblüffend echt wirkendes Modell.

Sonderausstellung: Formen des Zusammenlebens in der Natur

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  • Eichenprozessionsspinner als Blickfang: Im Naturkundemuseum ist eine neue Sonderausstellung eröffnet worden.

    Foto: Jürgen Christ
  • Zecke, Floh (im Bild beim Auspacken des Exponats im Juli) und Laus sind in hundertfacher Vergrößerung im Naturkundemuseum zu sehen.

    Foto: LWL/Heimann
  • Das LWL-Museum für Naturkunde in Münster beschäftigt sich ab Mittwoch (25.9.2019) in einer Ausstellung mit „Beziehungskisten“.

    Foto: Jürgen Christ
  • Die Sonderschau geht den Formen des Zusammenlebens in der Natur nach und bietet den Blick auf die „ausgeklügelten Strategien der Natur“, kündigte der Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, Matthias Löb, an.

    Foto: Jürgen Christ
  • Auf 560 Qua­dratmetern lernen Besucher verschiedene Lebensgemeinschaften kennen – zwischen Tieren und Menschen sowie zwischen Pflanzen bis hin zu winzigen Mikroorganismen. Aus aktuellen Gründen hat es der Eichenprozessionsspinner ebenfalls hierhin geschafft, zum Glück nur als harmloses, wenn auch verblüffend echt wirkendes Modell.

    Foto: Jürgen Christ
  • Die Schau ist in zehn Themenbereiche untergliedert und läuft bis September 2020.

    Foto: Jürgen Christ
  • 17 Tastmodelle, 31 Medien- und 14 Mitmach-Stationen sowie zehn Ratekisten haben die beiden Kuratorinnen Lisa Klepfer und Dr. Michaela Klösener in zweijähriger Arbeit entworfen.

    Foto: Jürgen Christ
  • 890 Objekte zeigen Beziehungen im Großen und Kleinen zwischen Pflanzen, Tieren, Menschen und Mikroorganismen sowie zum Nutzen oder zum Schaden – und nicht zuletzt hinterfragen sie unsere Einstellung dazu.

    Foto: Jürgen Christ
  • Viele Kooperationspartner halfen bei der Umsetzung. Mitarbeiter der Universität Münster machten Bakterien sichtbar, wo sie sich in unserem Alltag verbergen.

    Foto: Jürgen Christ
  • FH-Designstudenten gestalteten Bildtafeln. Hundertfach vergrößerte Parasiten im „Gruselkino“ sind ekelhaft und faszinierend gleichzeitig.

    Foto: Jürgen Christ
  • Wir lieben und verwöhnen Haustiere, und pferchen Nutztiere in enge Ställe – das wird nebeneinander dargestellt und macht unweigerlich nachdenklich.

    Foto: Jürgen Christ
  • Foto: Jürgen Christ
  • Für Sehbehinderte oder blinde Menschen gibt es Audiodeskription und spezielle Führungen. Audioguides werden neben Deutsch auch auf Englisch und Niederländisch angeboten.

    Foto: Jürgen Christ
  • Die Ausstellung läuft bis zum 27. September 2020 im LWL-Naturkundemuseum, Sentruper Straße 285.

    Foto: Jürgen Christ
  • Foto: Jürgen Christ
  • Foto: Jürgen Christ
  • Foto: Jürgen Christ
  • Foto: Jürgen Christ

„Gruselkino“ und Ungleichbehandlung

Viele Kooperationspartner halfen bei der Umsetzung. Mitarbeiter der Universität Münster machten Bakterien sichtbar, wo sie sich in unserem Alltag verbergen. FH-Designstudenten gestalteten Bildtafeln. Hundertfach vergrößerte Parasiten im „Gruselkino“ sind ekelhaft und faszinierend gleichzeitig.

Wir lieben und verwöhnen Haustiere, und pferchen Nutztiere in enge Ställe – das wird nebeneinander dargestellt und macht unweigerlich nachdenklich.

Kinder kostenlos

„Super spannend“, beurteilt Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger (LWL-Kulturdezernentin) die neue Ausstellung und wies auf die Möglichkeit hin, dass Kinder- und Jugendgruppen kostenfrei die Ausstellung besuchen können inklusive Fahrtkostenerstattung per Antrag. Museumsdirektor Dr. Jan Ole Kriegs würdigte den Einsatz der Präparatoren, Museumsfotografen und -maler. „Sehr arbeitsreich“ seien die Vorbereitungen gewesen, doch sie hätten ebenso „viel Spaß gemacht“. Die Begeisterung der LWL-Mitarbeiter übertrug sich beim ersten Rundgang schnell auf die Gäste.

Dieser besondere Einblick in die Natur kann anschließend vor der eigenen Haustür fortgesetzt werden, wobei ein Begleitbuch hilft, das Thema zu vertiefen.

Infos zur Ausstellung

Für Sehbehinderte oder blinde Menschen gibt es Audiodeskription und spezielle Führungen. Audioguides werden neben Deutsch auch auf Englisch und Niederländisch angeboten.

Die Ausstellung läuft bis zum 27. September 2020 im LWL-Naturkundemuseum, Sentruper Straße 285.

Nähere Informationen unter www.beziehungskisten.lwl.org

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