Die Baugebiete von morgen
Stadt kauft fast 100 Hektar Grund innerhalb von zwölf Monaten

Münster -

Die Stadt Münster auf Einkaufstour: Um neue Baugebiete anschieben zu können, muss im großen Stil Grund angekauft werden. Details wurden auf einer Pressekonferenz bekannt gegeben.

Donnerstag, 26.09.2019, 17:15 Uhr aktualisiert: 26.09.2019, 20:39 Uhr
Fast 100 Hektar Grund konnte die Stadt Münster innerhalb eines Jahres erwerben. Der größte Brocken dabei ist die Fläche nördlich der Straße Osttor in Hiltrup. Darüber freuen sich Immobiliendezernent Matthias Peck (kleines Foto, l.) und Amtsleiter Andreas Nienaber.
Fast 100 Hektar Grund konnte die Stadt Münster innerhalb eines Jahres erwerben. Der größte Brocken dabei ist die Fläche nördlich der Straße Osttor in Hiltrup. Darüber freuen sich Immobiliendezernent Matthias Peck (kleines Foto, l.) und Amtsleiter Andreas Nienaber. Foto: Grafik: Jürgen Christ

Fünf Jahre ist es jetzt her, dass die Stadt Münster das Konzept der „Sozialgerechten Bodennutzung“ beschlossen hat, um Investoren zu zwingen, bei Neubauvorhaben auch Sozialwohnungen zu berücksichtigen. Eine der Regelungen besagt, dass in den Außenstadtteilen Neubauquartiere nur an den Start gehen können, wenn sich mindestens die Hälfte der Fläche in städtischer Hand befindet und preisdämpfend vermarktet werden kann.

„Dann wird euch niemand mehr Grund verkaufen“, erinnerte Münsters Wohnungsdezernent Matthias Peck am Donnerstag bei einem Pressegespräch an die Unkenrufe, die im Gefolge dieser Regelung durch die Stadt geisterten.

Genau das Gegenteil sei inzwischen eingetreten, so Peck weiter: Allein in den vergangenen zwölf Monaten konnte das städtische Amt für Immobilienmanagement nach seinen Angaben mehr als 100 Hektar Land ankaufen. Mehr als die Hälfte davon soll demnächst für den Wohnungsbau zur Verfügung stehen, darüber hinaus geht es um Flächen für die Erweiterung von Sportplätzen, um Erholungsflächen oder schlicht um Flächen, welche die Stadt als Tausch- oder Ausgleichsflächen benötige. Mit diesem Erfolg, so Peck, sei der Nachweis erbracht, dass die städtische Vorgabe eben nicht das Immobiliengeschäft verhagelt habe.

Gesteckte Marke wird übersprungen

Die dicksten Brocken beim Ankauf sind Flächen in Nienberge (Bereich Feldstiege), Handorf (Kötterstraße), Wolbeck (Berdel) und Hiltrup (nördlich der Straße Osttor). In diesen Quartieren möchte die Stadt Münster in den kommenden Jahren insgesamt 2200 Wohnungen bauen, 600 in Nienberge, jeweils 300 in Handorf und Wolbeck sowie 1000 in Hiltrup. Neben den beiden Konversionsflächen (York-Kaserne und Oxford-Kaserne) werden hier die Schwerpunkte des Wohnungsbaus liegen.

Stolz verkündete Andreas Nienaber, Leiter des Amtes für Immobilienmanagement, dass Münster in diesem Jahr zum dritten Mal in Folge die selbst gesteckte Marke von mindestens 300 neuen Sozialwohnungen überspringen werde. Zum Hintergrund: Da öffentliche geförderte Wohnungen üblicherweise nach 25 Jahren aus der sogenannten Sozialbindung fallen, muss immer wieder für Ersatz gesorgt werden.

Dass die Nachfrage auch im Eigenheimbereich weiterhin gewaltig ist, konnte das Amt für Immobilienmanagement hautnah im Baugebiet Markweg erleben, wo 37 städtische Grundstücke vergeben wurden. „Uns lagen 2000 Bewerbungen vor“, so Nienaber. Die Vergabe erfolgte nach Kriterien, nicht nach dem Preis.

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