Diskussion über neues Kita-Gesetz
Und wo bleibt das Kindeswohl?

Münster -

Weil sich der Referent um eine Stunde verspätete, „musste“ der CDU-Ratsherr Jens Heinemann selbst einspringen und mit Erzieherinnen über das neue Kibiz-Gesetz diskutieren. Eine spannende Angelegenheit . . .

Samstag, 28.09.2019, 14:00 Uhr
 Schild an einer Kindertagesstätte
 Schild an einer Kindertagesstätte Foto: dpa

Unverhofft kommt oft. Da staunte der CDU-Ratsherr Jens Heinemann nicht schlecht, als er am Donnerstagabend mit rund 25 Erzieherinnen (und auch ein Mann war dabei) im Rathaus saß und mit ihnen über die vielen Probleme in den Kitas diskutierte.

In seiner Funktion als Büroleiter der münsterischen CDU-Landtagsabgeordneten Simone Wendland hatte Heinemann einen Gesprächsabend mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Jens Kamieth zum neuen Kinderbildungsgesetz (Kibiz) organisiert. Doch der Gast aus Düsseldorf verspätete sich um eine geschlagene Stunde.

Also musste Heinemann ran und überbrückte die Stunde, indem er selbst das Gespräch mit den Kita-Bediensteten suchte. Der Ratsherr schlug sich wacker, erlebte aber auch eine Diskussion, die den Kern der aktuellen Situation berührte.

Ratsherr Jens Heinemann (CDU)

Ratsherr Jens Heinemann (CDU) Foto: Matthias Ahlke

Das Ergebnis: Der Trend zu mehr Flexibilität und längeren Öffnungszeiten ist nur sehr bedingt mit dem viel zitierten Kindeswohl vereinbar. Oder wie es eine der anwesenden Erzieherinnen ausdrückte: „Was gut für die Eltern ist, ist nicht automatisch gut für die Kinder.“

Eine andere klagte: „Die Not einer alleinerziehenden Krankenschwester im Schichtdienst können wir nicht durch Kita-Öffnungszeiten bis spät am Abend lösen.“ Vielmehr seien die Arbeitgeber gefordert, familienfreundliche Arbeitszeiten anzubieten.

Sehr hart ging das Kita-Personal zum Beispiel mit der Möglichkeit ins Gericht, dass Kinder in Ferienzeiten zu einer anderen, nicht geschlossenen Kita gebracht werden können. Für das Kind, das in eine komplett unbekannte Umgebung verfrachtet werde, sei dies ebenso unzumutbar wie für das Personal, das ein unbekanntes Kinder zu betreuen habe, hieß es.

Ein hoher Krankenstand, Nachwuchsprobleme, fehlende Neben- und Mehrzweckräume in den Kitas sowie das schlechte öffentliche Ansehen des Erzieherberufes waren weitere Themen.

Als der Profipolitiker Kamieth dann das Gespräch übernahm, ging es um Geld, Trägeranteile, verlängerte Öffnungszeiten und weniger Schließtage. Aber auch jetzt noch blieb die Frage: „Geht es um die Eltern oder um die Kinder?“

Eine Frau meinte gar: „Jedes Kind hat das Recht, auch mal zwei Wochen am Stück mit den Eltern verbringen zu dürfen.“

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