Kolloquium „Handel und Stadt“
Mut zu radikalen Konzepten

Münster -

Aus dem altehrwürdigen St.-Paulus-Dom eine Handelshalle machen? Dafür fand sich selbst beim zweiten Kolloqium „Handel und Stadt“ keine Mehrheit. Und das, obwohl die Teilnehmer zu radikalem Denken regelrecht aufgefordert wurden.

Donnerstag, 03.10.2019, 18:00 Uhr
Diskutierten mit vielen Beispielen (v.l.): Jörg Beste vom Architektur-Forum Rheinland, Christa Reicher, Architekt Marc Hehn, Bernadette Spinnen, Tobias Viehoff von der Kaufmannschaft Münster und Uwe Seibel von der Werbegemeinschaft Paderborn
Diskutierten mit vielen Beispielen (v.l.): Jörg Beste vom Architektur-Forum Rheinland, Christa Reicher, Architekt Marc Hehn, Bernadette Spinnen, Tobias Viehoff von der Kaufmannschaft Münster und Uwe Seibel von der Werbegemeinschaft Paderborn Foto: Andreas Hasenkamp

Ein Appell an radikaleres Denken in der Stadtplanung durchzog den zweiten Teil des städtebaulichen Kolloquiums „Handel und Stadt“. „Strategien für die Zukunft“ lautete nach der Ist-Analyse des ersten Teils die vom Münsterländer Architekten- und Ingenieurverein (MAIV) gestellte Aufgabe. Braucht man noch Handel in der Stadt? Was wären Folgen?

Christa Reicher, Architektin und Städteplanerin der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen , verwies am Dienstag in der Bezirksregierung auf kommende Brüche im Handel: Was bevorstehe, sei ein Wandel so groß wie in den 1930er-Jahren. Das radikale Denken förderte Interessantes zutage, auch in Beiträgen aus dem Publikum von gut 40 Gästen. Da schlug einer vor: „Machen wir aus dem Dom eine Handelshalle!“

Uwe Seibel von der Werbegemeinschaft Paderborn konterte: Die Kirchen hätten eine wichtige Funktion, Ruhe und Abwechslung inmitten des Trubels aus Events und Handel.

Die Erreichbarkeit der Innenstädte wurde ebenso gefordert wie das Zurückdrängen des individuellen Auto-Verkehrs. Dass das Sichern eines attraktiven Kerns anders gehen könnte, darauf wies Reicher hin: Für Aspern, die Seestadt Wiens, habe die Kommune reihenweise die Erdgeschosse von Häusern angemietet und die Nutzung aufgeteilt.

„Stadtgestaltung benötigt radikalere Konzepte“

Man dürfe nicht die aktuelle Nachfrage zum Maßstab machen, so Reicher, sonst lande man immer beim Wohnen, aber nicht bei Zukunftsträchtigem, einem Nutzungs-Mix. Reichers These: „Stadtgestaltung benötigt radikalere Konzepte.“ Etwa Experimente mit Autostraßen, die autofrei zu „linearen Parks“ wurden.

Funktionstrennungen wie Wohngebiet hier, Einkaufszentren dort, führten zur Schlafstadt mit Auto vor der Tür.

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