Tag der offenen Moschee
„Heimat ist mehr als ein Ort“

Münster -

Die Ditip-Moschee am Hauptbahnhof hat zusammen mit dem Arbeitskreis für christlich-muslimische Zusammenarbeit zum Tag der offenen Moschee eingeladen. Zahlreiche Gäste nutzten die Gelegenheit.

Samstag, 05.10.2019, 16:00 Uhr
Am Tag der offenen Moschee konnten Christen und Muslime sich annähern und Interessierte einen Blick in die Ditip-Moschee hinter dem Bahnhof werfen.
Am Tag der offenen Moschee konnten Christen und Muslime sich annähern und Interessierte einen Blick in die Ditib-Moschee hinter dem Bahnhof werfen. Foto: Claus Röttig

Es war mehr als nur ein Treffen der Religionen und der Kulturen: Es war ein Stück Annäherung. Denn die Ditib-Moschee am Hauptbahnhof hatte zusammen mit dem Arbeitskreis für christlich-islamische Zusammenarbeit zum Tag der offenen Moschee eingeladen.

Unter dem Motto „Heimat, mehr als ein Ort“ konnten sich Christen und Muslime auf Augenhöhe begegnen, sich austauschen und waren zum gemeinsamen Gebet eingeladen.

Doch zuvor ließen es sich viele Gäste nicht nehmen, ein Grußwort an das bunt gemischte Publikum zu richten. So betonte Ulf Schlien, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises: „Heimat ist, wo die Menschen mit offenen Augen und Herzen aufeinander zugehen. Unsere Gesellschaft sollte eine solche Heimat werden, in der Menschen in Frieden zusammenleben.“

Auch Ratsherr Richard-Michael Halberstadt, der die Grüße des Oberbürgermeisters überbrachte, betonte in seiner Rede: „Wir dürfen es nicht zulassen, dass es vor Ort in der Gesellschaft zu Ausgrenzung oder Diskriminierung kommt.“ Man müsse die Stimme erheben, wenn eine Minderheit der Gewalt und Willkür ausgesetzt sei.

Der frisch eingeführte Imam Metin Ayar betete mit Gläubigen verschiedener Religionen zwei Suren, während Pfarrer Klaus Wirth den christlichen Teil des kurzen Gebetes übernahm. Auch er berief sich auf den Gedanken der Heimat: „Es wird als ein tragendes Stück der Welt empfunden. Denn wir glaube, dass Gott uns durch den Anderen besonders nah sein will und dass die Anderen ebenfalls ein Teil unserer Heimat sind.“

„Am Anfang war Münster für viele keine Heimat, sondern wir kamen zum Arbeiten“, sagte der Vorsitzende des Integrationsrates, Dr. Ömer Lütfü Yavuz. „Heute ist die Stadt eine zweite Heimat geworden.“ Dabei sei die Vielfältigkeit der Menschen nichts Trennendes, sondern bereichernd.

Anschließend waren alle zu Gesprächen und einer Stärkung mit arabischen Köstlichkeiten eingeladen. Eine Besucherin resümierte: „Bevor man auf das Fremde schimpft, sollte man erst einmal genauer hinschauen.“

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