Personal-Kongress
Angst ist ein schlechter Ratgeber

Münster -

Der Arbeitsmarkt wird enger, gute Fachpersonal weniger. Der Personal-Kongress bot praktische Beispiele, wie Unternehmen erfolgreich agieren können. Referent Johannes Warth warnte davor, im Unternehmen Angst zu verbreiten, dann würden die besten Mitarbeiter gleich einpacken.

Mittwoch, 09.10.2019, 12:00 Uhr
Freuen sich über den großen Zuspruch beim Personal-Kongress (v.l.): Bernd Adamaschek, Thorsten Piening, Johannes Warth, Ann-Katrin Weidling, Myriam Horstmann, Hendrik Hemker, Petra Adamaschek und Prof. Dr. Guido Hertel.
Freuen sich über den großen Zuspruch beim Personal-Kongress (v.l.): Bernd Adamaschek, Thorsten Piening, Johannes Warth, Ann-Katrin Weidling, Myriam Horstmann, Hendrik Hemker, Petra Adamaschek und Prof. Dr. Guido Hertel. Foto: gh

„Fairänderung“ ist nichts Schlimmes, meinte Johannes Warth am Dienstag vor rund 280 Zuhörern im Hotel Mövenpick . Der Vortrag des Schwaben, der sich gerne als Überlebensberater bezeichnet, war ein Erlebnis für sich, denn er zog alle Register, um das Interesse der Gäste beim Thema „Personal“ zu fesseln. An sich ist das Thema nicht neu für Unternehmen, doch die Botschaften der Referenten waren interessant. Es war die dritte Auflage der Reihe „Personal-Kongress Münster“ des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW) Münsterland und des Mitveranstalters Aschendorff Medien.

Jüngste auf der Bühne war Ann-Katrin Weidling von der Firma Weicon. Die 26-Jährige gehört der Geschäftsleitung des Familienunternehmens in Coerde an. Ann-Katrin Weidling präsentierte neue Wege für das „Recruitment“ von Personal. „Herz statt Kopf – Team statt Chef“ lautete ihre Devise. Nicht Zensuren seien entscheidend, betonte Weidling, im Vordergrund stünde die Beziehung zwischen dem Bewerber und dem Team, das nach einem Probearbeiten gemeinsam über die Einstellung entscheidet.

Hendrik Hemker, Geschäftsführer für den Bereich Technik und Produktion der Firma Wecon in Ascheberg, berichtete über die Integration ausländischer Fachkräfte und über ein Projekt mit jungen Menschen aus Kamerun. Von sieben Mitarbeitern aus dem afrikanischen Land habe einer seine Ausbildung beendet und besuche jetzt die Fachhochschule. „Die 20- bis 28-Jährigen kommen sehr gut vorbereitet“, so Hemker. Ein Riesenproblem sei anfänglich nur die gesellschaftliche Integration gewesen, denn auch dafür müsse Sorge getragen werden.

Prof. Dr. Guido Hertel vom Institut für Psychologie der Universität Münster sprach über die Künstliche Intelligenz, die seiner Meinung nach keine Arbeitsplätze vernichten würde. Sie müsste als Chance begriffen werden. Hertel betonte aber auch, dass wir die soziale Kompetenz benötigen“. Thorsten Piening von der Qualitytraffic GmbH Bielefeld-Münster sprach über Veränderungen bei der Jobsuche durch Google. Er riet Unternehmen zur Suchmaschinenwerbung, um auffindbar zu sein. „Das ist das Nonplusultra.“ Ermutiger Johannes Warth erklärte den Zuhörern, dass schnell bei Frust in Unternehmen von Angst geredet würde. Angst aber sei ein schlechter Ratgeber für gute Stimmung, betonte der Wahl-Berliner. Meistens würden bei den ersten Anzeichen der Angst schon die besten Mitarbeiter in Unternehmen einpacken und gehen, andere verfielen in eine Schockstarre, was nicht erfolgsversprechend für ein Unternehmen sei. Wenn in einem Betrieb die Signale nicht mehr hochgehalten würden, so Warth, dann seien die Mitarbeiter meistens orientierungslos.

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