Ratsbeschluss
Münster bringt Musik-Campus auf den Weg

Münster -

Es war kein Baubeschluss, sondern der Beschluss für den Start eines laut Oberbürgermeister Markus Lewe „deutschlandweit einmaligen Projektes“: Nur mit den Stimmen der schwarz-grünen Mehrheit hat der Rat der Stadt Münster am Mittwochabend eine detaillierte Prüfung eines gemeinsamen Musik-Campus von Stadt und Westfälischer Wilhelms-Universität auf den Weg gebracht.

Mittwoch, 09.10.2019, 21:34 Uhr aktualisiert: 09.10.2019, 22:03 Uhr
Ratsbeschluss: Münster bringt Musik-Campus auf den Weg
Foto: Matthias Ahlke

Dort sollen Schüler und Musiker der Westfälischen Schule für Musik , des Sinfonieorchesters der Stadt und der Musikhochschule der Universität lernen und musizieren. Zusätzlich soll die freie Szene Münsters eingebunden werden. Herzstück soll ein Konzertsaal mit 1200 Plätzen sein, der für Kongresse genutzt werden kann.

Münsters Politik tat sich schwer mit dem ersten Ratsbeschluss angesichts einer noch inhaltlich dünnen Sitzungsvorlage, weil zahlreiche Fragen ungeklärt sind. Vor allem ist nicht klar, was der Musik-Campus kosten wird. Eine Investitionssumme von 200 Millionen Euro steht im Raum. Das Land NRW, das großes Interesse an der Realisierung zeigt, soll den Großteil tragen. Der städtische Anteil soll bei 60 bis 80 Millionen Euro liegen.

Neben der Finanzfrage wird nun ein Modell für die Trägerschaft und den Betrieb entwickelt sowie ein Raum- und Nutzungskonzept erstellt. Ein Baubeginn wäre in den Jahren 2023/24 denkbar. Die Standortfrage innerhalb Münsters ist offen. Die Universität favorisiert eines ihrer Grundstücke am Coesfelder Kreuz.

Kommentar

Immerhin ein „Ja, aber“

Wer ein beherztes Ja zu dem zukunftsweisenden Musik-Campus von Stadt und Universität, wo Musiker jeden Alters und jeder Professionalität lernen und spielen sollen, von Münsters Rat erwartet hatte, sah sich getäuscht. Zu viele große Fragen rund um das Millionenprojekt, vor allem die nach den Kosten, ließ die Verwaltung vor dem ersten Beschluss unbeantwortet, zu holprig war der Beratungsgang, inhaltlich zu dünn die Sitzungsvorlage. Das war fahrlässig.

Immerhin kam durch eine dieses Mal disziplinierte schwarz-grünen Mehrheit ein ausreichendes „Ja, aber“ zur Prüfung des deutschlandweit einzigartigen Zusammenspiels von Wissenschaft und Kultur heraus. Sonst wäre Münsters größtes Leuchtturmprojekt der letzten Jahrzehnte geplatzt, bevor es geplant worden wäre.

Das Signal an die Uni, die seit Langem bereit steht, und das Land NRW, das die Millioneninvestition größtenteils trägt, wäre fatal gewesen. Seit Jahren gibt es den Traum vom Musik-Campus. Höchste Zeit, dass die Stadt die Kosten ermittelt, die Finanzierung klärt, ein Träger- und Betreibermodell entwickelt. Und mit Fakten die Politik überzeugt.

Der Musik-Campus benötigt eine breite Mehrheit  – zumal CDU und Grüne, vor allem in der Standortfrage, noch großen Klärungsbedarf haben.

von Ralf Repöhler

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