Keine neuen Eingangsklassen ab 2020/2021
Friedensreich-Hundertwasser-Schule soll auslaufen

Münster -

Die Friedensreich-Hundertwasser-Schule soll zum Schuljahr 2020/2021 auslaufen – wegen zu geringer Anmeldezahlen. Alle Schüler werden aber zu ihren Abschlüssen geführt. Aber wie geht es nun mit der Bildungseinrichtung weiter? Im Gespräch ist die Umwandlung zu einer Gesamtschule.

Donnerstag, 10.10.2019, 11:02 Uhr aktualisiert: 10.10.2019, 12:09 Uhr
Keine neuen Eingangsklassen ab 2020/2021: Friedensreich-Hundertwasser-Schule soll auslaufen
Die Friedensreich-Hundertwasser-Sekundarschule in Roxel soll auslaufen. Foto: sch

Sie führt zu allen Abschlüssen der Sekundarstufe eins, und eines ihrer Markenzeichen ist das längere gemeinsame Lernen: Mit großen Hoffnungen war die städtische Sekundarschule 2012 als neue Schulform in Münster an den Start gegangen. Allein die Akzeptanz der Eltern reichte in all den Jahren nicht aus, heißt es in einer städtischen Pressemitteilung. Daher möchte die Stadt die Friedensreich-Hundertwasser-Schule zum Schuljahr 2020/2021  auslaufend auflösen. Eine entsprechende  Ratsvorlage ist für die Dezember-Sitzung vorgesehen.

Engagiert und mit viel Herzblut hätten Schulleitung, Kollegium und Fachkräfte aus der Sozialpädagogik in den sieben Jahren seit Gründung Unterricht und Schulleben gestaltet, heißt es weiter. In multiprofessionellen Teams wurden Konzepte für optimale Bildung umgesetzt, differenziert nach dem Lerntempo der Kinder unterrichtet, weiterführende Kooperationen angestoßen.

Mindestens 60 Aufnahmen pro Schuljahr

Viele Initiativen liefen im engen Teamwork mit der Schulaufsicht, dem städtischen Amt für Schule und Weiterbildung, mit der Jugendhilfe und anderen Partnern. Vergeblich. Das Gesetz schreibt als Mindestgröße für die Sekundarschule  60 Aufnahmen pro Schuljahr vor, eine Zahl, die in Roxel entweder selten oder gar nicht erreicht wurde.

Trotz aller Anstrengungen bleibt der Zuspruch für diese Schulform aus. Auch Schulleitung und Schulpflegschaft haben das in verschiedenen Gesprächen bestätigt. Die Schulverwaltung schlägt dem Rat daher vor, die Schule auslaufen zu lassen, sodass ab dem kommenden Schuljahr keine Fünftklässler mehr aufgenommen werden.

Ziele können nicht erreicht werden

Das Modell Sekundarschule führt zu allen Abschlüssen der Sekundarstufe eins. In Kooperation mit dem Freiherr-vom-Stein-Gymnasium und Ludwig-Erhard-Berufskolleg ebnet die Schule zugleich  den Weg zum Abitur – das ist Teil des pädagogischen Konzeptes. Voraussetzung dafür ist eine vom Leistungsvermögen ausgewogene Schülerschaft. Der Anteil von Jugendlichen mit gymnasialer Leistungsstärke fehlt der Schule allerdings nahezu komplett. Weder aktuell noch perspektivisch können daher die Ziele der Schulform Sekundarschule erreicht werden.

Wie geht es nun weiter?

Wie geht es nun weiter? Schulträger und Schulaufsicht haben die Lehrerkonferenz über die Pläne am Mittwoch informiert, am gleichen Tag kam auch die Schulkonferenz zusammen. Folgt der Rat in seiner Dezember-Sitzung dem Verwaltungsvorschlag, läuft die Sekundarschule aus. Alle rund 430 Kinder und Jugendliche werden verlässlich bis zu ihrem individuellen Schulabschluss geführt, ab 2020/21 gibt  es jedoch keine neuen Eingangsklassen mehr.             

Kleinräumige Bevölkerungsprognose erwartet 

Aktuell prüfen Stadt und Bezirksregierung die Voraussetzungen für eine dritte städtische Gesamtschule im Roxeler Schulzentrum, in dem die Sekundarschule ihren Standort hat. Für die Stadt Münster liefert dafür die kleinräumige Bevölkerungsprognose wichtige Daten. Sie berechnet die Entwicklung der Bevölkerung nach Altersgruppen auf Stadtteilebenen und soll zum Jahresanfang 2020 vorliegen.

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