Gedenkstunde am Prinzipalmarkt
Münster fühlt mit den Opfern von Halle

Münster -

Mit großer Bestürzung hat die münsterische Stadtgesellschaft auf den antisemitischen Anschlag in Halle/Saale reagiert. Zahlreiche Menschen nahmen am Donnerstagabend an einer Gedenkveranstaltung auf dem Prinzipalmarkt teil.

Donnerstag, 10.10.2019, 21:00 Uhr aktualisiert: 10.10.2019, 21:05 Uhr
Vor der Synagoge in der Klosterstraße stellten Münsteraner Kerzen ab. In Briefen zeigten sie sich bestürzt über den antisemitischen Anschlag in Halle.
Rund 300 Menschen nahmen am Donnerstagabend auf dem Prinzipalmarkt an einer Gedenkveranstaltung für Halle und gegen Antisemitismus teil. Foto: Helmut P. Etzkorn

Zu der Veranstaltung hatte mehr als ein Dutzend Gruppen und Initiativen eingeladen – von der Jungen Union über Junge Liberale, Falken, Jusos und die grüne Kaktus-Jugend bis hin zur Aktion Sühnezeichen und zum Jungen Forum der Deutsch-Israelischen Gesellschaft. „Wir sind tief bestürzt über den antisemitischen Anschlag auf die Synagoge in Halle“, betonten die Veranstalter. Zudem erklärten sie sich solidarisch mit der Jüdischen Gemeinde in Münster.

"Wir halten zusammen"

Deren Vorsteher Sharon Fehr betonte am Donnerstag, dass der Angriff „das Gefühl der zunehmenden Unsicherheit, das sich in den letzten Jahren auch bei Mitgliedern unserer Jüdischen Gemeinde eingeschlichen hat und das wir am liebsten verdrängen würden“, mit dem Anschlag bestätigt habe. Die Tat von Halle bezeichnet er als „zutiefst zu verabscheuenden Anschlag auf unsere Zivilgesellschaft“.

Bestürzt zeigte sich auch Oberbürgermeister Markus Lewe. Auf Facebook schrieb er an Fehr: „Wir lassen uns die Herzlichkeit im Umgang miteinander nicht durch radikalisierte Menschen zerstören. (...) Wir halten zusammen!“

Bereits am Mittwochabend hatten sich die Ratsmitglieder von ihren Sitzen erhoben, um ein Zeichen der Solidarität mit der Jüdischen Gemeinde zu setzen.

Schüsse in Halle

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  • Schwer bewaffnete Täter haben mitten in Halle/Saale zwei Menschen erschossen und die Flucht ergriffen. Die Stadt Halle sprach am Mittwoch von einer «Amoklage».

    Foto: Swen Pförtner/dpa
  • Bei dem Angriff in Halle/Saale legte ein Täter auch selbstgebastelte Sprengsätze vor der Synagoge ab. Der Täter habe versucht, in die Synagoge einzudringen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus Sicherheitskreisen.

    Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa (Archiv-Foto)
  • Außerdem hätten der oder die Täter versucht, das Tor des benachbarten jüdischen Friedhofs aufzuschießen, sagte der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Halle, Max Privorozki. In der Synagoge habe die Gemeinde den höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur gefeiert.

    Foto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa
  • Ein Täter soll in einen nahe gelegenen Döner-Imbiss geschossen haben, wie mehrere Augenzeugen berichteten.

    Foto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa
  • Die Gegend um das Lokal - etwa 600 Meter entfernt von der Synagoge - war abgesperrt. Die Stadt rief die Menschen überall in Halle dazu auf, in Sicherheit in Gebäuden zu bleiben.

    Foto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa
  • Der Generalbundesanwalt zog die Ermittlungen an sich. Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen Mordes von besonderer Bedeutung. Ob es sich um eine antisemitische Tat handelt, sei noch unklar, sagte ein Sprecher.

    Foto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa
  • Die Polizei teilte mit, mehrere bewaffnete Täter seien mit einem Auto auf der Flucht. Am frühen Nachmittag meldete die Polizei die Festnahme einer Person, ohne Details zu nennen.

    Foto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa
  • Die Stadt teilte am frühen Nachmittag mit: «Im Zusammenhang mit einer Amoklage hat Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand den Stab für Außergewöhnliche Ereignisse einberufen.» Alle Rettungskräfte der Feuerwehr seien in Alarmbereitschaft versetzt worden. Die Polizei zog seit den Mittagsstunden alle verfügbaren Kräfte in Sachsen-Anhalt ab und verlegte sie nach Halle.

    Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa
  • Auch in Landsberg, rund 15 Kilometer östlich von Halle, gab es Schüsse, bestätigte eine Polizeisprecherin in Halle. Menschen sollen auch hier Gebäude und Wohnungen nicht verlassen, hieß es.

    Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa
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