Vor 100 Jahren von der Firma Bussmann gebaut
Eine Prachtkutsche aus Münster

Münster -

In einem Kutschenmuseum in Sendenhorst befindet sich ein Fahrzeug, das vor 100 Jahren in Münster gebaut wurde. Über die Werkstatt ist allerdings nichts bekannt. Bernd Höne hofft nun auf Hinweise aus der Bevölkerung.

Montag, 14.10.2019, 08:00 Uhr
Bernd Höne, Gründer und Betreiber des Kutschenmuseums Sendenhorst, mit einer Kutsche, die Anfang vergangenen Jahrhunderts in Münster gebaut wurde.
Bernd Höne, Gründer und Betreiber des Kutschenmuseums Sendenhorst, mit einer Kutsche, die Anfang vergangenen Jahrhunderts in Münster gebaut wurde. Foto: privat

Mehr als 100 Kutschen hat Bernd Höne in den vergangenen Jahrzehnten erworben, restauriert und danach zum Teil wieder weiterverkauft. Heute besitzt er noch 22 Fahrzeuge, sie können in dem von ihm gegründeten Kutschenmuseum in Sendenhorst besichtigt werden.

Eines seiner schönsten Ausstellungsstücke stammt aus Münster. Höne hat die Kutsche vor mehr als 40 Jahren bei einem Telgter Bauern gekauft. Vor dem Zweiten Weltkrieg diente sie dem Verwaltungschef des dortigen Krankenhauses als Dienstfahrzeug, bereits vor dem Ersten Weltkrieg wurde sie laut Höne von dem Krankenhaus direkt beim Kutschenbauer in Münster erworben.

Unterstützung durch Leser

An den Narben der Räder kann man ablesen, wo das Gefährt einst gebaut wurde: beim Unternehmen August Bussmann in Münster. Doch bis heute konnte Höne nichts über diese Firma herausfinden. Auch Recherchen unserer Zeitung verliefen bislang erfolglos. Höne hofft daher nun auf die Unterstützung unserer Leser: Wer hat Informationen über die Kutschenbau-Firma August Bussmann? Gibt es womöglich noch historische Fotos?

„Die Kutsche ist zwischen 1900 und 1910 gebaut worden“, schätzt Höne. Bei dem Modell handelt es sich um einen sogenannten „Dogcart“, einen Hundewagen, wie er zu jener Zeit vor allem in England weit verbreitet gewesen ist. „Mit solchen Kutschen fuhr man zur Jagd. Die Hunde kamen in den Kasten, auf dem sich die Sitze befinden“, erläutert Höne. Die Frage, ob das den Hunden gefiel, wurde zu jener Zeit noch nicht gestellt.

Kutsche als Statussymbol

„Solche Kutschen wurden vor allem von Geschäftsleuten, wohlhabenden Bauern und Ärzten gefahren“, sagt der Experte – also Menschen, die sich ein rund 300 Goldmark teures Gefährt leisten konnten. „Das war ein Statussymbol.“

Mehr als 1000 Mark hat Höne in den Siebzigern in die Restaurierung der Kutsche investiert. „Heute“, sagt er, „ist sie meine Lieblingskutsche.“ Deshalb habe er sie auch nicht weiterverkauft.

In seinem kleinen Museum kann sie besichtigt werden (Anmeldung unter ✆  0 25 26/14 79). Die Kutsche ist die einzige in seiner Sammlung, die von August Bussmann in Münster stammt – jenem Unternehmen, über das er so gerne mehr erfahren würde.

Zum Thema

Wer etwas über die Firma August Bussmann weiß, kann sich unter ' 02526/1479 direkt an Bernd Höne wenden.

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