37. Auflage von „Altstadt live“
Wenn Tische zu Tanzflächen werden

Münster -

Das Rezept ist einfach und deshalb so gut: Live-Musik, kalte Getränke, nette Locations. Mehr braucht es nicht, um auch die 37. Auflage von „Altstadt live“ zu einem stimmungvollen Abend zu machen. Besonders interessant sind die Geschichten und Anekdoten am Rande der Party-Nacht.  

Samstag, 19.10.2019, 11:40 Uhr aktualisiert: 19.10.2019, 11:51 Uhr
37. Auflage von „Altstadt live“: Wenn Tische zu Tanzflächen werden
In Between coverten bekannte Hits von Coldplay, The Police und anderen in der Mokel Bar am Rosenplatz. Foto: Pjer Biederstädt

Der erste Takt ist kaum verklungen, schon brandet in der „Cavete“ an der Kreuzstraße Jubel auf. Undercover steigt am Freitagabend mit „Let Me Entertain You“ von Robbie Williams in die 37. Auflage von „ Altstadt live “ ein. Und das erweist sich als Volltreffer: In der Studentenkneipe zündet die Menge gegen 20.30 Uhr von Null auf Hundert. Das Motto für den Abend im Kuhviertel ist schnell klar: Vollgas!

„Gestern noch in Tunesien, heute schon wieder in Münster“, begrüßt Undercover-Rockröhre Kai Brentjes nach dem Auftakt die Menge. Anlässlich der 50-jährigen Städtepartnerschaft zwischen Münster und Monastir waren die Cover-Spezialisten nach Tunesien gereist. Frontfrau Nadine Schröder ist froh, pünktlich zum Gig bei „Altstadt live“ wieder da zu sein. „Wir sind ja eigentlich immer dabei. Stamm-Band sozusagen“, sagt sie.

Oasis geht immer

Nur einen Steinwurf entfernt in der Ende 2018 eröffneten „Mokel Bar“ am Rosenplatz covern In Between gerade „Every Breath you take“ von The Police, als Carsten Kreimer versucht, 15 Menschen in der sehr gut gefüllten Bar für ein Gruppenfoto zu positionieren. Sie alle gehören zum Verein „Laufen gegen Leiden“, ein veganer Laufsport-Treff, und halten gerade ihr Regionaltreffen ab. „Von der Live-Musik haben wir erst erfahren, als wir den Tisch gebucht haben. Aber umso besser“, sagt Kreimer.

37. Auflage von "Altstadt live"

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Zurück in die Kreuzstraße: Nur bis zum Türrahmen kommt man in der „Ziege“. Der schmale Laden ist rappelvoll, die Stimmung feuchtfröhlich. Sonic Empire transportieren das Epochale von Oasis „Don’t Look Back in Anger“ meisterhaft. 

Anti Preußen? Quatsch!

Dass das Publikum von „Altstadt live“ nicht mehr nur studentisch ist – so einst das Konzept der Macher Bernd Redeker und Reiner Schlag –, zeigt sich nicht nur in der „Ziege“. In der Bar „Buddenturm“ locken God hates Green ebenfalls ältere Nachtschwärmer an. Im Gegensatz zu den meisten anderen der zwölf Lokale wird im „Buddenturm“ kaum gecovert. Das Rocker-Trio Carsten Nas, Günter Mond und Christian Michel spielt eigene Songs. Und hat außerdem ganz eigene Anekdoten im Gepäck.

Immer wieder würden sie nach dem Bandnamen gefragt, sagt Günter Mond. Klar, da steckt eine Geschichte dahinter, aber „wir lassen den Zuhörern freie Interpretation“, sagt Mond. Das führt aber auch mal zu skurrilen Deutungen. „Neulich haben uns Preußen-Fans vorgeworfen, unser Name würde sich gegen den Verein richten“, erzählt Mond. Ist natürlich Quatsch, schiebt er hinterher. 

Davidwache kocht über

Szenenwechsel: Gegen 21.30 Uhr wird es in allen Kneipen merklich voller, wenn das noch geht. Ray Pasnens wahnsinnig gute Stimme dringt trotz vieler Nebengeräusche in jeden Winkel der Bar „Himmel & Hölle“. In der „Davidwache“ müssen Middle Excess aufpassen, dass die Menge nicht auf die Bühne gedrückt wird. Spätestens als die drei Vollblut-Mucker noch „The Voice of Münsterland“-Gewinnerin Marie-Luise Reuther auf die Bühne holen und zusammen Queen-Hits zum Besten geben, kocht der Laden über.

Noch voller ist es nur in der „Gorilla Bar“. Wie in der U-Bahn in Tokio zur Rushhour schieben sich die Menschen zwischen Bar und Bühne hin und her. Wer sich mit Kamera-Equipment bis ganz nach vorne durchkämpft, dem komponieren „Die bekloppten Hunde“ aus dem Stegreif mal eben ein Lied. Es wird getrunken, es wird getanzt. Als die beiden Musiker dann auch noch Joshs Hit „Cordula Grün“ anstimmen, steigt der Mitgröl-Faktor schlagartig. Tische werden zur Tanzfläche, die Arme fliegen in die Luft – jetzt ist Abriss, bis spät in die Nacht.

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