Verschenktag der Initiative „LoWi“
Ein Flohmarkt ohne Verkäufer und ohne Kassen

Münster -

Der Bewohnertreff am Dahlweg verwandelte sich am Samstag in einen Flohmarkt ohne Verkäufer und ohne Kassen. Die Initiative „LoWi“ hatte zu einem Verschenktag eingeladen. Dahinter steckt die Idee, dass es auch ein Leben ohne Geldwährung geben könnte.

Sonntag, 20.10.2019, 18:00 Uhr
Alexandra Künnen (l.) und Anne Berenskötter brachten etwas für den Verschenktag mit und suchten sich dann etwas aus.
Alexandra Künnen (l.) und Anne Berenskötter brachten etwas für den Verschenktag mit und suchten sich dann etwas aus. Foto: klm

Ein Sportarmband für das Handy – neu und original verpackt, eine dekorative Schatulle – zwar gebraucht, aber in gutem Zustand. Diese Sachen hat Alexandra Künnen in ihrem Tragebeutel. Auch zwei Bücher und ein neuwertiges Waffeleisen trägt sie darin. Beim ersten „Verschenktag“ des Vereins „LoWi Tauschring für Münster“ konnte am Samstag im Bewohnertreff am Dahlweg jeder mitnehmen, was er wollte. Umsonst. Die meisten Besucher brachten selbst auch etwas mit.

Der LoWi (Lokale Wirtschaftsinitiative) hatte sich die Idee einer Tausch- und Schenkbörse bei einem Treffen mit Initiativen aus Norddeutschland abgeschaut, die ein Leben ohne Geldwährung befürworten. „Unseren Verein gibt es seit 20 Jahren. Den Verschenktag probieren wir neu aus“, sagte Geschäftsführerin Friederike von Westerholt.

Der Treff im Südviertel wurde zum Flohmarkt. Allerdings ohne Verkäufer und ohne Kassen. Bücher fanden sich auf den Tischen, Spielzeug, CDs und Schallplatten, eine Kaffeemaschine und andere Haushaltsgegenstände. Künnen und ihre Freundin Anne Berenskötter hatten für die Börse zwei Handtaschen, Spielfilm-DVDs und ein Halstuch mitgebracht. „Wir sind überrascht, was für tolle Sachen dabei sind“, meinte Berenskötter. Ihrer Ansicht nach sei es nicht nötig, „alles neu zu kaufen. Es wird eh so viel produziert. Eigentlich zu viel. Was man nicht braucht, kann man ja zur Give-Box bringen oder weitergeben“. Künnen meinte: „Es gibt immer etwas, das man zu Hause hat und das andere gebrauchen können.“

Aktive des LoWi hatten Getränke, Kuchen und Quiche vorbereitet – Verköstigung gegen kleine Spenden, ohne feste Preise. „Sie bekommen die Materialkosten ersetzt, der Einsatz wird in unserer Währung ,Talente‘ gut geschrieben“, so von Westerholt. „Talente“ ersetzen beim LoWi Geld, Teilnehmer bekommen sie für Leistungen, die sie für andere erbringen. Die Spenden vom Samstag sollen laut von Westerholt einer örtlichen Hilfsorganisation zur Verfügung gestellt werden. Die übrig gebliebenen Waren bekomme das gemeinnützige Kaufhaus „Rümpelfix“.

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