Vortrag zur Gehirn-Ausstellung im LWL-Planetarium
„Erinnern ist das wahre Vergessen“

Münster -

Vorgänge wie Denken, Erinnern und Träumen erscheinen uns ganz selbstverständlich. Dabei sind sie alle Ergebnis der Zusammenarbeit von schlappen 81 Milliarden Gehirnzellen. Was genau in unserem Kopf vor sich geht, erläutert Hirnforscher Professor Dr. Dr. Onur Güntürkün am Dienstag (29. Oktober) im LWL-Planetarium.

Mittwoch, 23.10.2019, 10:00 Uhr aktualisiert: 23.10.2019, 10:10 Uhr
Das menschliche Gehirn ist ein hochkomplexes System mit 81 Milliarden Nervenzellen.
Das menschliche Gehirn ist ein hochkomplexes System mit 81 Milliarden Nervenzellen. Foto: LWL/Steinweg

Die gemeinsame Aktivität von 81 Milliarden Nervenzellen unseres Gehirns erschafft unser Denken, unsere Erinnerungen, Pläne, Träume, Ängste und Hoffnungen. Doch wie macht unser Gehirn das?

Im Planetarium des Landschafts verbandes Westfalen-Lippe geht am nächsten Dienstag (29. Oktober) um 19.30 Uhr der bekannte Hirnforscher Professor Dr. Dr. Onur Güntürkün von der Ruhr-Universität Bochum dieser Frage nochmals auf den Grund.

Wie lernen wir? Wie rufen wir es ab?

Der Neurowissenschaftler nähert sich der Entschlüsselung unseres komplexesten Organs laut Ankündigung in seinem Vortrag mit zwei Fra gestellungen. Zum einen fragt Güntürkün, wie wir Menschen lernen und wo wir das Gelernte überhaupt speichern. Er führt dabei aus, dass das Gedächtnis durch Modifikationen der Kontaktstellen zwischen Nervenzellen, den Synapsen, entsteht.

Professor Dr. Dr. Onur Güntürkün

Professor Dr. Dr. Onur Güntürkün Foto: Marion Nelle

Zum anderen geht er der Frage nach, wie wir uns erinnern und warum wir vergessen. Erinnern ist, so Güntürkün, die Re-Aktivierung des Gespeicherten. Um dies ein Leben lang erfolgreich durchzuführen, stabilisieren wir das Gelernte in der ersten Hälfte unseres Nachtschlafes.

Vergessen ist dabei ein ganz normaler Prozess, da Nervenzellen sterben können oder Synapsen sich zurückbilden. All dies löscht einen Teil unserer Vergangenheit, wie es weiter heißt.

Jedes Erinnern modifiziert die bisherige Gedächtnisspur.

Professor Dr. Dr. Onur Güntürkün

„Der gefährlichste Feind unseres Gedächtnisses ist aber das Erinnern. Jedes Erinnern modifiziert die bisherige Gedächtnisspur, ersetzt sie durch eine aktualisierte Version. Erinnern ist das wahre Vergessen“, erklärt Güntürkün.

Bereits im Vorjahr war der Neurowissenschaftler zu Gast im LWL-Museum für Naturkunde. Innerhalb kürzester Zeit war sein Vortrag ausgebucht, weshalb das Museum an den begehrten Redner und Forscher nochmals herantrat.

Zum Thema

Der 90-minütige Vortrag findet im Rahmen der Sonderausstellung „Das Gehirn“ statt. Der Eintritt ist frei. Aufgrund des erwarteten Interesses empfiehlt das Museum, die dennoch benötigten Eintrittskarten im Vorfeld an der Museumskasse zu holen. Weitere Infos unter ' 5 91 60 50 E-Mail: servicebuero.naturkundemuseum@lwl.org.

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