Mahnwache und Polizeieinsatz
Atomkraftgegner demonstrieren gegen Urantransport

Münster -

Protest am Bahnhof: Zur Stunde demonstrieren Atomkraftgegner vor dem Hauptbahnhof Münster mit einer Mahnwache gegen einen Zug mit abgereichertem Uran, der von der Gronauer Urananreicherungsanlage (UAA) in Richtung Russland fährt. In Münster soll der Zug gegen 13 Uhr sein, die Polizei ist mit starken Kräften vor Ort, so ein Sprecher.

Montag, 28.10.2019, 12:40 Uhr aktualisiert: 28.10.2019, 14:46 Uhr
Mahnwache und Polizeieinsatz: Atomkraftgegner demonstrieren gegen Urantransport
Am Montagvormittag demonstrierten Atomkraftgegner vor dem Hauptbahnhof Münster gegen einen Zug mit abgereichertem Uran, der von der Gronauer Urananreicherungsanlage (UAA) in Richtung Russland fährt. Foto: Matthias Ahlke

Am Montagmorgen (28. Oktober) haben sich am Hauptbahnhof Münster ab 10.45 Uhr nach Angaben der Polizei rund 20 Atommüll-Gegner der "Initiative für den sofortigen Atomausstieg" ( SOFA ) sowie des Aktionsbündnisses Münsterland gegen Atomanlagen zur Mahnwache gegen den Zugtransport von abgereichertem Uran über Münster in das Endlager bei Jekaterinburg in Russland versammelt. Gegen Mittag kamen laut Veranstalter weitere Demonstranten hinzu.

Der Atommülltransport mit dem radioaktiven Uranhexafluorid der Urananreicherungsanlange Urenco in Gronau fährt über Münster und Stationen im Ruhrgebiet und wird in Amsterdam verschifft. Der Transport werde von "starken Einsatzkräften" geschützt, wie ein Sprecher der Bundespolizei Münster auf Anfrage unserer Zeitung sagte. In Kooperation mit der Polizei Münster habe man auch die Mahnwache vor dem Bahnhof im Blick.

Zdebel fordert umfassendes Uran-Export-Verbot

In Münster wird der Zug gegen 13.10 Uhr erwartet. Auch die Bundestagsabgeordneten Kathrin Vogler und Hubertus Zdebel (beide Die Linke) nehmen an der Mahnwache teil. "Die Atommüllschiebereien der Urenco von Gronau nach Russland sind unverantwortlich und es ist skandalös, dass die Bundesregierung und die Landesregierung in NRW einfach nur tatenlos zusehen. Wir brauchen endlich ein umfassendes Uran-Export-Verbot und die Uranfabriken in Gronau und in Lingen müssen endlich in den Atomausstieg einbezogen und stillgelegt werden“, teilte Zdebel mit. 

Die Aktivisten demonstrieren für den Stopp der Atommülltransporte. „Wir appellieren an die Bundesumweltministerin Svenja Schulze, dass sie in der Bundesregierung klare Kante zeigt. Ein deutsches Unternehmen, das seinen Atomabfall nicht selbst entsorgen kann, muss stillgelegt werden“, forderte Matthias Eickhoff, Vertreter der Initiative SOFA, am Morgen vor dem Bahnhof im Gespräch mit unserer Zeitung. Die atomaren Probleme, die hier entstehen, müssten auch hier gelöst werden, so Eickhoff. Es sei unverantwortlich, dass sich die Menschen in Russland darum kümmern müssen. Dort lagere das sensible Material unter extremen Wetterbedingungen, so der Aktivist. 

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