Hafencenter: Grüne sehen andere in der Pflicht
„Wer Probleme verursacht, sollte Probleme lösen“

Münster -

Fällt in dieser Woche eine Vorentscheidung, wie es beim Hafencenter weitergeht? Grüne und SPD beraten das Thema am Montag.

Montag, 04.11.2019, 09:45 Uhr aktualisiert: 04.11.2019, 09:49 Uhr
Wie geht es beim Hafencenter am Hansaring weiter?
Wie geht es beim Hafencenter am Hansaring weiter? Foto: Oliver Werner

Kommt es in dieser Woche zum politischen Showdown in Sachen Hafencenter? Auf die CDU-Forderung nach einer „verbindlichen Erklärung“ der Grünen zum Fortgang beim umstrittenen Einkaufszentrum am Hansaring reagiert deren Fraktionschef eher gelassen. „Wir beraten am Montagabend und werden ein Ergebnis mitteilen“, erklärte Otto Reiners . Auf das Schreiben des CDU-Fraktionschefs habe er deshalb nicht geantwortet. Aus Sicht von Reiners stehen der Bündnispartner CDU , SPD und FDP in der Pflicht, sich um eine Lösung zu bemühen. Diese Parteien hatten damals für das Hafencenter gestimmt, die Grünen waren dagegen. „Wer Probleme verursacht, sollte bereit sein, Probleme zu lösen“, meinte Reiners.

Die aktuell in der Opposition befindliche SPD reagiert auf derlei Ansinnen unterkühlt. Im Sommer habe man keine Gespräche mit der SPD gewollt, erinnerte SPD-Fraktionschef Dr. Michael Jung . „Man wollte das Problem in der Koalition klären, dann sollte man es jetzt auch tun.“ Die SPD sitze nicht mit am Verhandlungstisch, so Jung. Gleichwohl machen sich die Sozialdemokraten in ihrer Fraktionssitzung am Montag ebenfalls Gedanken, wie es an der stillgelegten Baustellen am Hansaring weiter gehen kann.

Hafencenter - Chronologie eines umstrittenen Projekts

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  • So sah es am Hansaring 2016 noch aus: Das alte Postgebäude stand noch. An seiner Stelle sollte ein Einkaufszentrum entstehen.

    Foto: Oliver Werner
  • Nach dem Abriss ist Blick vom Hansaring auf die Osmohallen freigegeben.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Für einen Paukenschlag sorgte das Oberverwaltungsgericht Münster im April 2018: Es kippte den Bebauungsplan für das Hafencenter-Gelände.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Die Bagger rollten trotzdem an.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Da die Stadt die Baugenehmigung für das Hafencenter nicht zurückzog, konnten die Bauarbeiten weitergehen.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Im Sommer 2018 wurde die Bodenplatte für das Einkaufszentrum fertig.

    Foto: Oliver Werner
  • Am 1. Februar stoppte das OVG Münster dann die Bauarbeiten, indem es die aufschiebende Wirkung der Klage gegen die Baugenehmigung bestätigte.

    Foto: Matthias Ahlke

Grünen-Vormann Reiners betont, dass man sich Lösungen nicht versperre, aber zuerst wissen wolle, wie es mit der Klage gegen den Bebauungsplan stehe. „Wir versuchen Kohlen aus dem Feuer zu holen, die andere reingelegt haben.“ Allerdings geht die Kompromissbereitschaft in der grünen Ratsfraktion über die der eigenen Kreispartei hinaus. Aus deren Reihen wurden möglichen Abweichlern sogar Abstraf­aktionen in Aussicht gestellt. „Kein feiner Stil“, wie Reiners meinte. In diesem Punkt stimmt er mit dem Vorstandssprecher der Grünen, Stephan Orth, überein: „Nicht konstruktiv“ seien solche Forderungen. An solchen Debatten beteilige er sich nicht. Verärgert zeigte sich Orth über die Wortwahl des neuen CDU-Chefs Hen­drik Grau, der in der Hafencenter-Debatte bei den Grünen „einige ideologische Sturköpfe“ ausgemacht hatte. „Scheinbar ist der Drang der Profilierung da größer, als zunächst mal das Gespräch zum Bündnispartner zu suchen“, so die Replik von Orth auf Facebook.

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