„Filiale wird gerade alten Leuten fehlen“
Reaktionen auf Schließungspläne bei der Sparda-Bank

Münster -

Ende 2022 will die Sparda-Bank nach Informationen unserer Zeitung ihre Filiale am Hauptbahnhof schließen. 1955 war sie dort eröffnet worden. Nicht wenige Kunden der Bank bedauern das.

Montag, 04.11.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 04.11.2019, 19:06 Uhr
Die Sparda-Bank-Filiale am Hauptbahnhof soll im Dezember 2022 geschlossen werden.
Die Sparda-Bank-Filiale am Hauptbahnhof soll im Dezember 2022 geschlossen werden. Foto: kal

1955 öffnete die Sparda-Bank am Hauptbahnhof ihre Pforten – damals hieß sie noch „Eisenbahn-Spar- und Darlehnskasse“. Franz Winkel , einst selbst Eisenbahner, ist hier seit 1962 Stammkunde. „Drei bis vier Mal pro Woche schaue ich vorbei“, sagt der 83-Jährige. Weil sie so gut zu erreichen sei. Dass sie – wie am Montag bekannt wurde – im Dezember 2022 geschlossen werden soll, nimmt Winkel mit Bedauern zur Kenntnis. „Sie wird fehlen – gerade alten Leuten.“

Wie berichtet, p lant die Sparda-Bank West, 43 ihrer 82 Filialen aufzugeben . Dass unter ihnen auch die Niederlassung am Hauptbahnhof sein soll, sehen viele Kunden kritisch. „Ich wohne an der Wolbecker Straße“, sagt Martin Muller . „Einmal pro Woche komme ich hier mindestens vorbei – Geld abheben, Kontoauszüge abholen. Ich mache kein Online-Banking.“ Dafür, sagt Muller, pflege er gerne ein Pläuschchen mit den Mitarbeitern.

Nostalgische vs. praktische Gründe

Für Andreas Jung ist der Besuch der Filiale hingegen die Ausnahme. „Ich komme gerade zufällig hier vorbei. Normalerweise hebe ich Geld an der Rewe-Kasse ab, erledige meine Bankgeschäfte online.“ Bedauert er die geplante Schließung? „Aus nostalgischen Gründen ja – aus praktischen werde ich sie nicht vermissen.“

„Die Generation, die noch eine persönliche Beratung am Schalter möchte, stirbt langsam aus“, glaubt Andreas Limbrock. Selbst seine Schwiegereltern, beide über 80, machten mittlerweile Online-Banking.

Fast täglich kommt Josef Armeloh in die Filiale. Er unterhält sich gerne mit den Mitarbeitern, kennt viele von ihnen seit Jahren persönlich. Armeloh hat hier zudem ein Schließfach und befürchtet, dass es nicht einfach wird, woanders ein neues zu finden.

Ein Stellenabbau wird sozialverträglich gestaltet.

Sprecherin

Eigentümer des Gebäudes, in dem sich die Filiale befindet, ist das münsterische Immobilienunternehmen Areo, so eine Sparda-Bank-Sprecherin. Sie betont, dass die Mitarbeiter der Bank die „strukturelle Neuausrichtung unseres Hauses“ unterstützen würden.

Ob und wie viele Mitarbeiter von einer möglichen Zusammenlegung von Filialen in Münster betroffen sein werden, könne sie noch nicht sagen. Die Sparda-Bank West plane jedoch, möglichst von betriebsbedingten Kündigungen abzusehen. „Ein Stellenabbau wird sozialverträglich gestaltet“, so die Sprecherin.

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