Alwine Glanz übernimmt
Die  neue  Chefin  auf  dem  Mühlenhof

Münster -

Alwine Glanz wird im Januar die Leitung des Mühlenhofs übernehmen. Die 34-jährige Historikerin, derzeit am Bauernhaus-Museum Allgäu-Oberschwaben tätig, setzte sich gegen mehr als 30 Bewerber durch. Sie hat sich einen ersten Eindruck vom Mühlenhof gemacht.

Mittwoch, 06.11.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 06.11.2019, 07:04 Uhr
Alwine Glanz wird ab Januar die Museumsdirektorin auf dem Mühlenhof.
Alwine Glanz wird ab Januar die Museumsdirektorin auf dem Mühlenhof. Foto: Oliver Werner

Der erste Baas (Vorsitzende) des Trägervereins „De Bockwindmüel“, Dr. Markus Johow, ist zum Pressegespräch gar nicht erst gekommen. So setzt er ein deutliches Signal: Das Freilichtmuseum Mühlenhof bekommt eine neue Chefin. Alwine Glanz (34) wird ab Januar die hauptamtliche Museumsdirektorin sein. „Ich freue mich auf die Aufgabe und bringe aus meinen Wanderjahren viel Erfahrung mit“, sagt sie. Bis Jahresende wird Glanz als Projektleiterin im Bauernhaus-Museum Allgäu-Oberschwaben in Wolfegg tätig sein.

Der wissenschaftliche Beirat des Hofes mit Prof. Dr. Elisabeth Timm (Westfälische Wilhelms-Universität), Prof. Dr. Jan Carstensen (LWL-Freilichtmuseum Detmold) und Dr. Ole Kriegs (LWL-Museum für Naturkunde) hatte den Trägerverein bei der Personalentscheidung beraten. Über 30 Bewerber hatten sich beworben. „Wir waren von der Qualität der Bewerber positiv überrascht“, sagt Carstensen. Alwine Glanz überzeugte aufgrund ihrer mehrjährigen Leitungserfahrung im Sammlungs- und Museumsbereich.

„Mir fielen die vielen Häuser auf"

Als Kind war Glanz, die gebürtig aus Sprockhövel stammt, mit ihren Eltern das erste Mal auf dem Mühlenhof. „Daran erinnern kann ich mich aber nicht mehr“, räumt sie ein. Im Sommer besuchte sie dann das Freilichtmuseum am Aasee mit dem prüfenden Blick einer Expertin, die Geschichte und Geografie in Tübingen studiert hat.

Wie war ihr erster Eindruck? „Mir fielen die vielen Häuser auf, was für ein Freilichtmuseum ja nicht ungewöhnlich ist. Andere Museen sammeln Bilder, der Mühlenhof Häuser. Aber die Objekte können nicht sprechen; sie erzählen keine Geschichte“, sagt Glanz. Auch erfahre der Besucher nichts über die ehemaligen Bewohner, was die zukünftige Museumsdirektorin spannend fände.

Natürlich sind Glanz die Bauzäune auf dem weiträumigen Gelände aufgefallen. „Es wird viel gebaut auf dem Hof.“ Das alte Spritzenhaus vom Schifffahrter Damm steht, der Wertstoffhof wird entrümpelt, um Platz für Ackerflächen zu schaffen. „Auf dem Hof tut sich etwas. Transformation ist das richtige Wort. Aber das Herzstück bleibt die Hinwendung auf die Geschichte“, sagt sie.

Wissenschaftliche Unterstützung 

Es war wohl so, dass der Mühlenhof in früheren Jahren zu sehr im eigenen Saft schmorte. Der wissenschaftliche Beirat begrüßt, „dass der Vorstand den Mühlenhof auf eine wissenschaftliche Basis stellen möchte“, sagt Kriegs. Was auch die Grundlage für öffentliche Fördermittel sei, ergänzt Timm.

Herbstmarkt „Himmel & Erde“ auf dem Mühlenhof

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Vor diesem Hintergrund verspürte auch der wissenschaftliche Beirat die Verpflichtung, „dass der Mühlenhof nicht im Aasee versinken darf“, so Carstensen. Die Wissenschaftler sagten ihre beratende Unterstützung bei der Neuaufstellung zu. „Es wäre doch schade, wenn man dieses schöne Museum nicht auf Vordermann bringen könnte“, sagt Carstensen. Schnell war dem Beirat klar, dass dem Mühlenhof die personelle und finanzielle Ausstattung fehlt. Mit Alwine Glanz ist die Spitzenposition besetzt.

Sie wird zunächst analysieren, wo der Schuh drückt. Und Abtasten, was geht. Gute Grundlagen seien geschaffen. „Der Mühlenhof ist ein Ort der Erinnerung, verankert in der münsterischen Gesellschaft. Wichtig ist, dass die Münsteraner sehen, dass sich etwas verändert, aber dass sie dennoch den Ort wiedererkennen“, sagt Glanz.

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