Energieberatung der Verbraucherzentrale zum Heizen
Klima schonen und sparen

Münster -

Draußen Kälte und drinnen wohlige Wärme, weil man ja einfach die Heizung aufdrehen kann? Das war einmal. Wer es mit dem Klimaschutz ernst meint (und das sollte man angesichts sich ändernder gesetzlicher Rahmenbedingungen), der muss sich schon Gedanken machen, wann er wie heizt. Und womit. Die Verbraucherzentrale hat dazu ein paar nützliche Tipps.

Donnerstag, 07.11.2019, 09:00 Uhr
Die Energie-Experten der Verbraucherzentrale NRW machten bei ihrer Kampagnentour „Keine Zeit für falsche Entscheidungen“ in der Stadtbücherei Station: (v.l.) Thomas Weber, Sebastian Dröge und Ute Tinner.
Die Energie-Experten der Verbraucherzentrale NRW machten bei ihrer Kampagnentour „Keine Zeit für falsche Entscheidungen“ in der Stadtbücherei Station: (v.l.) Thomas Weber, Sebastian Dröge und Ute Tinner.

Die Temperatur sinkt allmählich unter die Zehn-Grad-Marke, die Heizsaison hat unwiderruflich begonnen. Und wer seine altersschwache Heizung modernisieren will oder muss, wird jetzt empfindlich daran erinnert. Die Verbraucherzentrale NRW liefert Informationen, wie Hauseigentümer Geld sparen und dabei ihre CO-Bilanz verbessern können. Am Mittwoch machte ein Team der Energieberatung der Verbraucherzentrale NRW in der Stadtbücherei Station.

„Das von der Bundesregierung vorgelegte Klimapaket ist – noch – nicht in Gesetzesform gegossen“, bedauert Thomas Weber von der Verbraucherberatung. Mit Blick darauf könnten sich öffentliche Fördermaßnahmen demnächst ändern, stellt er in Aussicht. Aber auch mit den geltenden Regeln könnten Hauseigentümer jetzt die richtigen Weichen stellen. Dabei gelte das Motto „Keine Zeit für falsche Entscheidungen“, stellt Verbraucherberater Sebastian Dröge klar.

Wärmepumpe klimafreundlichste Heiztechnologie

Feststehen dürfte schon jetzt, dass Ölheizungen vollends auf dem Rückzug sind – und vielen, die jetzt ihre alte Ölheizung gegen ein neues Heizsystem tauschen wollen, empfehlen die Energieberater eine Holzpellets-Heizung. „Dort, wo bislang der Öltank untergebracht ist, können meist gut die Pellets gelagert werden“, so Thomas Weber. Der Anschaffungspreis einer neuen Pellets-Heizung liege ähnlich wie bei einer Gasheizung. Wer mit Pellets anstatt mit Öl heizt, verbessere seine CO-Bilanz um 90 Prozent und spare im Verbrauch beim derzeitigen Preisniveau etwa die Hälfte an Kosten.

Die energiesparendste und klimafreundlichste Heiztechnologie, momentan schon in zwei Drittel aller Neubauten angewandt, sei die Wärmepumpe, erklärt Weber. Eine Wärmepumpe ist zwar mit rund 20. 000 Euro um rund 25 Prozent teurer als eine Pellets- oder Gasheizung, lohne sich aber langfristig enorm. Die Pumpe produziere mit einer Kilowattstunde Strom die vierfache Menge an Wärme. Und: „Die CO-Bilanz liegt bei Null, wenn der Strom aus regenerativen Quellen kommt.“

Zum Thema

Die Energieberater der Verbraucherzentrale kommen zu Beratungen zum Preis von 60 Euro ins Haus. Termine können unter 0251- 20865305 vereinbart werden.

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Aufgepasst beim Energie-Liefervertrag

Wer als Strom und Gaskunde sparen will, sollte seinen Liefervertrag prüfen, rät Verbraucherberaterin Ute Tinner. Viele Kunden seien in einem Grundversorgungsvertrag ihres Anbieters, der meist die schlechtesten Konditionen biete. Bei Preiserhöhungen haben Kunden in der Regel ein Sonderkündigungsrecht. Wer seinen Vertrag kündigt und umsteigt, solle gründlich das Kleingedruckte studieren, rät Tinner.   

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Was gegen die Kälte hilft

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  • Die Kältewelle dauert an. Auf der Zugspitze werden Jahrhundert-Kälterekorde gebrochen, auch im Münsterland bibbern die Menschen im eisigen Wind. Lina Schmissas hat Maßnahmen gegen die niedrigen Temperaturen zusammengestellt.

    Foto: dpa
  • „Man muss zurzeit auch mal bei Schönheitsidealen zurückstecken und sich einfach richtig dick einpacken!“, rät Claudia Khalil von der Patientenberatung der Ärztekammer Westfalen Lippe. Sie empfiehlt das altbewährte Zwiebelschalenprinzip mit vielen Kleidungsschichten, zwischen denen die Luft durch die Körperwärme aufgeheizt wird. 

    Foto: dpa
  • Zudem sollte man - vor allem an den Händen - unbedingt fetthaltige Cremes verwenden, um die Haut vor Erfrierungen sowie dem Austrocknen zu schützen.

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  • Besonders gefährdet bei den eisigen Temperaturen sind Kleinkinder. Spaziergänge mit dem Kinderwagen sollten kürzer und windgeschützt ausfallen. Zudem sollten Eltern auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr bei ihren Kindern achten, damit Ohren, Hände und Füße gut durchblutet sind.

    Und wenn die Finger doch nahezu eingefroren sind, sollten sie behutsam aufgewärmt werden.

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  • Fußbäder und warme Getränke können ebenso Abhilfe verschaffen. Dabei sollte allerdings auf Alkohol und Koffein besser verzichtet werden, rät die Gesundheitsexpertin, denn beide Stoffe verengen die Blutgefäße und stören die Durchblutung. Scharfe Speisen und Ingwertee hingegen kurbeln den Blutfluss an.

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  • Auch bei Minusgraden müssen Freizeitsportler nicht aufs Joggen verzichten. Dehnübungen sollte man allerdings zu Hause vornehmen und das Tempo insgesamt drosseln.

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  • Wichtig außerdem: Durch die Nase oder ein Tuch atmen, um die Bronchien nicht zu strapazieren.

    Foto: Johannes Oetz
  • Für die heutige Autogeneration sind Minusgrade „nicht so schlimm“, betont Vincenzo Lucà vom TÜV Süd. „Bei ­guter Wartung kann nichts passieren.“ Trotzdem sollten Autobesitzer einige Vorkehrungen treffen und Frostschutzmittel mit einem ­Kälteschutz bis zu minus 25 Grad Celsius wählen.

    Foto: dpa
  • Außerdem dürfen die Gummidichtungen der Türen nicht dauerhaft feucht sein und sollten bei Bedarf mit einem Pflegestift behandelt werden.

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  • Auch immer wieder wichtig zu betonen: Beim Parken nicht die Handbremse an­ziehen, sondern Wagen im Gang sichern.

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  • Der Touchbildschirm reagiert nicht oder verlangsamt, wenn er von kalten Fingern berührt wird. Zudem nimmt die Akkulaufzeit rapide ab. Die niedrigen Temperaturen verlangsamen Prozesse in den Geräten, erklärt Handy-Spezialist Dennis Brandt von der Repairstar GmbH. 

    Foto: dpa
  • Wenn das Handy streikt, sollte man es am besten ausschalten und bei Zimmertemperatur langsam aufwärmen. Bei zu schnellem Auftauen droht Kondenswasserbildung. Meist helfe es aber schon, das Handy unterwegs nah am Körper zu tragen und zum Telefonieren ein Headset zu benutzen.

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  • Auch zu Hause gilt es einiges zu beachten. Hausbesitzer und Mieter sind hier in der Pflicht, denn die Kosten eines Wasserschadens übernehmen Versicherungen nur, wenn verantwortungsvoll gehandelt wurde. So sollten auch nicht ge­nutzte Räume aus­reichend beheizt werden – das Frostschutzsymbol allein reicht nicht, um einem Rohrbruch entgegenzuwirken. 

    Foto: Colourbox.de
  • Empfindliche Minusgrade bei fehlender Schneedecke sind für viele Gartenpflanzen gefährlich. Die Bayerische Gartenakademie rät, vor allem immergrüne Gehölze wie Rhododendren, Zedern, Kalmien und Berberitzen abzudecken

    Foto: Colourbox.de
  • Auch der Rasen ist gefährdet. Die Deutsche Rasengesellschaft empfiehlt, Grünflächen bei Minusgraden nicht zu be­treten, denn die durchge­frorenen Halme werden durch Druck beschädigt.

    Foto: Colourbox.de

 

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