Studie
Gefahrenquelle Lkw: Unfallforscher weisen auf Gefahren hin

Münster -

Bei einem Unfall mit einem Lkw haben Fußgänger keine Chance: Das wurde am Donnerstag bei einem Crashtest in einer Halle des CTS Crashtest-Service in Wolbeck deutlich. Die Unfallforschung der Versicherer (UDV) leitet daraus eine Forderung ab.

Donnerstag, 07.11.2019, 21:00 Uhr aktualisiert: 07.11.2019, 21:07 Uhr
Die neue Studie der Unfallforschung der Versicherer (UDV) erforschte ein vernachlässigtes Feld.
Die neue Studie der Unfallforschung der Versicherer (UDV) erforschte ein vernachlässigtes Feld. Foto: Andreas Hasenkamp

Damit weniger Fußgänger durch Lkw schwer verletzt oder getötet werden, fordert die Unfallforschung der Versicherer (UDV) aus Berlin Anfahr-Stopp-Lösungen für Lkw. Die meisten Unfälle geschehen, wenn ein Fußgänger kurz vor einem Lkw queren will, nicht gesehen wird und der Lkw überraschend anfährt. Der Dummy im Test kommt mit dem Kopf unter das Vorderrad. Das wurde am Donnerstag bei einem Crashtest in einer Halle des CTS Crashtest-Service in Wolbeck demonstriert.

Es solle schnell gehandelt werden, sagt Siegfried Brockmann . Während Sensoren oder Kameras vorhanden seien, müsse dringend die nötige Software entwickelt werden. Sie müsse den Lkw automatisch stoppen oder nicht anfahren lassen. Warn-Vorkehrungen wie bei Abbiegesituationen helfen nicht, anders als bei typischen Rad-LKW-Situationen.

Dass die Umsetzung ohnehin lange dauere, hätten die Abbiege-Assistenten gezeigt. Die Hersteller müssten schnell entwickeln, und der „Bund ist aufgefordert, sich international für eine Verpflichtung einzusetzen“.

Die Perspektive eines Lkw-Fahrers

Denkbar ist auch, die Fahrerkabinen tiefer zu legen – was aber Neuentwicklungen erfordert und gegen die Interessen der Transportfirmen den Raum für das Transportgut mindert. Ein Anwendungsfeld ist die Entsorgungswirtschaft. Die Verkehrswacht solle aktiv werden in der Aufklärung. Einmal auf dem Fahrersitz eines schweren Lkw zu sitzen, wäre eine wichtige Erfahrung für Fußgänger: Einen 1,83 Meter großen Menschen sieht ein durchschnittlich großer Fahrer, wenn er etwa drei Meter vor ihm steht. Dann kann noch das Lenkrad die Sicht behindern.

Oder andere Utensilien, die die Sicht beeinträchtigen. Im Frontspiegel kann man zwar alles sehen, aber der ist nur einer von sieben Spiegeln und nicht alles, was der Fahrer im Blick haben muss. Die Unfälle zeigten, so Brockmann, dass der Frontspiegel häufig nicht genutzt werde. In den regelmäßigen Schulungen solle dies trainiert werden.

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