Spenden bis zum 31. Januar werden subventioniert
Frauen-Notruf: Die Hilfe kommt doppelt an

Münster -

Wenn die Beratungsstelle Frauen-Notruf bis Ende Januar 5000 Euro an Spenden erhält, legt die Bethe-Stiftung aus Köln noch einmal 5000 Euro obendrauf. Gefördert wird so nicht zuletzt das Projekt „Andere Umstände“.

Freitag, 08.11.2019, 09:00 Uhr aktualisiert: 08.11.2019, 13:28 Uhr
Die Beratungsstelle Frauen-Notruf wird von der Bethe-Stiftung unterstützt: Spenden, die bis zum 31. Januar 2020 unter dem Stichwort „Spendenverdoppelung“ eingehen, werden von der Stiftung verdoppelt. Darüber freuen sich (v.l.) Daniela Stöveken, Ronja Runge, Gerlinde Gröger und Lina Lippke vom Frauen-Notruf.
Die Beratungsstelle Frauen-Notruf wird von der Bethe-Stiftung unterstützt: Spenden, die bis zum 31. Januar 2020 unter dem Stichwort „Spendenverdoppelung“ eingehen, werden von der Stiftung verdoppelt. Darüber freuen sich (v.l.) Daniela Stöveken, Ronja Runge, Gerlinde Gröger und Lina Lippke vom Frauen-Notruf. Foto: spe

Wer den Frauen-Notruf besonders effektiv unterstützen will, sollte sich zweierlei merken. Erstens: Spenden, die bis zum 31. Januar eintreffen, sind doppelt hilfreich. Zweitens: Die Spende muss dafür ausdrücklich mit dem Stichwort „Spendenverdopplung“ auf dem Konto der Beratungsstelle eingehen. Nur dann nämlich springt die Bethe-Stiftung aus Köln ein und legt dieselbe Summe obendrauf.

Die 1996 gegründete Stiftung ist durch das in Deutschland noch nicht sehr weit verbreitete Prinzip der Spendenverdopplung bekannt geworden: Es geht nicht nur um die wirksame Stärkung sozialer Projekte, sondern vor allem um einen besonders nachhaltigen Spendenaufruf, der möglichst auch nach dem Ende der Förderung wirkt. Die Zuwendung der Stiftung ist auf 5000 Euro begrenzt. Wenn alles gutgeht, erhält der Frauen-Notruf bis Ende Januar also 10 000 Euro.

Die Bethe-Stiftung hat sich besonders der Förderung von Kinderhospizen sowie von Einrichtungen im Bereich Kinderschutz verschrieben. Wie passt der Frauen-Notruf in dieses Profil? „Neben unserer allgemeinen Beratungstätigkeit wird besonders das Projekt ,Andere Umstände‘ unterstützt“, berichtet Gerlinde Gröger , die Leiterin der Beratungsstelle. Dabei geht es um gezielte Hilfe für Mütter und werdende Mütter, präventiv also auch um Kinderschutz.

309 Frauen nahmen im vergangenen Jahr die Hilfe des Frauen-Notrufs in Anspruch – etwa ein Viertel von ihnen waren Mütter. Die meisten von ihnen sind Opfer einer Vergewaltigung, mitunter ist der Vergewaltiger der Kindsvater. Bisweilen löst aber auch eine durchaus gewollte Schwangerschaft die Erinnerung an Gewalterfahrungen in der Kindheit aus. Hilfe gibt es in jedem Fall: Beim Gang zur Polizei, zum Gericht oder zur Anwältin – oder durch Traumafachberatung.

Diese Hilfe ist grundsätzlich kostenlos – wobei der Frauen-Notruf zwar öffentliche Zuwendungen erhält, zugleich aber verpflichtet ist, einen Teil seines Etats mit Spenden zu bestreiten: „Hilfe darf nicht daran scheitern, dass die Frauen kein Geld haben“, betont Gerlinde Gröger. Das hat die Bethe-Stiftung offenbar überzeugt: Schon einmal, aus Anlass des 30-jährigen Bestehens 2013, wurde der Frauen-Notruf von den Kölnern unterstützt. Der Spendenrahmen konnte damals voll ausgeschöpft werden.

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