WN-Wissensimpulse
Jeder kann schlagfertig sein

Münster -

Schlagfertigkeit ist lernbar: Diese Einschätzung vertrat Sabine Altena, Expertin für Auftritt und Wirkung, am Montagabend bei den „WN-Wissensimpulsen“. Jeder sei schlagfertig, doch es gibt da einen Haken.

Dienstag, 12.11.2019, 16:00 Uhr aktualisiert: 12.11.2019, 16:23 Uhr
„Schlagfertigkeit erfordert auch Mut“: Die Referentin des Abends, Sabine Altena (l.), verstand es, ihr Publikum aktiv in den Vortrag einzubinden.
„Schlagfertigkeit erfordert auch Mut“: Die Referentin des Abends, Sabine Altena (l.), verstand es, ihr Publikum aktiv in den Vortrag einzubinden. Foto: Hubertus Kost

„Hier sieht es aber sehr unordentlich aus“: Auf einen Vorwurf oder eine spitze Bemerkung einfach nur mit „Ja“ antworten – ist das eigentlich schlagfertig? „Ja“, sagt Sabine Altena, Auch Antworten wie „Stimmt“, „Genau“ oder „Gut beobachtet“ seien möglich. Schlagfertigkeit sei lernbar. Das vermittelte die Expertin für Auftritt und Wirkung am Montagabend in der Reihe „WN-Wissensimpulse“ im Cloud-Forum auf dem Germania-Campus ihrem Publikum, das in die ebenso verblüffenden wie einfachen Techniken eingebunden wurde.

Die alltägliche Situation ist oft nicht so einfach, denn: „Wir sind alle schlagfertig, aber ganz oft nicht im richtigen Moment,“ weiß Sabine Altena. „Schlagfertige Antworten fallen uns erst Stunden später ein.“ Also müssen Techniken angewendet werden. Die „Ja“-Technik zum Beispiel – oder bei Fragen, die man überhaupt nicht beantworten will, die Allzweck-Technik: „Was genau möchten Sie denn wissen?.“ Die Rückfrage-Technik sei bei einem Vorwurf ebenfalls schlagfertig: „Was könnte ich denn ihrer Meinung nach machen?“

Zwei Anlässe für Fragen

Die Expertin rät, bei Streitgesprächen Pausen zu machen, bevor man auf eine Frage antwortet. Das sehe dann zumindest so aus, als ob man sich mit der Frage oder mit dem Thema beschäftige. Außerdem gebe es nur zwei Anlässe, Fragen zu stellen: um Informationen zu erhalten oder um sich wichtig zu machen.

Worauf kommt es an bei Schlagfertigkeit? „Machen Sie ein entspanntes Gesicht“, sagt Sabine Altena, „und sorgen Sie für eine entspannte Körperhaltung – egal, wie es bei Ihnen drinnen aussieht.“ Wärme in den eigenen Augen verspüren, wenn der (oder die) andere schimpft: das gelte im Beruf ebenso wie im privaten Bereich. Eine weitere wichtige Empfehlung: „Bevor wir uns um Inhalte kümmern, brauchen wir Blickkontakt.“ Also „auf Augenhöhe“ mit dem Gegenüber kommen, sein und bleiben.

Etwas Mut gehört dazu

Schlagfertigkeit soll nicht verletzend sein, aber spürbar. Dazu gehöre auch schon mal etwas Mut. Zum Beispiel durch das Ablenkungsprinzip: Wenn es bei einem Streitgespräch im Büro überhaupt nicht weitergehe, könne einer der Beteiligten ganz beiläufig an die Decke schauen und sagen: „Haben wir diese Beleuchtung eigentlich schon lange?“ Über die Auswirkungen dieser Bemerkung im häuslichen Wohnzimmer könne gerne spekuliert werden.

Schlagfertigkeit kann etwas vermeintlich Negatives auch ins Positive wenden: „Du bist richtig geizig“, lautet der Vorwurf. Antwort: „Wenn geizig bedeutet, dass ich mein Geld nur für sinnvolle Sachen ausgebe, dann bin ich geizig.“

Verwirrung stiften mit Hilfe von Schlagfertigkeit geht übrigens auch, wenn völlig inhaltsleere Sprichwörter eingesetzt werden: „Es gibt keine Nadel, die an beiden Enden spitz ist.“ Der Zusatz heißt dann: „Denk mal drüber nach.“ Sabine Altena hat mit ihrem Vortrag allerdings keine Verwirrung gestiftet, sondern das Publikum sensibilisiert, in der richtigen Situation schlagfertig zu sein „mit einer Prise Mut.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7061349?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
Ratsanträge: Autos sollen Bussen weichen
An der Weseler Straße gibt es bereits eine Park-and-Ride-Station. Zahlreiche sollen jetzt hinzukommen.
Nachrichten-Ticker