Workshop für Nachwuchsbands
Wegweiser zur Bühne

Münster -

Warum antwortet der Musikclub-Booker nicht auf die Mails von jungen Bands? Niklas Blömeke von der Pension Schmidt und Frank Dietrich vom Gleis 22, beide selbst Booker, haben Nachwuchsmusikern am Dienstagabend in einem Workshop Tipps und Tricks verraten, wie man auf sich aufmerksam macht – und was gar nicht geht.

Mittwoch, 13.11.2019, 21:00 Uhr
Niklas Blömeke (l.) von der Pension Schmidt und Frank Dietrich vom Gleis 22 erzählen launig aus ihrem Booker-Alltag.
Niklas Blömeke (l.) von der Pension Schmidt und Frank Dietrich vom Gleis 22 erzählen launig aus ihrem Booker-Alltag. Foto: Pjer Biederstädt

Die Welt ersäuft in Bands. Allein um bei den berühmten und erfolgreichen Musikern eines Genres den Überblick zu behalten, darf man entweder kein zweites Hobby haben oder muss das Ganze zu seinem Beruf machen. Und dann gibt es da auch noch das riesige Universum der semiprofessionellen Hobbytruppen. Ein Blick auf die Mehrfachbelegungen in den Proberäumen am Güterbahnhof zum Beispiel zeigt, dass es auch im kleinen Kosmos Münster viel mehr Bands als Bühnen gibt.

Wie also macht man als kleiner Fisch in einem Meer auf sich aufmerksam? Ein paar Tipps und Tricks haben die Booker Niklas Blömeke von der Pension Schmidt und Frank Dietrich vom Gleis 22 am Dienstagabend in einem Workshop mit dem trefflichen Titel „Warum der Booker nicht auf deine E-Mails antwortet“ an 15 Teilnehmer weitergegeben.

Keine flapsige Floskeln

Die Musiker, meist von Nachwuchsbands aus der Region wie etwa 7 Miles oder Shoreline, kamen ins Gleis 22, um in der zweieinhalbstündigen Veranstaltung – organisiert von „ Münsterbandnetz “ – zu lernen, was man tun muss, um endlich das Erprobte auch mal vor Publikum auf einer Bühne spielen zu können.

Klingt banal, aber alles fängt mit der E-Mail an. „Kurz, knackig, die wichtigsten Infos“, skizzierte Dietrich die wesentlichen Eckpunkte des ersten Kontakts mit dem Booker eines Clubs. Dazu ein paar Links zu Songs oder Musikvideos, viel mehr brauche es nicht. „Bloß keine Gagenforderungen in der ersten Mail, die sortiere ich sofort aus“, sagte Dietrich.

Als Support gibt's nicht viel

Blömeke riet den aufmerksam zuhörenden Newcomern, sich nicht professioneller zu machen als sie sind, aber auch nicht zu sehr „rumzukumpeln“. Das sei zwar ein schmaler Grad, aber wichtig, so Blömeke. Flapsige Floskeln à la „Wir wollen voll gern ein Konzi bei euch zocken“, gingen gar nicht, sagt Blömeke.

Nach zahlreichen weiteren Tipps vom Facebook-Auftritt übers Netzwerken bis zum Bandfoto gewährten die Referenten Einblicke in die Kostenstruktur eines Musikclubs. Das Grundgerüst eines Konzertabends im Gleis 22 koste rund 1000 Euro. „Aber da ist noch nichts dabei, keine Übernachtung, keine Gage“, so Dietrich. Die Summe schnelle dann ganz rasch nach oben. Und das müsse man erst einmal wieder reinspielen. Mehr als 50 bis 100 Euro für die Vorband bleibe da nicht. So sei das auch in anderen Städten – die münsterischen Punkrocker von Shoreline nicken zur Bestätigung.

Üben, üben, üben

Das Gleis hat die Stadt als Träger, dürfe sich aber trotzdem keine großen Verluste leisten. Dietrich arbeitet mit einer Mischkalkulation „aus Konzerten, die wir lieben und welchen, die uns Geld bringen, aber dennoch ins Konzept passen“, wie der Booker mit 28-jähriger Gleis-Erfahrung sagt.

Doch auch abseits der Kostenfrage gäbe es bei 80 Shows im Jahr im Gleis 22 nur wenig Chancen für Nachwuchsbands als Vorband zu spielen. „Denn die meisten bringen ihren Support mit. Nur etwa 15 im Jahr kann ich selbst aussuchen“, so Dietrich. Als Fazit bleibt: Der Weg nach oben ist hart, was aber immer hilft: üben, üben, üben.  

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