Vortrag bei der Hospizbewegung
Wenn Nachrichten schlimm sind

Münster -

Angélique Mundt ist Psychologin und überbringt schlimmste Nachrichten, zum Beispiel an Hinterbliebene von Unfallopfern. Am Mittwochabend sprach sie über ihre Erfahrungen bei der Veranstaltungsreihe „Heißes Eisen“. Die wurde nun schon zum 21. Mal vom Verein Hospizbewegung organisiert

Donnerstag, 14.11.2019, 17:00 Uhr aktualisiert: 14.11.2019, 17:14 Uhr
Dr. Clemens Adam und Antonius Witte (links und rechts) von der Hospizbewegung Münster begrüßten die Psychologin Angelique Mundt in der Veranstaltung „heiße Eisen“
Dr. Clemens Adam und Antonius Witte (links und rechts) von der Hospizbewegung Münster begrüßten die Psychologin Angelique Mundt in der Veranstaltung „heiße Eisen“ Foto: Teresa Walter

Es ist die Nachricht, vom Sohn, der auf dem Weg zur Schule tödlich verunglückt ist oder die vom Familienvater, der Suizid begangen hat, bei deren Überbringung Angélique Mundt als Psychologin im Kriseninterventionsteam des Deutschen Roten Kreuz in Hamburg hilft.

Am Mittwochabend sprach sie über ihre Erfahrungen in der psychosozialen Notfallversorgung bei der Veranstaltungsreihe „Heißes Eisen“. Die wurde nun schon zum 21. Mal vom Verein Hospizbewegung organisiert und will Themen ansprechen, „um die sich die Leute drücken“, wie es der Vorstandsvorsitzende Dr. Clemens Adam formuliert.

Das Leben ändert sich schlagartig

So wie das Thema plötzlicher Tod. „Wenn wir ankommen, ist die Welt meist noch in Ordnung“, erzählt die 53-Jährige. Überbringe die Polizei dann aber die schreckliche Nachricht vom Tod eines geliebten Menschen, verändere sich das Leben der Betroffenen schlagartig, so Mundt.

Von Apathie über Zusammenbruch bis Panisches „Um-sich-schlagen“: Alle Reaktionen seien möglich. „Und alles ist normal“, stellt die Psychotherapeutin und Autorin fest. Die 53-Jährige versucht den Betroffenen vor allem Orientierung und Sicherheit zu geben, während diese oft nur denken: „Jetzt bin ich verloren, ich bin allein!“

Da sein hilft am meisten

„Ich verstehe mich als eine Brücke, ich bin diejenige, die schaut: Was braucht die Familie gerade?“ erklärt Mundt ihre Aufgabe. Von einem Anwalt über Spielsachen für die vierjährige Tochter bis zu einem Therapie-Platz: Mundt organisiert diese Dinge. Seit mehr als zehn Jahren betreut sie nun schon ehrenamtlich das DRK-Kriseninterventionsteam bei Suiziden, Unfällen, Tötungsdelikten.

Ihr Rat für Freunde, Bekannte und Nachbarn der Betroffenen: „Gar nichts tun, da sein!“ Häufig helfe das ständige Angebot, zur Verfügung zu stehen und das Gefühl zu geben: „Ich habe dich nicht vergessen.“

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