WN-Spendenaktion
Zeit, etwas zurückzugeben

Münster -

Der Verein „Nimas“ hilft Kindern in Problemlagen. Dr. Tannaz Westerberg kann ein Lied davon singen. 1985 flüchtete ihre Familie mit beiden Töchtern aus dem Iran nach Deutschland. Jetzt ist es für die Zahnärztin an der Zeit, etwas zurückzugeben.

Samstag, 16.11.2019, 12:00 Uhr
Dr. Sabine Wolf (l.) und Dr. Tannaz Westerberg sind die Vorsitzenden des Vereins „Nimas“, der Kinder und Jugendliche auf ihrem Bildungsweg unterstützt. Das Projekt „Nicht selbstverständlich“ setzt beim Schulstart an – und stattet Mädchen und Jungen mit Schulmaterialien aus.
Dr. Sabine Wolf (l.) und Dr. Tannaz Westerberg sind die Vorsitzenden des Vereins „Nimas“, der Kinder und Jugendliche auf ihrem Bildungsweg unterstützt. Das Projekt „Nicht selbstverständlich“ setzt beim Schulstart an – und stattet Mädchen und Jungen mit Schulmaterialien aus. Foto: kaj

„Nicht selbstverständlich“ hat Dr. Tannaz Westerberg eines der drei Nimas-Projekte genannt. Es geht dabei um einen sorgenfreien Start ins Leben. Schule und Ausbildung gehören essenziell dazu.

Der Verein „Nimas“ ist mit ihrer Biografie verbunden. 1985 flüchtete ihre Familie mit beiden Töchtern aus dem Iran nach Deutschland. Westerberg war damals neun Jahre alt und sprach kein Wort Deutsch. Die Familie landete in Aachen, 1997 kam die junge Frau zum Studium nach Münster, lernte ihren späteren Mann kennen und lebt seit 2007 in Sprakel.

Flüchtlingswelle als Impuls

Die Familie hat drei Kinder. „Ich bin vielen Menschen begegnet, die mir auf meinem Weg geholfen haben“, sagt die Zahnärztin. „Es ist Zeit, etwas zurückzugeben.“ Ein Impuls für die Gründung des Vereins Nimas, der aktuell 55 Mitglieder hat, sei auch die Flüchtlingswelle 2014/2015 gewesen. „Irgendwann holt einen die eigene Geschichte ein“, sagt sie. „Man sieht als Erwachsener die eigenen Kinder, für die alles selbstverständlich ist.“ Und es gebe Kinder, für die eben nicht alles selbstverständlich sei.

Das Projekt „Nicht selbstverständlich“ setzt auf der schulischen Ebene an, um den Anfang zu ebnen. Es widmet sich den Ausgangsvoraussetzungen für Bildung: Bedürftige Kinder, Flüchtlingskinder und international zusammengesetzte Klassen werden mit Schulmaterial ausgestattet.

Start ist schon schwer genug

In diesem Jahr seien zum Beispiel 70 Erstklässler in ganz Münster mit Schulmaterialien ausgerüstet worden. In den Schultaschen befinden sich Dinge, die Kinder für den Start brauchen: zum Beispiel Stifte und Buntstifte, Zeichenblock und Malkasten. Für Kinder sei der Start in einer neuen Umgebung, einer neuen Gesellschaft, einer neuen Klasse schon schwer genug, sagt Westerberg.

Es habe sich gezeigt, so ihre Erfahrung, dass es Eltern schwerfalle, Bedürftigkeit zuzugeben. Deshalb gibt es „Zwischenstationen“: „Nimas“ erhalte die Hinweise, dass Unterstützung benötigt werde, über die Schule, über Lehrer und über soziale Einrichtungen. Natürlich gebe es die Bildungs- und Teilhabe-Möglichkeiten, aber es gebe viele Eltern, die an der Grenze stünden. Das Augenmerk von „Nimas“ gelte beim Projekt „Nicht selbstverständlich“, auch den Eltern, für die es „eine Herausforderung ist, Schulmaterialien zu erwerben“, so Westerberg.

Vier Projekte - ein Konto

► Projekte: Nimas (Bildungsförderung für Kinder in Problemlagen), Tilbeck (Beratungsangebot, um technische Produkte zu finden, die Senioren eine selbstständige Lebensführung erleichtern), Monastir (Unterstützung für Kinder und Umwelt in Münsters tunesischer Partnerstadt), Pelikanhaus (Bau eines Hauses für Angehörige schwerkranker junger Patienten am Clemenshospital)

► Wer für ein bestimmtes Projekt spenden möchte, sollte das bei der Überweisung vermerken. Sonst wird die Spende gleichmäßig aufgeteilt. Eine Spendenquittung wird ab 200 Euro automatisch ausgestellt, wenn die Adresse angegeben ist.

► Namensnennung: Die WN berichten regelmäßig über die Spendenaktion. Wenn Sie mit der Nennung Ihres Namens in der Zeitung einverstanden sind, tragen Sie bitte bei der Überweisung unter Verwendungszweck „Veröffentlichung: Ja“ ein.

► Konto: Sparkasse Münsterland-Ost (BLZ: 400 501 50); IBAN: DE 43 4005 0150 0000 0088 88

► Rückfragen: Telefon 0251 / 690 917 211

► Datenschutz: Ihre personenbezogenen Daten verwenden wir, soweit keine darüber hinausgehende Einwilligung vorliegt, nur zur Abwicklung des der Erhebung zugrundeliegenden Zwecks. Nähere Informationen zu unserem Umgang mit personenbezogenen Daten erhalten Sie unter www.wn.de/Service/Datenschutz. 

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