Landesverband der Angehörigen psychisch Kranker in NRW
„Unverzichtbar und wichtiger denn je“

Münster -

Am Wochenende feierte der Landesverband der Angehörigen psychisch Kranker in NRW sein 30-jähriges Bestehen im Wolfgang-Borchert-Theater. Mit Grußworten, Zaubereinlagen und viel Zeit zum gegenseitigen Austausch wurde das Jubiläum gewürdigt.

Sonntag, 17.11.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 18.11.2019, 15:52 Uhr
Judith Alferink (l.) und Wiebke Schubert bei der Feier „
Judith Alferink (l.) und Wiebke Schubert bei der Feier „ Foto: con

Es begann am Küchentisch: Gudrun Schliebener und Gunda Twardon , heute zwei rüstige 90-Jährige, setzten sich am Küchentisch zusammen, um den „Landesverband der Angehörigen psychisch Kranker in Nordrhein-Westfalen“ zu gründen. Am Samstag feierte der Landesverband sein 30-jähriges Bestehen im Wolfgang-Borchert-Theater. Mit Grußworten, Zaubereinlagen, Frühstück, Improtheater und viel Zeit zum gegenseitigen Austausch wurde das Jubiläum gebührend gewürdigt.

Psychische Erkrankungen seien für die Angehörigen meist ebenso schlimm wie für die Betroffenen. Gerade daher sei ein Forum gut, wo den Familien selbstlos geholfen wird, sie Kraft und starken Rückhalt erfahren. So fasste Dr. Rüdiger Hannig, stellvertretender Vorsitzender des Bundesverbandes, die Rolle des Verbandes zusammen.

Für die Stadt Münster überbrachte Bürgermeisterin Wendela-Beate Vilhjalmsson die Grußworte. Sie erinnerte an die Aktion mit dem Selbsthilfe-Truck in Münsters Innenstadt und bewunderte den Mut der Angehörigen, in die Öffentlichkeit zu treten, um auf die Probleme aufmerksam zu machen. In Zeiten zunehmender Depressionserkrankungen bezeichnete sie den Verband als „unverzichtbar und wichtiger denn je“. Sie versprach ihre Unterstützung, die Verbandsräume im Gesundheitshaus an der Gasselstiege auch weiterhin nutzen zu können.

Professorin Dr. Judith Alferink gratulierte als Chefärztin des Alexianer Krankenhauses zu dem „tollen Ereignis“. Die Alexianer stellen ihre Räumlichkeiten regelmäßig für Verbandstreffen zur Verfügung. Sie schätzen die Arbeit: „Ihre Stimme hilft.“

Alferink hofft, dass es immer mehr Mitglieder werden. Immer noch sei Angst, Stigma, soziales Unverständnis bei psychischen Krankheiten Realität, dazu kommen furchtbare Schuldzuweisungen gegenüber Familienmitgliedern.

Wiebke Schubert moderierte die Feierstunde.

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