Zukunft der Sammlung ist gesichert
Fotoschatz von Henning Stoffers geht ans Stadtarchiv

Münster -

Die Zukunft der Sammlung von Henning Stoffers ist gesichert. Sie wird als Dauerleihgabe an das Stadtarchiv gehen. Neuer Besitzer ist die Münsterländische Bank Thie & Co.

Sonntag, 17.11.2019, 21:30 Uhr aktualisiert: 18.11.2019, 15:52 Uhr
Henning Stoffers (l.) mit Mechtild Pieper und Steffen Opitz von der Münsterländischen Bank Thie & Co.
Henning Stoffers (l.) mit Mechtild Pieper und Steffen Opitz von der Münsterländischen Bank Thie & Co. Foto: Jan Schneider

Henning Stoffers kann aufatmen: Die Zukunft seiner Sammlung ist gesichert. Die Münsterländische Bank Thie & Co. ist neue Eigentümerin der vielen Tausend Fotos, Postkarten, Zeitungsartikel, Bücher und Broschüren zur Stadtgeschichte, die Stoffers in den letzten Jahren zusammengetragen hat. Die Bank werde die Sammlung dem Stadtarchiv als Dauerleihgabe zur Verfügung stellen, so Steffen Opitz, Geschäftsführender Gesellschafter der Bank.

Die frohe Kunde überbrachte Stoffers am Sonntagvormittag den vielen Zuhörern, die im Schlosstheater einen seiner beliebten Lichtbildervorträge zur Stadtgeschichte hören wollten. „Eine glückliche Fügung“ nannte es Mechtild Pieper , Geschäftsführende Gesellschafterin der Bank. „Wir haben alle Geburtstag.“

Pieper verwies auf Stoffers 75. Wiegenfest sowie das anstehende 100-jährige Bestehen ihrer Bank, die seit 25 Jahren in Münster ansässig sei. Über eine gemeinsame Bekannte hatte Pieper erfahren, dass Stoffers eine dauerhafte Heimat für seine Sammlung suchte, die bisher in seinem Haus in Kinderhaus aufbewahrt wird. Stoffers nannte den im Januar beginnenden Umzug seiner Schätze „ein Geschenk an die Stadt“.

Welche Perlen seine Sammlung enthält, machte Stoffers mit dem anschließenden Vortrag zum Thema „Münster in bewegten Zeiten“ deutlich. So präsentierte er erstmals Bilder einer Kasematte in den Resten der Stadtmauer an der Westerholtschen Wiese. Zu sehen waren auch Aufnahmen eines rätselhaften, etwa vier Meter tiefen ummauerten Lochs in der Befestigungsanlage und eines zugeschütteten unterirdischen Ganges, der bis zum Dom führen soll. „Das glaube ich aber nicht“, meinte Stoffers.

Er überraschte das Publikum mit einem Stadtplan, auf dem erkennbar ist, dass 1880 ein Rhein-Weser-Elbe-Kanal geplant war, der am Schlossplatz entlang und durchs Kreuzviertel führen sollte. Stoffers stellte fröhliche Soldaten vor, die in den Ersten Weltkrieg zogen, und ernste Verwundete in einem Hiltruper Hospital. Er zeigte, wie sich der Nahverkehr von der Pferdebahn über die Straßenbahn bis zum „O-Bus“ (Trolleybus) entwickelte, teilweise in Vergessenheit geratene Verkehrsmittel. Und wer weiß schon, dass der Wochenmarkt auf dem Domplatz umziehen musste, weil einst die Straßenbahngleise gefährlich nah an den Ständen auf dem Prinzipalmarkt vorbeiführten?

Stoffers stellte auch die Zerstörung Münsters im Zweiten Weltkrieg und den Wiederaufbau dar. Viele Bilder aus dieser Zeit stammen vom Kinderhauser Maurerpolier Willi Zumbrock, den Stoffers würdigte. Seinen Vortrag wird er am 15. Dezember wiederholen.  

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