Feierstunde zum Volkstrauertag
Aufruf zur Zivilcourage

Münster -

Vertreter der Armeen und des öffentlichen Lebens begingen am Sonntag den Volkstrauertag. Auf dem Rathausinnenhof waren viele Kränze zu sehen.

Sonntag, 17.11.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 18.11.2019, 15:52 Uhr
Zum Gedenken an die Toten der beiden Weltkriege wurden am Sonntagvormittag zahlreiche Kränze auf dem Platz des Westfälischen Friedens aufgestellt.
Zum Gedenken an die Toten der beiden Weltkriege wurden am Sonntagvormittag zahlreiche Kränze auf dem Platz des Westfälischen Friedens aufgestellt. Foto: Oliver Werner

Am Sonntagvormittag wurde mit der Kranzniederlegung im Rathausinnenhof des Volkstrauertags gedacht. Stadtrat Wolfgang Heuer erinnerte an die vielen Toten, „die alle diese Kriege nicht wollten“, ob verhungerte Kinder oder Opfer der Nationalsozialisten, wie chronisch Kranke und Behinderte. „Gedenken heißt, wir haben euch nicht vergessen“, so Heuer.

Kränze von der Kriegsgräberfürsorge, von Stadt und Land, von Armeevertretern der Bundeswehr, der Niederlande, Frankreich, Großbritannien und der USA sowie vom Bund der Vertriebenen wurden vor dem historischen Rathaus aufgestellt.

Anschließend wurde die Erinnerungsfeier im Rathausfestsaal fortgesetzt. Hier sorgten Musiker des Luftwaffenmusikkorps und der Chor des Paulinums für eine würdige musikalische Umrahmung der Feierstunde. Schülerinnen der Bischöflichen Marienschule trugen Friedensgedichte von Josef Reding und Bertolt Brecht vor. Sarah Althoff (17 Jahre) las einen sehr berührenden eigenen Text. Sie gedachte aller, die Widerstand leisteten, und rief dazu auf, denen, die zum Schweigen gebracht wurden, eine Stimme zu geben.

Volkstrauertag in Münster

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Bei der Begrüßung mahnte Bürgermeisterin Wendela-Beate Vilhjalmsson, dass Frieden das höchste Gut sei und Erinnerung wichtiger denn je. Matthias Löb , LWL-Direktor, hielt die Hauptansprache. Er ging zunächst der Frage eines zeitgemäßen Gedenkens nach, um dann auf aktuelle Friedensbedrohungen einzugehen.

Gegen das Verblassen kollektiver Erinnerung sei der Volkstrauertag eine Möglichkeit, um auf zeitlose und universelle Fragen von Krieg und Frieden einzugehen. Zeitgemäße Erinnerungskultur sei ein Anliegen des LWL-Kommunalverbandes.

Matthias Löb rief zur Zivilcourage im Alltag auf, etwa wenn fremdenfeindliche Parolen laut würde. Er nahm Bezug auf die nationale und internationale Friedensbedrohung durch Populismus, Nationalismus und Protektionismus.

Löb erklärte, dass zwischen Januar und Juni 2019 insgesamt 442 Straftaten mit antisemitischen Hintergrund verzeichnet wurden. „Frieden ist eine Aufgabe, die gepflegt werden muss.“ Löb bewertete zeitgemäße und mutige Gedenkkultur als bedeutend für eine friedliche und freiheitliche Zukunft.

Er endete mit dem Appell: „Lassen wir nicht zu, dass Gewalt oder gar Krieg jemals wieder Mittel der politischen Auseinandersetzung werden.“

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