Viele Hilfen bei Parkinson
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn besucht das UKM

Münster -

Bundesgesundheitminister Jens Spahn stattete am Dienstag dem UKM einen Besuch ab. Unter anderem informierte er sich dort über das Parkinsonnetzwerk Münsterland, das nach niederländischem Vorbild Experten und Betroffene miteinander verbindet.

Dienstag, 19.11.2019, 21:00 Uhr aktualisiert: 19.11.2019, 21:57 Uhr
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn informierte sich bei seinem Besuch im UKM über das Parkisonnetzwerk Münsterland und kam dabei auch mit Rudolf Hege ins Gespräch, der selbst an Parkinson erkrankt ist und eine Selbsthilfegruppe leitet.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (l.) informierte sich bei einem Besuch im UKM über das Parkinsonnetz Münsterland und kam dabei auch mit Rudolf Hege (M.) ins Gespräch, der selbst an Parkinson erkrankt ist und eine Selbsthilfegruppe leitet. Foto: Matthias Ahlke

Ein Netzwerk, das auf Dauer Geld sparen kann und dabei den Patienten immer im Mittelpunkt behält, darauf müsste Bundesgesundheitsminister Jens Spahn eigentlich sofort anspringen. Doch dass es nicht so einfach ist, Überzeugungsarbeit zu leisten, das stellten am Dienstag verschiedene Mitglieder des Parkinsonnetzes Münsterland (PNM+) bei einem Termin mit dem Bundesminister im Universitätsklinikum Münster fest.

Bei diesem Netz handelt es sich um einen Zusammenschluss aus Betroffenen, Angehörigen, Ärzten, Pflegern, Therapeuten, Pharmaindustrie und Selbsthilfegruppen, die an der Behandlung beteiligt sind. Prof. Dr. Tobias Warnecke , Oberarzt und Facharzt für Neurologie, stellte das Netzwerk, das nach niederländischem Vorbild arbeitet, vor. 

Spezielle „Parkinson Nurses“

So ein Netzwerk müsste in die Regelversorgung gehören, betonte Warnecke. Durch gute Strukturen könnten Kosten bei der Patientenversorgung auch in Deutschland auf Dauer reduziert werden. „So ein Netzwerk bedeutet auch, Verantwortung abzugeben“, entgegnete Spahn. Er sei überzeugt, dass die Ausbildung der Mitarbeiter vieles bereits hergebe, oft an der Organisation innerhalb der Krankenhäuser scheitere.

Zum Netzwerk gehören speziell ausgebildete Pfleger („Parkinson Nurse“), Therapeuten, die auf an Parkinson Erkrankte spezialisiert sind. „Das ist ein Aspekt, der sehr für die umstrittene Einrichtung von Pflegekammern spricht“, wandte Spahn ein.

Derzeit findet am UKM eine Studie statt, die per „Smartwatch“ Bewegungen des Patienten aufzeichnet, auswertet und somit die Diagnose der Erkrankung erleichtere, berichtete Warnecke. Dafür haben Informatiker des UKM eine App entwickelt.

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Blick zum Nachbarn reicht 

Zu Wort kam bei dem Gespräch auch Rudolf Hege, selbst Parkinson-Patient und Organisator einer Selbsthilfegruppe, der dem Minister erklärte, wie wichtig es gerade für Betroffene sei, fachkundige Unterstützung in vielen Bereichen zu haben. Auch er erklärte, dass vieles nicht neu erfunden werden müsse, sondern ein Blick zu europäischen Nachbarn reiche.

Bei seinem Besuch im UKM stattete der Minister auch noch der Kardiologie-Abteilung einen Besuch ab. Als Schirmherr des Zentrums für angeborene Herzfehler informierte er sich bei einem Antrittsbesuch vor Ort über die Patientenversorgung und Forschungsschwerpunkte des Zentrums.

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