WN-Spendenaktion
Familie Eggenstein wirbt für das Pelikanhaus

Münster -

Nie ist der Wunsch, ständig bei den eigenen Kindern zu sein, größer, als wenn diese schwerkrank im Krankenhaus liegen. Doch ausgerechnet im Krankenhaus ist kein Platz für Mama, Papa oder die Geschwister. Familie Eggenstein hat das selbst erlebt – und wirbt deshalb leidenschaftlich fürs neue Pelikanhaus.

Samstag, 23.11.2019, 08:00 Uhr
Bernd Eggenstein mit seinen Kindern Anton und Klara: Das erste Jahr nach der zu frühen Geburt der Zwillinge habe die Familie ständig im Krankenhaus verbringen müssen, berichtet der Vater. Dort habe es für die Familie aber kaum Platz gegeben.
Bernd Eggenstein mit seinen Kindern Anton und Klara: Das erste Jahr nach der zu frühen Geburt der Zwillinge habe die Familie ständig im Krankenhaus verbringen müssen, berichtet der Vater. Dort habe es für die Familie aber kaum Platz gegeben. Foto: Hauschild-Fotodesign, BFF

Klara und Anton kamen im Oktober zur Welt, acht Wochen vor dem errechneten Geburtstermin. Eine Schwangerschaftsvergiftung ihrer Mutter ließ den Ärzten keine Wahl. Bernd Eggenstein erinnert sich noch genau an den Moment, als er an der Schwelle der Kinderintensivstation im Clemenshospital stand, um nach seinen Zwillingen zu sehen. Der Geruch des Desinfektionsmittels, das Summen des Türöffners, das Piepsen der Überwachungsmonitore – all das hat sich ihm eingebrannt. „Das ist der Ort, an dem meine Kinder nicht sein sollten“, dachte er. Und trat ein.

Heute, rund vier Jahre später, spricht Bernd Eggenstein von einer „Erfolgsgeschichte“. Klara und Anton haben überlebt. Die Kinder sind – auf unterschiedliche Weise – entwicklungsverzögert, aber es geht ihnen gut. Das war im Herbst 2015 überhaupt nicht abzusehen, berichtet ihr Vater: „Es war ein sehr schlechter Start.“ Den ersten acht Wochen auf der Intensivstation folgte ein Jahr, in dem die Familie praktisch immer in verschiedenen Krankenhäusern war. Infektionen, Komplikationen, dramatisch erhöhte Leberwerte, mehrere Operationen – „wir sind nie zur Ruhe gekommen.“

Unbequeme Verhältnisse

„Sie können nicht immer dabei sein“, warnte damals der Chefarzt der Klinik für Kinder-​ und Jugendmedizin am Clemenshospital, Dr. Otfried Debus , den besorgten Vater, „die Kinder brauchen sie noch über einen sehr langen Zeitraum.“ Er habe lange gebraucht, um das zu begreifen und zu akzeptieren, bekennt Bernd Eggenstein. „Ich bin die ersten drei Tage und Nächte gar nicht nach Hause gegangen“, erzählt er. „Erst am vierten Tag, und dann bewusst nachts, damit ich niemanden treffe, dem ich die ganze Geschichte erzählen muss.“

Die Familie wohnt in Nordkirchen, eine gute halbe Autostunde vom Clemenshospital entfernt. Nicht sehr weit für einen gelegentlichen Besuch – aber unerreichbar fern, wenn man die eigenen Kinder eigentlich nie allein lassen möchte. Aber was ist die Alternative? Bernd Eggenstein hat alles erlebt: ein zusätzliches Bett im Krankenzimmer, eine Pritsche, einige Nächte auf Stühlen neben dem Krankenbett.

Nähe zu den Kindern

In der Uniklinik Hannover habe er sich sogar als einziger Vater mit vier Müttern ein Kinderkrankenzimmer teilen müssen – für niemanden angenehm, bei dem Stress, den man sowieso schon hat. Er bekam auch ein Zimmer im Angehörigenhaus direkt neben dem Clemenshospital. Eine deutliche Verbesserung, sagt er, aber mehr als einen Platz zum Schlafen biete es nicht.

Darum unterstützt Bernd Eggenstein seit einiger Zeit ganz entschieden das Pelikanhaus, das auf dem Gelände des jetzigen Angehörigenhauses gebaut werden soll. Zwölf geräumige Familienzimmer mit einem Minimum an Komfort sollen dort entstehen. Was würde sich damit verbessern? „Die Nähe zu den Kindern. Die Nähe zu den Ärzten. Die Nähe zu Entscheidungen, die am Clemenshospital immer gemeinsam getroffen werden. Und es hätte uns die Möglichkeit gegeben, Klara und Anton zusammenzubringen. Davon hätten sie sehr profitiert. Zwillinge gehören doch zusammen.“

WN-Spendenaktion: Vier Projekte, ein Konto

► Projekte:  Nimas  (Bildungsförderung für Kinder in Problemlagen), Tilbeck (Beratungsangebot, um technische Produkte zu finden, die Senioren eine selbstständige Lebensführung erleichtern),  Monastir  (Unterstützung für Kinder und Umwelt in Münsters tunesischer Partnerstadt),  Pelikanhaus  (Bau eines Hauses für Angehörige schwerkranker junger Patienten am Clemenshospital)

► Wer für ein bestimmtes Projekt spenden möchte, sollte das bei der Überweisung vermerken. Sonst wird die Spende gleichmäßig aufgeteilt. Eine Spendenquittung wird ab 200 Euro automatisch ausgestellt, wenn die Adresse angegeben ist.

► Namensnennung: Die WN berichten regelmäßig über die Spendenaktion. Wenn Sie mit der Nennung Ihres Namens in der Zeitung einverstanden sind, tragen Sie bitte bei der Überweisung unter Verwendungszweck „Veröffentlichung: Ja“ ein.

► Konto: Sparkasse Münsterland-Ost (BLZ: 400 501 50); IBAN: DE 43 4005 0150 0000 0088 88

► Rückfragen: Telefon 0251 / 690 917 211

► Datenschutz: Ihre personenbezogenen Daten verwenden wir, soweit keine darüber hinausgehende Einwilligung vorliegt, nur zur Abwicklung des der Erhebung zugrundeliegenden Zwecks. Nähere Informationen zu unserem Umgang mit personenbezogenen Daten erhalten Sie unter  www.wn.de/Service/Datenschutz  .

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