Tierrechtler demonstrieren in Münster
Leiden von Laboraffen bewegt 1500 Menschen

Münster -

Die Demonstration gegen Tierversuche an Affen im Versuchslabor Covance in Münster fiel am Samstagmittag deutlich größer aus als erwartet. Die Organisatoren hatten nur wenige Hundert Menschen erwartet, es kamen rund 1500 – und fast jeder hatte ein Plakat oder Transparent dabei.

Samstag, 23.11.2019, 14:56 Uhr aktualisiert: 23.11.2019, 15:36 Uhr
Als Affen verkleidete Demonstranten symbolisierten das Leiden von Versuchstieren.
Als Affen verkleidete Demonstranten symbolisierten das Leiden von Versuchstieren. Foto: Matthias Ahlke

„Wann hast du dein Mitgefühl verloren?“ Das steht auf einem Plakat, das Ruth Nergert am Samstagmittag durch Münster trägt. Darunter das Foto eines Affen in einem Tierversuchslabor. Die münsterische Tierschützerin hat sich als Ordnerin für die Demonstration gegen die geplante Erweiterung des Tierversuchlabors der Firma Covance in Münster gemeldet – und geht ganz am Ende des Protestzuges.

Vor ihr marschieren nach Angaben der Polizei rund 1500 Gleichgesinnte – und es gibt kaum jemanden, der kein Transparent, kein Plakat gebastelt hat. Viele Plüschaffen halten als Darsteller für die lebendigen Artgenossen in den Labors her und viele schockierende Fotos werden hochgehalten. Die Organisatoren haben vorgesorgt: Falls jemand angesichts der brutalen Bilder psychischen Beistand benötigt, stehe an der Spitze der Demonstration ein „Aware­ness-Team“ bereit.

Die Tierärztin Corina Gericke aus Braunschweig ist stellvertretende Vorsitzende des Vereins „Ärzte gegen Tierversuche“ – und schon am Stubengassenplatz bei der Auftaktkundgebung von der Resonanz auf den Protestaufruf überwältigt. Mit rund 200 Teilnehmern hatten die Organisatoren zuerst gerechnet, angemeldet hatten sich bei Facebook rund 800, am Ende waren fast doppelt so viele Tierrechtler dabei. Die münsterische Vertreterin von „Ärzte gegen Tierversuche“, Astrid Beckmann, ermahnt die Teilnehmer vor dem Start, friedlich zu bleiben – bei anderen Protesten kam es vor, dass sich Militante unter die Demonstranten mischten.

Demonstration gegen Tierversuche bei Covance

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  • Die Demonstration gegen Tierversuche an Affen im Versuchslabor Covance in Münster fiel am Samstagmittag deutlich größer aus als erwartet.

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  • Die Organisatoren hatten nur wenige Hundert Menschen
    erwartet, es kamen rund 1500 – und fast jeder hatte ein Plakat oder Transparent dabei.

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  • Foto: Karin Völker
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Vor dem Rathaus stehen schon andere Demonstranten, sie fordern Freiheitsrechte im Iran – und machen dem machtvollen Zug der Tierrechtler Platz. Die ziehen zum Ludgerikreisel, wo sie sich für einige Minuten auf die Fahrbahnen legen. Der Verkehr in der Innenstadt war schon zuvor zum Erliegen gekommen.

Die Demonstranten fordern nicht nur das Ende der Affenversuche in den Laboren von Covance in der Nähe von Amelsbüren, sondern einen generellen Stop von Tierversuchen. Corina Gericke blickt in die Niederlande, die einen Ausstiegsplan formuliert haben und ab 2025 ohne sogenannte „Giftigkeitstests“, wie sie auch bei Covance an Affen durchgeführt werden, auskommen wollen. Gericke betont, dass schon heute neue Medikamente wirksamer durch im Labor gezüchtete Miniorgane aus biotechnologisch erzeugten Stammzellen mit menschlicher DNA erforscht werden könnten, und sagt: „Tierversuche, wie sie bei Covance, durchgeführt werden, sind Methoden aus dem 19. Jahrhundert“.

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