Beim Gesprächsabend im Schloss blieben viele Plätze frei
Musik-Campus: Zähes Frage- und Antwort-Spiel

Münster -

Oberbürgermeister Markus Lewe und Uni-Rektor Prof. Johannes Wessels stellten sich bei einem Gesprächsabend den Fragen zum geplanten Musik-Campus. Das Interesse hielt sich in Grenzen.

Mittwoch, 27.11.2019, 06:50 Uhr aktualisiert: 27.11.2019, 06:52 Uhr
Oberbürgermeister Markus Lewe (l.) und Uni-Rektor Prof. Dr. Johannes Wessels stellten sich den Fragen der Gäste im Festsaal des Uni-Schlosses. Pressesprecher Norbert Robers moderierte die Frage-und-Antwort-Runden.
Oberbürgermeister Markus Lewe (l.) und Uni-Rektor Prof. Dr. Johannes Wessels stellten sich den Fragen der Gäste im Festsaal des Uni-Schlosses. Pressesprecher Norbert Robers moderierte die Frage-und-Antwort-Runden. Foto: Oliver Werner

Der Musik-Campus gilt aktuell als das wichtigste Zukunftsprojekt. Bei der Diskussionsveranstaltung am Dienstagabend im Uni-Schloss fiel sogar mehrmals die Vokabel „Jahrhundertprojekt“. Entsprechend selbstbewusst sprang auf der Leinwand ins Auge: „Ein Campus für die Musik – Ganz Münster packt mit an“.

Beim Blick in den Saal konnte da eine gewisse unfreiwillige Komik nicht ausbleiben. Bei gerade einmal 120 Gästen, die in den angekündigten Austausch mit Oberbürgermeister Markus Lewe und Uni-Rektor Prof. Dr. Johannes Wessels einsteigen wollten, blieben sehr viele Plätze frei.

Darüber hinaus fiel auf, dass vorzugsweise ältere Männer an dem Thema interessiert waren. Unter den rund 20 Personen im Publikum, die sich im Verlauf des Abends zu Wort meldeten, befand sich gerade einmal eine Frau. Und Uni-Pressesprecher Norbert Robers als Moderator war nun wahrlich nicht abgeneigt, die Frauenquote auch zu erfüllen.

Wenig Erkenntnisgewinn

Bei aller Seriosität und Ernsthaftigkeit, mit der Standorte und Konzepte diskutiert wurden, war gewisse Schläfrigkeit unverkennbar. Zumindest bis zu dem Moment, als der Architekt Jörg Preckel genervt das Wort ergriff und den Münsteranern vorhielt: „Wir behandeln unsere Stadt wie ein Kaff. Wir verhindern jeden Kulturbau.“

Auch sonst gab es aufschlussreiche, wenn auch seltene Momente, in denen eine Zuspitzung von These und Gegenthese einen Erkenntnisgewinn bot. Als zum Beispiel Rüdiger Wiechers von der Schlossplatzinitiative den für den Musik-Campus favorisierten Standort an der Hittorfstraße provozierend als „Hinterhof“ bezeichnete, da konterte Oberbürgermeister Markus Lewe mit der Frage: „Wenn die Hittorfstraße Hinterhof ist, was ist dann der Hafen?“

Und als der frühere Vorsitzende des Musikhallen-Vereins, Dr. Klaus Anderbrügge, laut darüber nachdachte, ob eine Kombination aus Musikschule und Volkshochschule im Vergleich zum Musik-Campus das „progressivere Konzept“ sein könne, da konterte Wessels mit der Frage: „Warum sollen wir dann nicht auch mit Sportvereinen kooperieren?“

Kontroverse Standortfrage

Interessant an dem Gesprächsabend war, dass sowohl Lewe als auch Wessels in ihren Eingangsstatements die kontroverse Standortfrage nicht ansprachen. Ihnen ging es in erster Linie darum, die angedachte Zusammenführung von Musikschule, Musikhochschule und Sinfonieorchester samt Konzertsaal zu thematisieren. „Der Campus der Musik ist mehr als eine Konzerthalle“, so Lewe.

Natürlich wurden in der Diskussion postwendend alternative Standorte wie das Lindenhofareal oder der Parkplatz Hörsterstraße angesprochen. Wessels Kommentar dazu: „Über ein Areal, das mir nicht gehört, mache ich mir keine Gedanken.“

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