Finale beim Start-up-Ideenwettbewerb
In sieben Minuten Investoren und die Jury überzeugen

Münster -

Wie überzeugt man Investoren und potenzielle Kunden in wenigen Minuten von seiner Geschäftsidee? Die Finalisten beim digitalen Ideenwettbewerb „Ercis Launch Pad“ zeigten es am Leonardo Campus.

Mittwoch, 27.11.2019, 19:30 Uhr
Dr. Kolja Beltrop bringt das münsterische Start-up E-Lyte Innovations aus dem Batterieforschungszentrum beim digitalen Ideenwettbewerb als zukunftsweisenden Zulieferer für die Batterieindustrie in Position.
Dr. Kolja Beltrop bringt das münsterische Start-up E-Lyte Innovations aus dem Batterieforschungszentrum beim digitalen Ideenwettbewerb als zukunftsweisenden Zulieferer für die Batterieindustrie in Position. Foto: Oliver Werner

Sieben Minuten, in denen auf der Bühne alle Register eines Überzeugungsprogramms gezogen werden müssen, sieben Minuten, die darüber entscheiden, am Ende möglicherweise mehrere Tausend Euro für sein Start-up-Unternehmen verbuchen zu können. Beim „Ecris Launch Pad“ kam am Mittwoch Münsters Gründerszene zusammen, um sich in einem digitalen Ideenwettbewerb zu messen – unter den sechs Finalisten auch drei Unternehmen aus Münster.

Den Anfang machte E-Lyte Innovations, ein Start-up aus dem Batterieforschungszentrum, das sich als Technologievorreiter im Bereich Elektrolyte für elektrochemische Energiespeicher sieht. Die vier Gründer um Dr. Kolja Beltrop entwickeln und produzieren maßgeschneiderte Elektrolyte, „das Herzstück einer jeden Batterie“, so Beltrop.

Lebenszeit um 500 Prozent erhöht

Er bindet das Publikum bei seiner Präsentation direkt ein. Wer bereits mit Akkuproblemen bei Handy, Laptop oder anderen Geräten zu kämpfen gehabt habe, wenn man sie dringend benötigte? Zahlreiche Hände gehen bei dieser Frage in die Höhe. Eine klimaneutrale Zukunft sei nur mit leistungsstarken Batterien zu bewältigen, unterstreicht Beltrop. Und mit den Tieftemperaturelektrolyten aus seinem Unternehmen lasse sich die Lebenszeit von Batterien in der Medizin, beispielsweise für Herzschrittmacher, um 500 Prozent erhöhen. Die Juroren, darunter auch Skateboard-Unternehmer Titus Dittmann, nageln den Chemiker anschließend allerdings auf Details im Businessplan fest.

Der ist für erfolgreiches Wirtschaften von elementarer Bedeutung, wie zu Beginn der Sieger des Vorjahreswettbewerbs, Niklas Kiehne, deutlich machte.

Digitaler Lieferschein

Eine riesige Zielgruppe hat auch das münsterische Start-up „FrachtPilot“ im Blick, das eine landwirtschaftliche Direktvermarktung über eine Business-Plattform bietet. Egal ob Umsätze, Warenbestände, Arbeitszeiten oder Liefertouren: Die Kunden seien in der Lage, sämtliche Prozesse in Echtzeit zu verfolgen, versprechen die Jungunternehmer. Dank eines digitalen Lieferscheins könnten papierlos alle Lieferscheine auf dem Handy erstellt und verwaltet werden.

Die Qualität einer Unternehmensidee wird im realen Wirtschaftsleben ebenso wie bei diesem Wettbewerb daran gemessen, wie gut sie vor Investoren und potenziellen Kunden verkauft wird. In den Argumentationsring stieg last but not least das münsterische Start-up „Edyoucated“, das für sein Konzept einer effektiven Weiterbildung für die digitalen Fähigkeiten von Mitarbeitern warb.

Der nunmehr 12. digitale Ideenwettbewerb „Ercis Launch Pad“ soll auch einen Beitrag dazu leisten, das Exzellenz Start-up Center an der Westfälischen Wilhelms-Universität zu etablieren, wie Prof. Dr. Gottfried Vossen deutlich machte.

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