Urwahl zum SPD-Bundesvorsitz
So reagierten die münsterischen Genossen auf das Ergebnis

Münster -

Die Genossen in der SPD haben gewählt – und der Kreisvorsitzende der SPD Münster, Robert von Olberg ist froh über den Ausgang der Abstimmung. Er ist Groko-Gegner. Svenja Schulze, ebenfalls münsterische Sozialdemokratin, und Umweltministerin in der Groko, äußert sich diplomatischer.

Montag, 02.12.2019, 16:30 Uhr
Svenja Schulze ist Teil der Groko – die Bundesumweltministerin gibt sich zur Urwahl in der SPD diplomatisch.  Svenja Schulze geht es als Bundesumweltministerin zuerst um den Klimaschutz – wen sie in der SPD unterstützt hat, sagt sie nicht.
Svenja Schulze ist Teil der Groko – die Bundesumweltministerin gibt sich zur Urwahl in der SPD diplomatisch.  Svenja Schulze geht es als Bundesumweltministerin zuerst um den Klimaschutz – wen sie in der SPD unterstützt hat, sagt sie nicht. Foto: dpa

Svenja Schulze , Bundesumweltministerin der SPD aus Münster, hat am Montagmittag noch in der Heimatstadt zu tun. Am Rande der Eröffnung des Kongresses „Zukunftsstadt“ in der Halle Münsterland sagt Schulze, gefragt nach ihrer Meinung zum Votum der SPD-Mitglieder vor allem etwas zu ihrem Kernthema, dem Klima-Schutz – nicht bezogen auf die SPD. Das Klimapaket sei eben „noch nicht unter Dach und Fach“. Zum Ausgang der Abstimmung über die künftigen Bundesvorsitzenden, gratuliert Schulze vorab, um dann diplomatisch zu erklären: „Die Mitglieder haben entschieden und jetzt arbeiten wir alle wieder solidarisch daran, das Leben der Menschen zu verbessern.“

Wenig überraschend: Ein Ausstieg aus der Groko wäre aber nicht die Wunschvorstellung des Kabinettsmitglieds Schulze, wie sie durchblicken lässt: „Für mich ist im Moment ganz entscheidend, dass erstens die laufenden Verhandlungen zum Kohleausstieg und zum Ausbau der Windkraft erfolgreich abgeschlossen werden.“ Wen hat sie unterstützt bei der Urwahl – Walter-Borjans, mit dem sie in NRW im Landeskabinett als Ministerin saß, oder Olaf Scholz, der jetzt ihr Kabinettskollege ist? Svenja Schulze grinst: „Sage ich nicht.“

Verhandlungen mit der CDU

Robert von Olberg, Kreisvorsitzender der SPD Münster, macht wenig Geheimnisse – seine Favoriten haben gewonnen. Am Wochenende reist er als Delegierter zum Bundesparteitag nach Berlin, wo die neuen Vorsitzenden gewählt werden sollen. Von Olberg hatte sich von Anfang an als Gegner der Groko positioniert.

Das heißt aber nicht, dass er dafür plädiert, die Koalition sofort zu verlassen. „Es wird jetzt darum gehen, inhaltliche Themen mit der CDU zu verhandeln“, sagt von Olberg: Beim Klimapaket, beim Geld für Infrastrukturmaßnahmen und bei Hartz IV, Punkte, die die designierten neuen Vorsitzenden am Wochenende selbst schon benannt hatten.

Klar sei aber auch, dass diese Verhandlungen nicht von heute auf morgen anberaumt und geführt würden: „Vor Weihnachten wird das nichts.“ Weitere Delegierte aus Münster ist die Medizinstudentin Almut Großmann, Sie ist stellvertretende Bundesvorsitzende der Jusos.

Die Teams traten bei der Wahl zum SPD-Bundesvorsitz an:

Kandidaten-Duos für den SPD-Vorsitz

1/6
  • SPD-Parteivize Ralf Stegner und seine Mitstreiterin Gesine Schwan:

    Kaum einer hatte erwartet, dass sich dieses Duo auf dem Podium so viele Sympathien erarbeiten würde - zumal Stegner auch in seiner Partei als notorischer Miesepeter gilt. Doch damit spielt der Norddeutsche gekonnt, das Paar mischt Selbstironie mit knallharten sozialpolitischen Forderungen.

    Foto: Lino Mirgeler
  • Vizekanzler Olaf Scholz und Klara Geywitz:

    Sie werden schon allein wegen Scholz‘ Bekanntheit Stimmen einheimsen. Doch Scholz bläst der Wind auch kräftig ins Gesicht. Der Finanzminister gab sich gewohnt zurückhaltend, überließ oft Geywitz das Reden. Wie kein anderes Team stehen beide für eine Fortsetzung der großen Koalition.

    Foto: Lino Mirgeler
  • Früherer NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans und die baden-württembergische Bundestagsabgeordnete Saskia Esken:

    Als eine Art Anti-Scholz präsentiert sich der frühere NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans. Zusammen mit Saskia Esken tritt er für höhere Steuern für Reiche ein. Auch deshalb gilt das Duo als Favorit der Partei-Linken. „NoWaBo“, wie Walter-Borjans in sozialen Netzwerken heißt, wird auch von den Jusos und ihrem Chef Kevin Kühnert sowie vom mitgliederstarken Landesverband NRW unterstützt.

    Foto: Lino Mirgeler
  • NRW-Landtagsabgeordnete Christina Kampmann und Europa-Staatsminister Michael Roth:

    Sie zeigen sich jung, dynamisch, wollen Verkrustungen in der Partei aufbrechen, wären eine Spitze ohne Abnutzungserscheinungen. Das kommt bei vielen gut an - doch zugleich polarisiert kaum ein Duo so sehr wie dieses.

    Foto: Lino Mirgeler
  • Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius und die sächsische Integrationsministerin Petra Köpping:

    Für sie trommeln vor allem Funktionäre, sie versprechen „keine Traumtänzereien“. Bei den Konferenzen enttäuschte Pistorius die hohen Erwartungen aber eher. Köpping dagegen kam vor allem im Osten an.

    Foto: Lino Mirgeler
  • Bundestagsabgeordnete Karl Lauterbach und Nina Scheer:

    Politische Extrempositionen scheinen im Kandidatenrennen eher zu schaden - das spüren die Bundestagsabgeordneten Karl Lauterbach und Nina Scheer, die den GroKo-Ausstieg deutlicher als alle anderen fordern. In München bekommen sie aber zum Abschluss viel Applaus, gilt doch die Bayern-SPD als eher linker Landesverband.

    Foto: Lino Mirgeler
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