Sagel plant eigene Initiative
Das Ratsmandat gibt er nicht zurück

Münster -

Die Linken in Münster haben ihr bekanntestes Gesicht verloren: Jetzt will Rüdiger Sagel weiter Politik machen – mit neuen Mitstreitern und mithilfe seines Ratsmandats.

Montag, 02.12.2019, 21:00 Uhr aktualisiert: 02.12.2019, 21:14 Uhr
Will sich weiter im Rat engagieren: Rüdiger Sagel.
Will sich weiter im Rat engagieren: Rüdiger Sagel. Foto: Dirk Anger

„Das Kapitel ist abgeschlossen“, sagt Rüdiger Sagel , der am Freitag aus der Partei „ Die Linke “ ausgetreten ist. Gleichwohl will sich der bisherige Ratsfraktionschef weiter kommunalpolitisch engagieren. Er sei seit einiger Zeit in Gesprächen mit Menschen, die über einen neuen Auftritt zur Kommunalwahl nachdenken. Bis Ende Januar sollen diese abgeschlossen werden.

Im Februar will Sagel verkünden, wie es konkret weitergeht. Einen ersten Anhaltspunkt gibt er bei einer Pressekonferenz am Montag: „Ich habe festgestellt, dass es bei vielen Menschen eine starke Parteiverdrossenheit gibt, aber keine Politikverdrossenheit.“ Das von Sagel ausgemachte „rege Interesse an Politik“ will er für seine zukünftigen politischen Ziele nutzen, die er mit sozial, ökologisch und offen für Münster betitelt.

Vorwurf der DDR-Programmatik

Inhaltlich bezieht er sich auf sozialen Wohnungsbau, Verkehrswende und klimagerechte Stadtentwicklung. Es herrsche eine große Unzufriedenheit über die Stadtpolitik, meint Sagel, der nach langen Querelen zwischen ihm und der Kreispartei das Handtuch bei den Linken geworfen hat. Sein Ratsmandat will er aber behalten und weist die Aufforderung entschieden zurück, selbiges niederzulegen. Als er damals als Landtagsabgeordneter von den Grünen zu den Linken gekommen sei, sei er von ihnen mit Applaus empfangen worden, erinnert der 64-Jährige an eine vergleichbare Situation.

Linke-Kreissprecherin Katharina Geuking wirft Sagel unterdessen vor, sich seit fast vier Jahren nicht mehr an der Parteiarbeit beteiligt zu haben. „Herr Sagel hat sich seit Jahren von der Partei entfremdet, und sein Abschied zeichnet sich seit längerer Zeit ab.“ Auch die Gründe für den Austritt seien nicht nachvollziehbar und recht krude. Sagel hatte den Linken DDR-Programmatik vorgeworfen mit „Verstaatlichungs- und Sozialisierungsfantasien“.

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