Durchbruch für Bauvorhaben am Hansaring
Markthalle statt E-Center am Hafen

Münster -

Der Namensänderung folgt das neue Konzept: Vor einigen Wochen hat das münsterische Unternehmen Stroetmann mitgeteilt, dass das aktuell mit einem Baustopp belegte Projekt Hafencenter den neuen Titel „Hafenmarkt“ erhält. Jetzt ist auch klar, dass auf dem Gelände am Hansaring kein E-Center realisiert wird - sondern eine Markthalle.

Dienstag, 03.12.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 03.12.2019, 19:04 Uhr
Die Bauarbeiten am „Hafenmarkt“ liegen seit Langem auf Eis. Das soll sich mit dem neuen Konzept ändern.
Die Bauarbeiten am „Hafenmarkt“ liegen seit Langem auf Eis. Das soll sich mit dem neuen Konzept ändern. Foto: Oliver Werner

Auf jeden Fall teilte SPD-Fraktionschef Dr. Michael Jung am Dienstag bei einem Pressegespräch mit, dass man mit Max Stroetmann in der Fraktion am Montag intensiv über eine entsprechende SPD-Anregung diskutiert habe. „Es geht in die richtige Richtung, aber wir sind noch nicht am Ziel“, sagte Jung. Ziel sei es, die für das E-Center vorgesehenen Flächen mit Verkaufs- und Gastronomieständen unter Verzicht auf den „Regaleinkauf“ umzusetzen.

Markthalle mit Ständen und Inseln

Max Stroetmann erklärte dazu auf Anfrage unserer Zeitung: „Wir haben den Ball der SPD aufgegriffen und in den letzten Wochen gemeinsam mit Experten und Ladenbauern intensiv gearbeitet.“ Darüber hinaus beschäftige sich das Unternehmen aktuell mit „funktionierenden Markthallen-Konzepten“.

Statt des klassischen E-Centers, wie ihn Stroetmann beispielsweise an der Friedrich-Ebert-Straße oder in Hiltrup betreibt, plant der Investor nun eine Markthalle mit Ständen und Inseln in acht verschiedenen Zonen. „In Westfalen ist das in dieser Form eine neue Qualität der Nahversorgung.“

Neuer Bebauungsplan soll kommen

Auch wenn für Jung noch nicht alle Fragen geklärt sind, etwa die nach dem Anteil der Fremdvermietung, so möchte die SPD doch in der Ratssitzung am kommenden Mittwoch dafür stimmen, dass für das Stroetmann-Projekt ein neuer Bebauungsplan aufgestellt wird. Der alte Bebauungsplan war bekanntlich im vergangenen Jahr gerichtlich gekippt worden. Seit Januar 2019 ruhen die Bauarbeiten am Hansaring.

Jung: Grüne waren überfordert

Nach den „vielen Pirouetten“ der Grünen beim Thema Hafencenter ist der CDU-Fraktionschef Stefan Weber froh, jetzt mit der SPD einen neuen Anlauf zur Realisierung des Bauvorhabens im Hafenviertel zu starten und einen „erheblichen Ansehensverlust für Münster“ abzuwenden. Die Grünen, seit Jahren ein strikter Gegner des Projektes Hafencenter, waren zu keinem Kompromiss bereit.

Jung bewertete diesen Umstand am Dienstag als neuerlichen Beleg für die fehlende Handlungsfähigkeit des Ratsbündnisses. Da die Grünen überfordert gewesen seien, „eine Lösung vorzuschlagen“, habe sich die SPD in der Pflicht gesehen.

Zu der Übereinkunft zwischen CDU und SPD gehört auch, dass eine Milieuschutzsatzung für das Hafenquartier erarbeitet wird.

Kommentar: Grüne sind außen vor

Alle haben sich bewegt. Das Unternehmen Stroetmann ist bereit, das umstrittene E-Center durch eine Markthalle zu ersetzen, um die gestoppten Bauarbeiten am Hansaring fortsetzen zu können. Die CDU hat sich bewegt, indem sie der SPD ein „Ja“ zur ungeliebten Milieuschutzsatzung angeboten hat. Diese war praktisch die Eintrittskarte, um mit der SPD über die Rettung des Hafenmarktes reden zu können.

Die SPD wiederum hat sich bewegt, indem sie nicht länger in ihrer klassischen Oppositionsrolle verharrte und der CDU wie auch dem Unternehmen Stroetmann Gespräche mit dem Ziel angeboten hat, die aktuell unbefriedigende Situation unter Gesichtswahrung aller Beteiligten zu überwinden.

Nur die Grünen haben sich nicht bewegt. Sie haben es jenen in den eigenen Reihen, die sich bewegen wollten, sogar verboten, sich zu bewegen, weil das fundamentale „Nein“ zum Hafencenter über allem steht. Diese Positionierung sei den Grünen unbenommen, aber Regieren kann man so nicht. Das macht jetzt die SPD.

von Klaus Baumeister

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Mitteilung der Stadt Münster

"Die Stroetmann Grundbesitz-Verwaltungs GmbH hat vor dem Hintergrund der intensiven öffentlichen und politischen Diskussion ihres Vorhabens am Hansaring die Planungen für den Hafenmarkt erneut überarbeitet und der Verwaltung einen entsprechenden Antrag auf Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans vorgelegt. Eine Markthalle soll nunmehr die Einzelhandelsflächen ergänzen und ein neues Nahversorgungsangebot schaffen, bei dem Waren an unterschiedlichen Marktständen auch direkt vor Ort verkostet und verzehrt werden können.

Das Stadtplanungsamt hat hierzu die Beschlussvorlage für einen Aufstellungsbeschluss angepasst. Sie soll dem Rat am 11. Dezember zur Entscheidung vorgelegt werden. Die Stadtverwaltung begrüßt die nun vollzogenen Änderungen des Hafenmarktes und empfiehlt in der Vorlage,  das Verfahren einzuleiten."

Layoutskizze zur Umsetzung: 

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