Standort Loddenheide
Pläne für ein neues Polizeipräsidium wurden vorgestellt

Münster -

Das Polizeipräsidium soll auf der Loddenheide neu gebaut werden. Das freut Stadt und Polizei gleichermaßen. Nachdem es im Vorfeld bei der Standortsuche in der Kommunikation zwischen Polizei und Stadt noch mächtig gerumpelt hatte, herrscht nun offenbar Einigkeit.

Mittwoch, 04.12.2019, 18:50 Uhr aktualisiert: 04.12.2019, 18:59 Uhr
Rot markiert ist die Fläche des geplanten Polizeipräsidiums auf der Loddenheide. Sie grenzt an den Albersloher Weg. Oben im Bild befindet sich die Umgehungsstraße, die den Kanal überquert.
Rot markiert ist die Fläche des geplanten Polizeipräsidiums auf der Loddenheide. Sie grenzt an den Albersloher Weg. Oben im Bild befindet sich die Umgehungsstraße, die den Kanal überquert. Foto: Stadt Münster

Das vorweihnachtliche Treffen am Mittwochmittag im eher nüchternen Stadthaus trägt die Züge einer geglückten Bescherung an Heiligabend : „Unter allen Gesichtspunkten erfüllt das genau, was wir uns vorgestellt haben“, frohlockt ein blendend gestimmter Polizeipräsident Hajo Kuhlisch an der Seite von Oberbürgermeister Markus Lewe bei der gemeinsamen Pressekonferenz. Gemeint ist der gefundene Standort für den geplanten Neubau des Polizeipräsidiums auf der Loddenheide. Bestenfalls schon 2025 könnte der neue Sitz dort fertig sein, wie man in der Behörde hofft.

Auf dem Eckgrundstück Albersloher Weg/Willy-Brandt-Weg soll, wie berichtet, ein modernes Präsidium entstehen, das die beengte und sanierungsbedürftige Zentrale am Friesenring sowie weitere vier Dienstorte ersetzt und damit Münsters Polizei unter einem Dach vereint. Kürzere Wege, eine bessere Kommunikation und am Ende „größere Synergien“ verspricht sich der Ende Januar aus dem Amt scheidende Polizeipräsident von dem Neubau-Vorhaben.

Und zur Beruhigung: Künftig wird es auch weiterhin eine Wache im nördlichen Bereich der Stadt geben, wie Kuhlisch in diesem Zusammenhang ausdrücklich betont.

Einvernehmliche Lösung

Mit dem drei Hektar großen Grundstück im Gewerbepark Loddenheide sichere man eine „Entwicklungsperspektive für die Polizei“, freut sich Münsters OB – genauso wie über „die sehr gute Kooperation“ von Polizei und Stadt. Dass es Anfang des Jahres zwischen beiden noch mächtig gerumpelt hat, als öffentlich und kontrovers über einen Standort im Hafen diskutiert wurde, ist offenbar Schnee von gestern.

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Der bisherige Standort des Polizeipräsidiums am Friesenring. Foto: Matthias Ahlke

Das „ideale Ergebnis“ erfülle alle Anforderungen, schwärmt Kuhlisch unter Verweis auf die Nähe des Grundstücks zu Stadt, Hafen und Hauptbahnhof. Zugleich hebt er die schnelle Erreichbarkeit der Autobahnen sowie die ÖPNV-Anbindung hervor. Und Markus Lewe weist angesichts des geplanten Gebäudes für immerhin 1400 Beschäftigte daraufhin, dass der gefundene Standort im Gewerbepark eine „Lärmbelästigung für Anwohner ausschließt“.

Empfehlung an Stadtrat

An der neuen Adresse können rund 37.500 Quadratmeter Büro- und Nutzflächen geschaffen werden, einschließlich eines Parkhauses für 950 Fahrzeuge sowie einer öffentlich zugänglichen Kantine – und natürlich einer Polizeiwache. Für die Wache im Norden der Stadt wird im Zuge des Neubaus ein Standort dort gesucht, ebenso wie für eine Wache der Autobahnpolizei unmittelbar an der Autobahn. Bestehen bleiben die Einrichtungen in der Innenstadt und in Hiltrup. Damit sei das gesamte Stadtgebiet abgedeckt, so Kuhlisch.

Oberbürgermeister Lewe empfiehlt dem Rat, den Standortvorschlag Loddenheide schon Anfang 2020 durch einen politischen Grundsatzbeschluss zu bestätigen. Dann könnte die Verwaltung einen Entwurf zur Änderung des Bebauungsplan auf den Weg bringen. Auch die Stadt würde mutmaßlich nicht leer ausgehen: Denn am Friesenring böten sich aus Sicht der Verwaltung soziale Nutzungen wie Kinderbetreuungs- und Bildungsangebote gepaart mit preiswertem Wohnraum an. So sieht der Polizeichef eine „Win-win“-Situation, 20 Tage vor dem Fest scheint das ein Grund zu Freude auf beiden Seiten zu sein.

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Foto: Grafik: Jürgen Christ

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