Bürgermeister in Münster hören auf
Bekannte Gesichter treten ab

Münster -

Sie sind die Gesichter ihrer Stadt, vertreten selbige bei Empfängen, Festen oder anderen Veranstaltungen. Im Herbst 2020 ziehen sich gleich drei Bürgermeister in Münster zurück.

Samstag, 07.12.2019, 14:00 Uhr aktualisiert: 07.12.2019, 14:12 Uhr
So lange wie Karin Reismann hat noch niemand das Amt der ehrenamtlichen Bürgermeisterin bekleidet.
So lange wie Karin Reismann hat noch niemand das Amt der ehrenamtlichen Bürgermeisterin bekleidet. Foto: Johannes Oetz

Wenn im kommenden Herbst die drei ehrenamtlichen Bürgermeister aus dem Amt scheiden, dürfte ein Eintrag im Rekordbuch der Stadt fällig werden: Denn mit Karin Reismann und Wendela-Beate-Vilhjalmsson haben zwei Frauen dieses Amt so lange bekleidet wie bislang niemand vor ihnen in der münsterischen Historie.

Die CDU-Politikerin Reismann kann dann auf eine 20-jährige Amtszeit zurückblicken, die SPD-Kulturpolitikerin Vilhjalmsson auf immerhin 15 Jahre. Als Dritter im Bunde scheidet Gerhard Joksch (Grüne) aus, der seit 2014 Bürgermeister ist. Er lernte die beiden Bürgermeisterinnen schon vor seiner 2009 begonnen Ratsarbeit als damaliger Stadtbaurat kennen.

Spaß an der Arbeit

Dass der 77-jährigen Karin Reismann die Arbeit für die Stadt viel Spaß macht, ist bei ihren Auftritten förmlich spürbar. Trotzdem hat sie sich nun entschieden, einen neuen Abschnitt einzuläuten. „Ich werde auf keinen Fall antreten“, sagt die leidenschaftliche Sportpolitikerin, deren Herz nicht nur am Sportinternat hängt, sondern die auch begeisterter Fan den Damen des Volleyball-Bundesligisten USC Münster zujubelt.

Seit 1999 sitzt Reismann für die CDU im Rat der Stadt Münster, schon wenig später wurde ihr das Amt der Bürgermeisterin angetragen, nachdem ihre Vorgängerin Marie-Theres Kastner in den NRW-Landtag gewählt worden war. „Ich habe mich nicht darum gerissen, Bürgermeisterin zu werden“, sagt Reismann über das Amt, das sie bis zum heutigen Tag mit großem Herzblut ausfüllt. „Ich habe was bewegen können.“

Mit Blick auf ihre Aktivitäten, die sie nach dem Ausscheiden noch fortführen will – unter anderem im Kuratorium der Werte-Stiftung-Münsterland –, betont die Bürgermeisterin: „Ich falle nicht ins kalte Wasser.“ Es gebe schließlich noch ein Leben neben der Politik.

Freude an der Kulturpolitik

Abschied nimmt auch Wendela-Beate Vilhjalmsson: „Ich bin in diesem Jahr 30 Jahre im Rat und denke, da können mal andere ran.“ Die Hälfte dieser Zeit vertrat die Kulturpolitikerin dabei die Stadt Münster als Bürgermeisterin. „Ich habe es gerne gemacht, es hat mir immer Spaß gemacht.“

Freude habe es ihr bereitet, in der Kommunalpolitik gestalten zu können, sagt die noch 77-Jährige – „gerade in der Kulturpolitik“. Eine Vertreterin der lauten Töne war sie nie. Als „genau, angenehm, pflichtbewusst, mit nüchternen Ansichten und überaus vernünftig“, wurde sie einmal von ihrem Mann für ein Porträt unserer Zeitung beschrieben. Eine Charakterisierung der früheren Lehrerin, die in Münsters Ratspolitik wohl über Parteigrenzen hinweg geteilt werden dürfte. Zumal sich Vilhjalmsson in vielen Jahren als freundliche und bescheidene Gesprächspartnerin erwies.

Für den 68-jährigen Gerhard Joksch endet im Herbst 2020 die Ratsarbeit für die Grünen und damit ebenfalls seine Tätigkeit als ehrenamtlicher Bürgermeister.

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