25 Jahre Abendrunde im Altenzentrum St. Lamberti
Das Leben rund machen

Münster -

Seit 25 Jahren gibt es die Abendrunde im Altenzentrum St. Lamberti. Sie ist ein wichtiges Ritual – und soll dazu beitragen, den Tag gut zu beenden.

Sonntag, 08.12.2019, 21:00 Uhr aktualisiert: 08.12.2019, 22:21 Uhr
Teilnehmer der Abendrunden feierten zusammen mit den haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden das Jubiläum.
Teilnehmer der Abendrunden feierten zusammen mit den haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden das Jubiläum. Foto: Caritas Münster

„Abends im St.-Lambertiheim braucht man nicht alleine sein“, singen zwischen zehn und 15 Senioren zu Beginn jeder Abendrunde. Seit 25 Jahren treffen sich Bewohner des münsterischen Altenheims täglich, um gemeinsam zu rätseln, zu singen und um Gesellschaft zu genießen. Die gemeinsamen Abende sind ein wichtiges Ritual, das dazu beiträgt, „den Tag gut zu beenden“, sagt Pflegedienstleiter Reinhold van Weegen.

Mit großer Pünktlichkeit treffen die Bewohner ein, um ihre angestammten Plätze im Stuhlkreis einzunehmen. Auch Rollstühle und Rollatoren parken jeden Abend an der selben Stelle. Gedämmtes Licht und wohlige Atmosphäre erfüllen den Raum, mit Namen wird jeder Abendrundler von der Gruppenleiterin begrüßt. Gisela Mölleck ist eine der ersten Eintreffenden. Dieser Besuch gehört für sie fest zum Tagesablauf: „Ohne mich fängt die Abendrunde gar nicht an“, scherzt die 92-Jährige.

Wie eine Abendrunde gestaltet ist, das entscheidet jeden Abend ein anderer Gruppenleiter. Neben hauptamtlichen Mitarbeitern sind das etwa zur Hälfte auch Ehrenamtliche. Aktuell engagieren sich zwölf ehrenamtliche Abendrundengestalter zwischen 19 und 74 Jahren. Neben Rentnern seien es auch Studierende, die üben möchten, eine Gruppe zu leiten, sagt Pflegedienstleiter Reinhold van Weegen. Jeder Gruppenleiter bringt eigene Ideen und Spiele mit, um die Zeit zwischen 19.30 und 20.45 Uhr zu gestalten.

„Ich bin abends immer richtig doll müde“, sagt Gisela Mölleck und ist froh, gut schlafen zu können. Die Abendrunde bringe ihr Abwechslung und neue Ideen. Gäbe es das Angebot nicht, würde die Seniorin wahrscheinlich fernsehen, schätzt sie – vermutlich alleine. Das ist, was van Weegen verhindern möchte.

Geboren wurde die Idee vor 25 Jahren unter Beteiligung der Nachtpflegekräfte und van Weegen. Bewohner, die nicht schlafen konnten, wurden eingeladen, sich in einem Raum gemeinsam mit einer Nachtpflegekraft zu treffen. Daraus wuchs ein regelmäßiges Angebot, das ausgebaut, erweitert und mit Leben gefüllt wurde. Van Weegen bemerkt außerdem einen positiven Nebeneffekt: „Es werden viel weniger Schlaftabletten benötigt“, sagt er.

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