Bahnstrecke Münster-Enschede wieder frei
Aktivisten stoppen Zug mit radioaktiver Fracht

Gronau -

Begleitet von einer Mahnwache einiger Atomkraftgegner, die in der Nähe der Urananreicherungsanlage protestierten, hat am späten Dienstagvormittag ein Zug mit abgereichertem Uranhexafluorid die Urananreicherungsanlage verlassen. Weit gekommen ist er zunächst nicht.

Dienstag, 10.12.2019, 12:45 Uhr aktualisiert: 10.12.2019, 15:20 Uhr
Bahnstrecke Münster-Enschede wieder frei: Aktivisten stoppen Zug mit radioaktiver Fracht
Ein Zug mit abgereichertem Uran von der Urananreicherungsanlage Gronau auf dem Weg nach Russland. (Archiv-Foto) Foto: Guido Kratzke

Der Transport soll über Münster und Amsterdam nach Russland gehen. Der Zug mit 13 Waggons transportiert 600 Tonnen des Materials. Atomkraftgegner riefen zu Protesten auf. „Wer seinen Atommüll nicht im eigenen Land sicher entsorgen kann oder will, darf auch keine Atomanlage betreiben,“ erklärte Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

Bahnstrecke gesperrt

Nach kurzer Zeit musste der Zug seine Fahrt durchs Münsterland allerdings schon unterbrechen. Gegen 12 Uhr stoppte er in Altenberge, weil in Münster-Häger ein Aktivist die Bahnstrecke blockiert hatte. Der Mann hatte sich von einer Brücke aus über den Schienen abgeseilt. Gegen 14.15 Uhr konnte die Polizei den Mann aus dem Gleisbereich entfernen. Wenig später erreichte der Zug nach Informationen unserer Zeitung den Hauptbahnhof in Münster.

Rund zweieinhalb Stunden lang konnten wegen der Protestaktion auch keine Personenzüge die Stelle passieren. Die Fahrt der aus Enschede kommenden Regionalbahnen (Linie RB 64 Münster-Enschede) endeten in Steinfurt-Borghorst. Busse brachten die Passagiere weiter nach Münster.

Wie Matthias Eickhoff vom Verein „Sofortiger Atomausstieg Münster“ (Sofa) unserer Redaktion mitteilte, hat der boykottierte Uran-Transportzug um 14.15 Uhr den Hauptbahnhof Münster mit zwei Stunden Verspätung Richtung Hiltrup/Hamm langsam durchfahren. Bei der Aktion wurde niemand festgenommen, so Eickhoff. 

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Erst vor wenigen Wochen legten Aktivisten die Bahnstrecke stundenlang lahm , um einen Güterzug mit radioaktiver Fracht aufzuhalten. Bereits in Gronau hatte die Polizei deshalb eine Brücke über die Gleise gesichert. Zudem überwacht ein Hubschrauber das Geschehen aus der Luft.

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