Seelsorger hofft auf Entlastung für Angehörige
„Eltern kranker Kinder sind extrem belastet“

Münster -

„Wenn ein Kind so schwer krank ist, steht das Leben still“: Pfarrer Arndt Menze weiß, wie sich Eltern fühlen, deren Kinder wochenlang im Krankenhaus versorgt werden. Sie müssen unbedingt entlastet werden, meint der Krankenhaus-Seelsorger. Das Pelikanhaus wäre ein wichtiger Schritt.

Donnerstag, 12.12.2019, 09:00 Uhr aktualisiert: 12.12.2019, 16:06 Uhr
Hier lernt ein kleines Kind in der Kinderneurologischen Frührehabilitation am Clemenshospital wieder den Gebrauch der eigenen Beine. Auch Krankenhaus-Seelsorger Arndt Menze (kl. Bild) weiß: Dass der Vater (r.) dabei ist und bei der Therapie hilft, verbessert die Heilungschancen erheblich.
Hier lernt ein kleines Kind in der Kinderneurologischen Frührehabilitation am Clemenshospital wieder den Gebrauch der eigenen Beine. Auch Krankenhaus-Seelsorger Arndt Menze (kl. Bild) weiß: Dass der Vater (r.) dabei ist und bei der Therapie hilft, verbessert die Heilungschancen erheblich. Foto: Erik Hinz / Clemenshospital

Manchmal stoßen Eltern an ihre Grenzen. „Schonen Sie sich“, sagt Arndt Menze dann, „Sie haben zwei Tage nicht geschlafen.“ Es ist gut gemeint, die Eltern sind dankbar für die Anteilnahme. Aber den Rat annehmen? Sich zurückziehen und ausspannen? Kein Gedanke. „Mein Kind ist jetzt dran“, antworten viele, „ich bin gar nicht das Thema“.

Arndt Menze kann es verstehen: „Wenn ein Kind so schwer krank ist, steht das Leben still.“ Als evangelischer Krankenhaus-Seelsorger am Clemenshospital erlebt und begleitet der Pfarrer viele Eltern, die ihre Kinder auf der Intensivstation oder in der Reha betreuen. Und er weiß, was sie durchmachen: „Alle Eltern sind maximal betroffen und extrem belastet“, berichtet er. „Sie haben nur ein Ziel vor Augen: Mein Kind soll gesund werden. Und dafür mobilisieren sie alle Ressourcen – körperlich, geistig und finanziell.“

Junge Patienten aus ganz Deutschland

Die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Clemenshospital ist eine Institution. Hier gibt es nicht zuletzt die einzige Kinderneurologische Frührehabilitation in Nordrhein-Westfalen. Die jungen Patienten – Neugeborene, Kinder, Jugendliche bis zu 18 Jahren – kommen aus ganz Deutschland hierher. Sie leiden an einer Infektion, an einer Stoffwechselkrankheit, an einem Geburtstrauma, oder sie wurden Opfer eines Verkehrsunfalls. Sie sind in jedem Fall so schwer versehrt, dass sie mindestens vier Wochen, durchschnittlich drei Monate und im schlimmsten Fall sogar ein Jahr oder länger im Clemenshospital bleiben müssen. Die Eltern sind in der Regel immer an ihrer Seite.

Das ist ungeheuer wichtig, weiß Arndt Menze: „Man spürt bei den Kindern: Sie sind ruhiger, wenn die Eltern da sind.“ Manche Eltern betreten die Station frühmorgens um 7 Uhr, um beim Waschen zu helfen – und verlassen sie, wenn überhaupt, nicht vor 22 Uhr. Im besten Fall steht ihnen dann ein Schlafplatz im Angehörigenhaus zur Verfügung. Dass dies keine ideale Lösung ist, weiß niemand besser als Arndt Menze, denn es ist sein ehemaliges Pfarrhaus an der Gnadenkirche, direkt neben der Klinik: „Es ist kalt, hellhörig und unbequem – und es zieht an allen Ecken und Enden.“

Familiengerechte und bezahlbare Unterkunft 

Das Pelikanhaus – ein Neubau auf dem Grundstück des alten Pfarrhauses – wäre eine große Hilfe für die Eltern, von deren Durchhaltevermögen auch die Gesundheit ihrer Kinder stark abhängt: „Das Ziel muss sein, die Ressourcen der Angehörigen zu schonen oder sogar aufzufüllen.“ Eine familiengerechte und bezahlbare Unterkunft in unmittelbarer Nähe wäre ein wichtiger Beitrag, um wenigstens zusätzlichen Stress zu vermeiden.

„Die Angehörigen sind für alles extrem dankbar“, betont Menze: für die erstklassige ärztliche Versorgung und Pflege, aber auch für die Arbeit des hochkarätigen pädagogisch-therapeutischen Teams am Clemenshospital, zu dem auch die Seelsorge zählt. Doch auf die Versorgung und Unterbringung der Angehörigen selbst, von deren Einsatz der Erfolg der Behandlung oft abhängt, ist das deutsche Gesundheitssystem praktisch nicht eingestellt. Umso wichtiger sei der Beitrag der WN-Spendenaktion für das Pelikanhaus – ein Zuhause auf Zeit, um wenigstens für ein paar Stunden zur Ruhe zu kommen.

Spendenaktion: Vier Projekte, ein Konto

Vier Projekte stehen zur Auswahl: Nimas, Tilbeck, Monastir, Pelikanhaus. Wer für ein bestimmtes Projekt spenden möchte, sollte das bei der Überweisung vermerken. Eine Spendenquittung wird ab 200 Euro automatisch ausgestellt, wenn die Adresse angegeben ist.

► Namensnennung: Wenn Sie mit der Nennung Ihres Namens in der Zeitung einverstanden sind, tragen Sie bitte bei der Überweisung unter Verwendungszweck „Veröffentlichung: Ja“ ein.

► Konto: Sparkasse Münsterland-Ost (BLZ: 400 501 50); IBAN DE 43 4005 0150 0000 

► Datenschutz: Ihre personenbezogenen Daten verwenden wir, soweit keine darüber hinausgehende Einwilligung vorliegt, nur zur Abwicklung des der Erhebung zugrunde liegenden Zwecks. Nähere Informationen zu unserem Umgang mit personenbezogenen Daten erhalten Sie hier

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