Literarischer Rundgang im Naturkunde-Museum
Zu dir oder zu mir?

Münster -

Haben Sie sich schon mal gefragt, was eine Küchenschabe über das menschliche Liebesleben denkt? Und ist eigentlich ein Leben ohne Mops möglich? Nun, in einem neuen Literarischen Rundgang mit Beate Reker durch die aktuelle Sonderausstellung „Beziehungskisten“ im Naturkundemuseum gibt es Antworten selbst auf Fragen, die man sich so noch nie gestellt hat.

Donnerstag, 12.12.2019, 15:00 Uhr aktualisiert: 12.12.2019, 15:13 Uhr
Beate Reker bietet einen neuen exklusiven Rundgang für Literaturliebhaber durch die Ausstellung „Beziehungskisten“ an und knüpft dabei Kontakt zu allerlei Getier.
Beate Reker bietet einen neuen exklusiven Rundgang für Literaturliebhaber durch die Ausstellung „Beziehungskisten“ an und knüpft dabei Kontakt zu allerlei Getier. Foto: LWL/Steinweg

Zu einem ersten Abend mit literarischen Kontaktversuchen in der neuen Sonderausstellung „Beziehungskisten – Formen des Zusammenlebens in der Natur“ lädt die Schauspielerin Beate Reker ins LWL-Museum für Naturkunde an der Sentruper Straße 285 ein.

Die Premiere des neuen „Literarischen Rundgangs“ findet am Donnerstag (12. Dezember) um 19.30 Uhr statt. Am Freitag (13. Dezember) wiederholt die Schauspielerin um 19.30 Uhr die Führung.

Paare, Familie, Nachbarn

Es gibt unendlich viele Formen des Zusammenlebens, die die Natur im Laufe der Evolution entwickelt hat. In dem neuen Rundgang werden einige dieser Beziehungen literarisch unter die Lupe genommen: Paare, Familie, Nachbarn, aber auch das – nicht immer fabelhafte – Zusammenleben mit Tieren und Mikroben, heißt es in einer Ankündigung des Landschaftsverbandes.

Verschiedene Experten kommen zu Wort und lassen die Zuhörer in dem rund 80-minütigen Rundgang an ihren Erfahrungen teilhaben. Soll die Frau etwa immer noch vornehmlich in der Küche wirken, oder gibt es da auch andere Vorstellungen? Wilhelm Busch und Dorothy Parker sind im Disput. Und Irmtraud Morgner schildert einen „Kaffee verkehrt“.

Was denken Schaben über menschliches Liebesleben?

Wie sieht das Zusammenleben mit dem Menschen aus Sicht der Küchenschaben aus? Was denken Schaben über das menschliche Liebesleben, und was bezeichnen sie als Festessen? Daniel Evan Weiss vermittelt die Schabensicht.

Was passiert beim Augenkontakt zwischen Herrchen oder Frauchen und Hund? Und ist ein Leben ohne Mops möglich? Wie und warum leben Menschen mit Abermilliarden von Bakterien (unserem Mikrobiom) zusammen? Kennen Menschen als Wirte ihre Lieblingsgerichte? Und wer hat eigentlich das Sagen in dieser Symbiose?

Bei dem neuen Rundgang nimmt Beate Reker nicht nur die Beziehungen von Menschen unter die Lupe.

Bei dem neuen Rundgang nimmt Beate Reker nicht nur die Beziehungen von Menschen unter die Lupe. Foto: LWL/Steinweg

Anleitung zum richtigen Küssen

Joachim Ringelnatz wiederum macht sich über das Verhältnis zu seiner Spucke Gedanken, und auch eine Anleitung zum richtigen Küssen wird nicht ausbleiben. Kurt Tucholsky findet einiges an familiären Verhältnissen auszusetzen, während Erich Kästner von deren vergnüglicher Seite berichtet.

Was muss ein Nachbar tun oder lassen, um uns in den Wahnsinn zu treiben? Eugen Roth ist da Experte. Und nicht zuletzt: Wie sieht es mit der Liebe aus in Gegenwart und Zukunft? Wie rettet man eine Ehe? Welche neuen Möglichkeiten der Kontaktaufnahme bietet das Internet? Wie funktionieren Dating-Portale?

Was ist „Ghosting“ nochmal?!

Die Gäste im Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe werden gefragt, was „Ghosting“ ist und ob sie das schon mal getan haben. Sie lernen einen jungen Mann kennen, der unter schlimmem Zeitdruck die alte Frage lösen muss: Wie spreche ich sie an? Für Aufklärung und Beratung sorgen unter anderem Claudio Ghin und Lina Wolff.

Beate Reker: „Es erwartet die Gäste eine prall gefüllte literarische Beziehungs-Kiste, der auch angesichts existenzieller Fragen zur Liebe in Zeiten der Mülltrennung die Worte nicht ausgehen.“

Zum Thema

Weitere Termine gibt es am 17. und 24. Januar sowie am 7. und 28. Februar 2020 (jeweils freitags ab 19.30 Uhr). Der Eintritt beträgt 17 Euro. Karten gibt es im LWL-Museum für Naturkunde sowie bei der Münster Information (' 4 92 27 14).

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