Wiedereröffnung von Archäologie- und Bibelmuseum
Wissenschaft zum Erleben

MünstEr -

Ab Freitag (13. Dezember) sind wieder zwei der Universitäts-Museen offen. Das Archäologie-Museum im Fürstenberghaus und das benachbarte Bibelmuseum werden nach umfangreichen Umbauarbeiten geöffnet.

Freitag, 13.12.2019, 07:00 Uhr
Das mehrere Quadratmeter große Modell der antiken Agora in Athen illustriert im Archäologie-Museum das Thema Demokratie.
Das mehrere Quadratmeter große Modell der antiken Agora in Athen illustriert im Archäologie-Museum das Thema Demokratie. Foto: Oliver Werner

Archäologie und antike Geschichte ist in Münster ganz und gar durchsichtig – und wer am Donnerstag am Fürstenberghaus vorbeigegangen ist, konnte auch live dabei zusehen, wie das frisch umgebaute Museum der Universität eingerichtet wird. Am heutigen Freitagabend um 19.30 Uhr wird alles fertig sein, ist sich Prof. Dr. Achim Lichtenberger , Direktor des Instituts für Archäologie der Universität Münster ,sicher. Nach einem Jahr Umbauzeit wird das Archäologische Museum der Universität wieder geöffnet – moderner größer, hochwertiger. 

Das Museum hat jetzt ein Untergeschoss, wer hinabsteigen will, vor dem öffnet sich automatisch eine gläserne Schiebetür, versehen mit der Goethe-Botschaft, dass das Gegenwärtige nicht ohne Kenntnis des Vergangenen verstanden werden kann. Im Keller, der Unterwelt des Museums, übrigens auch per Aufzug zu erreichen, sehen Besucher dann, wie Archäologen arbeiten, Erkenntnisse gewinnen, Gegenstände einordnen – etwa an einer Reihe großer Amphoren. Hier unten wird auch das vielleicht spektakulärste Stück der Sammlung, die altägyptische Mumie in ihrem kunstvoll geschmückten Sarg zu sehen sein – allerdings erst ab 2021. Bis dahin ist sie für eine Ausstellung in Japan ausgeliehen.

Universität öffnet nach Umbau Archäologie- und Bibelmuseum

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  • Prof. Dr. Holger Strutwolf, Leiter des Instituts für neutestamentliche Textforschung, erläutert Einige Exponate im Bibelmuseum.

    Foto: Oliver Werner
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  • Das große Modell der antiken Agora von Athen kann jetzt im neuen Archäologie-Museum gezeigt werden.

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Oben gilt, passend zur Antike, der lateinische Grundsatz „pars pro toto“ – einzelne Exponate illustrieren exemplarisch ganze Themenfelder – und manche Ausstellungsstücke sind richtig groß: Etwa die goldene Statue der Friedensgöttin Eirene überragt Achim Lichtenberger um mehr als Haupteslänge. Einige Schritte weiter ist Eirene im Miniaturformat wiederzufinden – Im zimmergroßen Modell der Athener Agora, das für die Demokratie in der Antike steht.

Hinter einer Glaswand können Besucher einen Blick ins Magazin des Museums werfen – und auch hier einen Blick dafür bekommen, wie mit den Stücken gearbeitet wird.

Nicht nur Exponate zeigen, sondern zudem Wissenschaft erklären – das ist auch Motto im neuen Bibelmuseum , das ein paar Meter weiter an der Pferdegasse ebenfalls neu eröffnet. Hier haben die komplizierte Klimatechnik und unvorhersehbare Komplikationen beim Umbau für die lange Schließzeit von fünfeinhalb Jahren gesorgt, wie Prof. Dr. Holger Strutwolf, Leiter des mit dem Museum verknüpften Instituts für neutestamentliche Textforschung, erklärt. Hier gibt es nur noch zwei statt der ursprünglich 45 Vitrinen – die sind dafür raumgroß. An ihnen entlang gehend können Besucher die etwa 2700 Jahre alte Chronologie der Heiligen Schrift erkunden. Angefangen vom sumerischen Keilschrifttäfelchen mit dem alttestamentarischen Text der Schöpfungsgeschichte über Thora-Rollen, altägyptische Papyrus-Fragmente bis hin zu den Büchern. Das Buch, auch als Handschrift, war eine der Verbreitung des Christentums geschuldete Entwicklung, erklärt Dr. Jan Graefe, Kustos des Museums mit 1500 Exponaten. „Anders als Rollen, kann man in Büchern das Papier zweiseitig beschrieben.“

Weil in den beleuchteten Vitrinen im sonst nur schwach erhellten Raum längst nicht alle Bibeln, geschweige denn alle Seiten gezeigt werden können, werden die Exponate häufig wechseln, so Graefe. Das Bibelmuseum startet jetzt zur Weihnachtszeit mit Passagen aus dem Neuen Testament über die Geburt Jesu. Wer mehr erfahren will als ihm in den Vitrinen gezeigt wird, kann sich eine VR-Brille aufsetzen und einer Führung mit Detailansichten aus dem Museum folgen.

 

Die neuen Museen der Universität

Die Universität Münster hat den Umbau der Museen – 1,5 Millionen Euro für das Archäologie-, 1,7 Millionen Euro für das Bibelmuseum – aus eigenen Mitteln finanziert. Beide Museen an der Pferdegasse gegenüber dem LWL-Kunstmuseum sind bei kostenlosem Eintritt dienstags bis sonntags jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet, an jedem zweiten Freitag im Monat („Langer Freitag“) bis 22 Uhr. Termine für Führungen können vereinbart werden. Kontakt: Archäologisches Museum,  0251/83-24588; E-Mail archgmus@uni-muenster.de ; Bibelmuseum: 0251/83-22580; E-Mail bibelmuseum@uni-muenster.de .

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